Pflanzen in einem Terrarium
© Getty Images / Santipong Samathi

Wohnen | Ratgeber

Flaschengarten anlegen: So klappt's mit einem Mini-Urwald im Glas

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Ein winziges Ökosystem im Glas: Das könnt ihr zu Hause in Form eines Flaschengartens anlegen. Wie das geht, erklären wir euch Schritt für Schritt.

Wenn ihr noch nicht viel Erfahrung mit der Pflanzenpflege habt oder sich euer Daumen in der Vergangenheit sogar ganz im Gegenteil als nicht besonders grün erwiesen hat, ist ein Flaschengarten der beste (Wieder-)Einstieg in die Hobby-Gärtnerei. Auch Eltern können mit ihren Kindern einen Flaschengarten als pädagogisch wertvolle Bastelarbeit angehen.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Aber wie funktionieren Flaschengärten? Und wie legt man sie an?

Was ist ein Flaschengarten?

Ein Flaschengarten ist ein in sich geschlossenes Ökosystem im Miniaturformat. Die in einem geschlossenen Glasgefäß lebende Pflanze kommt fast ausschließlich mit den Ressourcen aus, die mit ihr eingeschlossen wurden. Wasser, Kohlendioxid, Sauerstoff und Nährstoffe werden in dem Kreislauf immer wieder aufs Neue wiederverwertet.

Die Sonnenstrahlen, die durch das Glas scheinen, lassen das Wasser verdunsten, das sich dann an der Innenseite des Behältnisses niederschlägt. Dieses wässert die Pflanze anschließend wieder. Das Kohlendioxid, das die Pflanze nachts ausstößt, wird tagsüber wiederum dank der Photosynthese herausgefiltert und in Sauerstoff umgewandelt.

Ihr könnt euch also sicher vorstellen, dass in einem solchen Flaschengarten geradezu tropische Bedingungen herrschen. Welche Pflanzen sind für solche klimatischen gemacht?

Welche Pflanzen eignen sich für einen Flaschengarten?

Das Mikroklima im Flaschengarten ist feucht und warm. Bedingungen, die sonst vor allem in tropischen Breitengraden anzutreffen sind. Entsprechend sind es exotische Tropenpflanzen, die sich im Flaschengarten wohl fühlen. Zudem sollten die kleinen Pflanzen nicht allzu schnell wachsen, damit sie möglichst lange im vorbestimmten Gefäß bleiben können. Ansonsten wird der Platz schnell eng.

Dafür eignen sich zum Beispiel sogenannte Mini-Orchideen, Ufopflanzen, Zierpfeffer, Zebrakraut, die farbprächtigen Bromelien, Dreimasterblumen und unterschiedliche Farne. Zudem solltet ihr auch immer etwas Torfmoos unterbekommen, denn das ist in der Lage, die Feuchtigkeit im kleinen Ökosystem zu regulieren. Bei Fragen und Unsicherheiten bei der Wahl der Pflanzen werdet ihr im Fachhandel persönlich gut beraten.

Noch ein Tipp: Achtet darauf, dass ihr den verfügbaren Platz im Gefäß nicht überschätzt und nicht zu eng pflanzt.

Pflanzen in einer geschlossenen Glasflasche
Das Mikroklima im Flaschengarten ist feuchtwarm. So wie auf diesem Foto ist es aber schon ein wenig zu nass. © Getty Images / E. Doosje

Wie lege ich einen Flaschengarten an?

Das Anlegen eines Flaschengartens ist denkbar einfach, sind es doch nur wenige Bestandteile, die ihr dafür benötigt. Hier die Anleitung zum Anlegen eines Flaschengartens in wenigen Schritten:

  1. Sucht ein möglichst großes, verschraubbares Glasgefäß aus. Die Öffnung sollte groß genug sein, damit ihr an der Gestaltung des Gartens arbeiten könnt. Reinigt dieses Glas. Wirklich keimfrei wird es, wenn ihr es auskocht.
  2. Legt eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies an. Da das Wasser nicht aus dem Gefäß entweichen kann, ist es besonders wichtig, dass die Wurzeln der Pflanze nicht ständig im Wasser stehen. Diese Staunässe führt zu Schimmel an den Wurzeln, eine 2 bis 3 cm tiefe Drainageschicht soll das verhindern.
  3. Optional verteilt ihr ein wenig Holz- oder Aktivkohle auf der Drainageschicht. Auch die beugt Schimmelbildung vor.
  4. Gebt etwa 4 bis 5 cm nährstoffarmer Erde ins Glas. Besonders gut eignet sich sogenannte Karnivorenerde. Um die Erde gut zu verteilen, nehmt eine lange Papprolle als Trichter zur Hilfe.
  5. Jetzt die Pflanze: Holt sie vorsichtig aus ihrem bisherigen Topf, klopft die Wurzeln leicht ab. Unter Umständen ergibt es am meisten Sinn, die Pflanze zu teilen oder nur ihre Ableger in den Flaschengarten zu pflanzen. Setzt sie jetzt vorsichtig, eventuell unter Zuhilfenahme einer Pinzette, in das Substrat im Glasgefäß. Füllt die Lücken zwischen den Wurzeln noch mit etwas Erde auf.
  6. Bedeckt einige Stellen mit etwas Moos und dekoriert das kleine Gewächshaus mit Steinen oder Muscheln. Achtet allerdings darauf, dass die Erde weiterhin atmen kann.
  7. Nun gebt ihr mit größter Vorsicht ein wenig Wasser in den Flaschengarten. Ihr könnt dafür eine Pipette oder eine Sprühflasche benutzen. Am Boden sollte sich kein Wasser sammeln und auch später sollte das verdunstete Wasser nicht an der Innenseite des Glases herunterlaufen. Abschließend verschließt ihr das Glas möglichst luftdicht.

Wie muss ein Flaschengarten gepflegt werden?

Wenn ihr alles richtig gemacht habt, nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser in den Kreislauf gegossen habt, braucht ihr ab diesem Punkt nichts weiter zu machen, außer das Ökosystem zu beobachten.

Woran ihr erkennt, ob alles intakt ist? Morgens sollte das Glas leicht beschlagen sein und im Laufe des Tages wieder trocknen. Sollte es dagegen so nass sein, dass das Wasser an den Seiten herunterläuft, ist zu viel Wasser im Ökosystem vorhanden. Das kann dazu führen, dass das Substrat und die Wurzeln faulen. Öffnet das Gefäß wieder und lasst es einige Stunden lang auslüften.

Sollte das Glas andersrum selbst morgens komplett unbeschlagen sein, die Pflanzenblätter womöglich sogar schlaff herunterhängen, ist es im Glas zu trocken. Gebt ein wenig mehr Wasser hinein und verschließt es wieder.

Letzter Hinweis zum richtigen Standort: Der Flaschengarten sollte hell stehen, aber nicht die volle Sonne abbekommen. Andernfalls könnte die Pflanze unterm buchstäblichen Brennglas verbrennen.

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