Hand legt Feuerholz in brennenden Kaminofen nach
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Wohnen | Ratgeber

Feuerholz: Woher bekomme ich günstiges & gutes Brennholz?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Ein loderndes Kaminfeuer sorgt für Wärme und Gemütlichkeit. Egal, ob zum Heizen oder Genießen: Qualitativ hochwertiges Feuerholz zahlt sich aus. Lest hier, was gutes Brennholz ausmacht und wie ihr Geld sparen könnt.

Ein Kaminofen macht nicht nur optisch viel her, sondern entlastet auch die Heizung. Das kann sich finanziell lohnen und die Umwelt schonen. Wer von einem Kamin im Wohnzimmer oder einem Terrassenofen profitieren will, braucht vor allem eines: gutes Feuerholz. Wir zeigen, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet und worin Sparpotenzial steckt.

Was macht gutes Feuerholz aus?

Wenn ihr euch Brennholz zulegt, solltet ihr folgende Punkte im Blick behalten:

  • Ausreichend trocken: Feuerholz darf erst in den Kaminofen, wenn es gut getrocknet ist. Wollt ihr eure Scheite sofort nutzen, sollte der Wassergehalt beim Kauf unter 20 Prozent liegen. Andernfalls muss das Holz länger lagern. Tipp: Ein handelsüblicher Holzfeuchtemesser lässt Rückschlüsse auf den Wassergehalt zu.
  • Brennwert: Wer mit Feuerholz heizen will, sollte auf den Brennwert achten. Je höher der Brenn- oder Heizwert einer Holzart, desto effizienter ist sie. Ihr müsst seltener nachlegen, dafür pro Raummeter aber auch mit höheren Kosten rechnen.
  • Flammenbild und Glut: Ein gutes Feuerholz wärmt nicht nur, sondern sieht auch optisch ansprechend aus. Dafür weist es ein gleichmäßiges Flammenbild auf und rußt nicht.
  • Frei von Stockflecken und Schimmel: Alterungserscheinungen an einzelnen Stämmen oder Hölzern sind erstmal kein Grund zur Sorge. Ist das Feuerholz jedoch großflächig von Pilzen befallen, mindert dies seinen Brennwert und könnte euch schaden. Macht vor dem Kauf den Geruchstest: Das Holz sollte nicht muffig riechen.
  • Aus nachhaltiger, regionaler Forstwirtschaft: Gutes Feuerholz hat einen positiven Klimanutzen. Es sollte aus nachhaltiger Forstwirtschaft und aus umliegenden Wäldern stammen.
Bevor Holz in den Kamin darf, muss sein Wassergehalt bei unter 20 Prozent liegen. © Getty Images

Feuerholz – Arten und Preise

Als Feuerholz eignet sich grundsätzlich jede Holzart. Sowohl heimische Laubhölzer als auch weiche Nadelhölzer können Platz im Ofen finden. Die einzelnen Feuerholzarten unterscheiden sich in punkto Gewicht, Brennwert und Brenneigenschaften. Hier sind die fünf beliebtesten Hölzer für den Ofen:

1. Buche

Buche ist aufgrund des hohen Brennwerts das ideale Holz zum Heizen. Buchenholz ist schwer zu entzünden, hat dafür aber ein gleichmäßiges Flammenbild und eine gute Glutentwicklung mit geringem Funkenflug. Das hat seinen Preis: Buche ist mit rund 95 Euro pro Raummeter das teuerste Feuerholz.

2. Eiche

Eiche hat einen ebenso hohen Brennwert wie Buche und eignet sich entsprechend gut zum Heizen. Da Eichenholz jedoch kein gleichmäßiges Flammenbild entwickelt, findet es meist nur in geschlossenen Öfen Verwendung. Ein weiterer Nachteil: Die enthaltenen Gerbsäuren verursachen Abgase, die unangenehm riechen und die Ofenrohre angreifen können.

3. Esche

Esche ist etwas leichter und preisgünstiger als Buche, ist dem Brennholz ansonsten jedoch sehr ähnlich: Das gleichmäßige Flammenbild und der geringe Funkenflug machen Esche zu einer beliebten Feuerholzart, besonders für offene Kamine.

4. Birke

Birke hat einen geringeren Brennwert als Buche, Esche und Eiche. Das bedeutet, es ist weniger ergiebig zum Heizen. Dafür entwickelt es ein schönes Flammenbild ohne Funkenflug. Beim Verbrennen von Birkenholz werden ätherische Öle freigesetzt, die angenehm duften – sofern man den Geruch mag.

5. Fichte

Weiche Hölzer wie Fichte, aber auch Kiefer und Tanne, sind deutlich leichter und preisgünstiger als Laubhölzer. Der Raummeterpreis für Fichtenholz liegt bei durchschnittlich 76 Euro. Fichtenholz entzündet sehr schnell, hat jedoch nur eine geringe Brenndauer. Es eignet sich deshalb weniger gut als Wärmequelle, dafür aber als Anmachholz. Zu beachten ist bei Nadelhölzern, dass es durch die enthaltenen Harze häufig zu einer starken Rußentwicklung kommt.

Lest hier mehr über den Brennwert, die Preise und die optimale Lagerung von Feuerholz.

Hartes oder weiches Feuerholz?

Ob ihr hartes oder weiches Holz verwenden wollt, hängt von euren Anforderungen ab.

Harte, schwere Holzarten wie Buche, Eiche und Esche brauchen etwas Zeit, bis sie sich entzünden. Sie brennen dafür lange und gleichmäßig, so dass ihr damit gut heizen könnt. Ihr müsst pro Raummeter Hartholz im Vergleich zu Weichholz mehr zahlen. Im Gegenzug hält euer Holzvorrat länger.

Leichte Hölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer sind beliebte Anzündhölzer. Nadelholz verbrennt sehr schnell. Ihr müsst entsprechend häufig nachlegen, so dass sich euer Vorrat zügig schmälert. Dafür ist Weichholz pro Raummeter deutlich günstiger.

Tipp: Legt euch einen Vorrat Mischholz zu. Günstige, leichte Holzarten dienen zum Anzünden und schwere, kostenintensivere Arten als Brennholz.

Close-up auf brennendes Feuerholz
Zum Entzünden von Harthölzern braucht man etwas Geduld, dann aber brennen sie lange und verlässlich. © Getty Images

Frisches oder gelagertes Feuerholz?

Ihr könnt bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten sparen, wenn ihr euch für frische Holzscheite entscheidet. In diesem Fall solltet ihr vorausschauend einkaufen. Ihr müsst genügend Zeit und Platz zum Lagern einplanen: Frisches Feuerholz braucht ein bis zwei Jahre, bis es trocken genug für den Ofen ist.

Das Investment in älteres Brennholz ist sinnvoll, wenn ihr selbst keine Möglichkeit zum Einlagern habt oder sofort damit heizen wollt.

Brennholz lagern: Brennholz unter einem Unterstand
Gutes Brennholz muss einige Zeit trocken lagern, bevor es verfeuert werden kann. © fottoo - stock.adobe.com

Vorkonfektioniert, Stammholz oder Feuerholz selber schlagen?

Generell gilt: Je stärker das Brennholz verarbeitet ist, desto höher der Preis. Vorkonfektioniertes Feuerholz ist am teuersten. Vorteil ist, dass ihr es sofort verheizen könnt, sofern die Hölzer trocken genug sind. Nachteil ist, dass ihr euch mit Standardmaßen zufriedengeben müsst. Voraussetzung ist also, dass diese Größen passend für euren Kamin und die Lagerstelle sind.

Stammware müsst ihr selbst spalten oder zuschneiden. Dafür bekommt ihr das Holz günstiger und könnt es für eure individuellen Zwecke zerkleinern.

Am günstigsten ist Feuerholz, wenn ihr es selbst sammelt oder sägt. Das örtliche Forstamt gibt Auskunft, wo und unter welchen Bedingungen ihr euch im nahegelegenen Gebiet bedienen dürft. Das Sammeln von Brennholz ist nämlich nicht einfach so möglich. Ihr benötigt in der Regel einen Holzsammelschein oder einen Kettensägenschein – also einen Nachweis, dass ihr mit der Motorsäge umgehen könnt.

Mann sägt Holzstamm mit einer Kettensäge
Unter Aufsicht: Die Teilnehmer des Kurses für den Kettensägenschein lernen den Umgang mit der Motorsäge. © wohnglück.de

Baumarkt, Händler oder Wald?

Bei sehr kleinen Holzmengen kann sich der Gang in den Baumarkt lohnen. Achtet dabei aber unbedingt auf die Herkunft des Brennholzes. Praktische Tipps und Hinweise findet ihr im Artikel "Nachhaltiges Holz und Öko-Siegel".

Wenn ihr einen größeren Bedarf habt, ist ein örtlicher Händler mit Sicherheit die bessere Wahl. Am besten vergleicht ihr vor dem Einkauf die Preise. Einen Überblick über aktuelle Brennholzpreise findet ihr bei Kaminholz-Wissen.

Der Anbieter sollte seine Ware zudem aus einem nahegelegenen Wald beziehen. Meist könnt ihr euch das Feuerholz bis zur Haustür liefern lassen. Dafür fallen natürlich Mehrkosten an. Doch je mehr Holz ihr bestellt, desto eher rechnet sich die Lieferung.

Wenn ihr Holz im großen Stil verbrennt, kann sich ein Brennholzführerschein lohnen. Damit dürft ihr in Absprache mit dem zuständigen Forstamt selbst Holz sägen.

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