Hand mit Lappen, die Ceranfeld reinigt
© Getty Images/iStockphoto

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Ceranfeld reinigen: Was hilft gegen hartnäckige Flecken?

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Eingebrannte Flecken auf dem neuen Cerankochfeld? Kein Grund zur Panik. Spezielle Ceranfeldreiniger und Hausmittel entfernen auch hartnäckige Verkrustungen. Aber was funktioniert am besten, um das Ceranfeld zu reinigen?

Nur eine Sekunde war man abgelenkt, aber die reichte der Milch zum Überkochen. Das Ergebnis: Ein verbrannter Geruch und eingebrannte Flecken rund um das Cerankochfeld. Sieht schlimm aus, ist es aber zum Glück nicht. Es sei denn, ihr lasst das Ganze so und kocht fleißig weiter. Das Wichtigste ist, die Flecken nach dem Abkühlen sofort zu entfernen, dann sieht das Ceranfeld wieder wie neu aus. Mit welchen Mitteln ihr das Ceranfeld reinigen könnt und wie sie funktionieren, das zeigen wir euch hier.

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Warum braucht ein Ceranfeld eine spezielle Reinigung?

Ein Ceranfeld ist ein Kochfeld aus Glaskeramik. Wieso können wir das nicht einfach feucht abwischen wie die Spüle oder andere Flächen in der Küche? Kann man im Prinzip. Aber nur, wenn das Kochfeld kalt ist und keine Reste vom letzten Mittagessen zu sehen sind. Doch beim Kochen geht es eben oft hoch her. Milch oder Pudding kochen über, die Pastasoße spritzt beim Einköcheln und die Kürbissuppe verteilt auch gerne fette Spritzer, wenn man nicht ständig umrührt.

Wenn diese nun direkt mit dem heißen Kochfeld in Berührung kommen, brennen sie ein und bilden Verkrustungen. Feuchtes Nachwischen hilft dann nicht mehr. Daher kamen schon kurz nach der Erfindung von Glaskeramikkochfeldern in den 1970er Jahren spezielle Ceranfeldreiniger auf den Markt.

Um mit eingebrannter Milch und anderem fertig zu werden, enthalten alle Glaskeramikreiniger feine Schleifpartikel (Abrasivstoffe), die beim Verreiben wie ein Peeling wirken. Viele Hersteller greifen dabei auf umweltschädliches Mikroplastik zurück. Es geht aber auch anders. Die Stiftung Warentest hat auch Ceranfeldreiniger mit "sehr gut" ausgezeichnet, die Verkrustungen problemlos auf der Basis von Kiesel- und Tonerde entfernen konnten.

Übrigens: Mit dem Ausdruck Ceranfeld ist es wie mit Zewa oder Tempo. Es handelt sich um einen geschützten Markennamen, der sich eingebürgert hat. Streng genommen dürfen sich nur die Glaskeramikkochflächen der Firma Schott so nennen.

Darauf solltet ihr bei der Ceranfeld-Reinigung besser verzichten

Bevor wir euch Tipps geben, wie ihr euer Glaskeramikfeld wieder sauber bekommt, haben wir noch ein paar Dont’s für euch.

  • Krusten nicht mit spitzen Gegenständen von der Ceranoberfläche kratzen.
  • Keine Metallschwämme einsetzen.
  • Keine aggressive Scheuermilch verwenden.
  • Das Kochfeld vor dem Reinigen abkühlen lassen. Sonst brennt das Reinigungsmittel auch noch ein.
  • Ist euch Milch übergekocht, solltet ihr so viel wie möglich vorsichtig aufwischen oder mit einem Ceranfeldschaber zur Seite schieben.
  • Ein verschmutztes Cerankochfeld nicht benutzen. Die Flecken brennen sonst noch stärker ein und es wird schwerer, das Ceranfeld zu reinigen.

Welche Ceranfeldreiniger gibt es?

Um euer Ceranfeld von hartnäckigen, eingebrannten Flecken zu reinigen, stehen euch mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

1. Ceranfeldschaber

Bevor ihr zu einem speziellen Reinigungs- oder Hausmittel greift, solltet ihr es mit einem Ceranfeldschaber versuchen. Wenn die Klinge scharf ist und ihr den Schaber so haltet, dass ihr ein wenig Druck ausübt, lassen sich viele eingebrannte Essenreste schon auf mechanischem Weg entfernen. Achtet darauf, dass ihr gleichmäßig drückt, sonst könnt ihr mit einer Ecke der Klinge Kratzer in die Oberfläche ritzen. Reicht das Schaben nicht aus, könnt ihr immer noch mit einem zweiten Reinigungsgang nachlegen.

Reinigung eines Cerankochfeldes mit einem Ceranfeldschaber
Viele eingebrannte Essenreste lassen sich auf mechanischem Weg mit einem Ceranfeldschaber entfernen. © Fackelmann

2. Glaskeramik-Reiniger

Ob als Milch, Paste oder Putzstein. Spezielle Glaskeramikreiniger findet ihr in jeder Drogerie oder im Supermarkt. 16 davon hat die Stiftung Warentest im Juli 2018 getestet. Am besten schnitten folgende Ceranfeldreiniger ab:

Die Preise der Testsieger sind sehr unterschiedlich. Der Reiniger von Heitmann kostet nur 80 Cent pro 100 Milliliter. Der Reiniger der großen Küchengerätehersteller 5,20 Euro. In die Gesamtbewertung "sehr gut" floss auch der Umweltaspekt ein. Beide Produkte verzichten laut Herstellerangaben auf den Einsatz von Mikroplastik. Außerdem stellten die Tester fest, dass Produkte mit einem sauren pH-Wert am besten die schillernden Schlieren entfernen, die durch häufiges Überkochen von Salzwasser entstehen. Insgesamt bekamen drei Reiniger ein "sehr gut" und acht ein "gut". Kratzspuren verursachte übrigens keiner der untersuchten Reiniger.

3. Ceranfeld mit Zitrone reinigen

Einen sauren pH-Wert kann man natürlich noch einfacher haben. Eine Zitrone aufschneiden, die Kerne entfernen und mit der Schnittfläche die verkrusteten Stellen einreiben. Lasst den Saft etwas einwirken und wischt alles mit einem feuchten Lappen weg. Fertig!

Man sieht eine halbe Zitrone auf einem Ceranfeld
Ein Hausmittel, das jeder zur Hand hat. Natürliche Zitronensäure hilft schnell und kostet nicht viel. © Wohnglück

4. Ceranfeld mit Backpulver reinigen

Backpulver ist ein Allrounder unter den Hausmitteln. Für die Ceranfeldreinigung rührt ihr einfach ein bis zwei Tütchen mit etwas Wasser an und gebt die schäumende Masse auf die Flecken. Dann müsst ihr etwa 30 Minuten Geduld haben, bevor ihr die Paste samt Verkrustungen mit einem feuchten Lappen aufnehmen könnt. Nochmal mit klarem Wasser nachwischen und trockenpolieren.

Einen ähnlichen Effekt hat Natron. Davon mischt ihr zwei Esslöffel mit etwas Essig und Wasser und verfahrt genauso. Die Mischung sollte allerdings aufgrund der Säure nicht zu häufig angewandt werden. Auch die Einwirkzeit ist mit fünf bis zehn Minuten geringer.

Man sieht eine Hand, die ein Ceranfeld putzt
Wasser plus Backpulver eignet sich auch zur Reinigung eures Cerankochfeldes. © Wohnglück.de

5. Spülmaschinentabs zur Ceranfeld-Reinigung

Ja, ihr habt richtig gehört. Auch Spülmaschinentabs könnt ihr im Notfall zur Reinigung eines stark eingebrannten Ceranfelds nutzen. Dazu zerbröselt ihr die Tablette und verrührt sie mit ein wenig Wasser. Den Brei gebt ihr auf die betroffenen Stellen und lasst es mehrere Stunden einweichen. Achtet darauf, dass die Paste nicht eintrocknet. Am besten sprüht ihr zwischendurch mit einem Zerstäuber Wasser drauf. Anschließend alles abwischen und mit frischem Wasser nachwischen.

Spülmaschinentabs
Mit Spülmaschinentabs könnt ihr nicht nur Geschirr reinigen, sondern auch ein Cerankochfeld. © Getty Images/iStockphoto

6. Backofenspray

Und weiter geht's mit zweckentfremdeten Haushaltsreinigern. Backofenspray eignet sich nicht nur für das Ofeninnere. Auch hartnäckigen Verkrustungen auf eurem Kochfeld könnt ihr damit zu Leibe rücken. Aufsprühen, warten bis Schaum entsteht und einwirken lassen. Wie lang steht auf der jeweiligen Anleitung.

Vorsicht! Passt auf, dass der Schaum nicht auf empfindlichen Oberflächen wie Holzarbeitsplatten stehen bleibt.

Nicht zu viel erwarten: Alle Mittel helfen gut gegen frische Verschmutzungen. Wurden die Flecken aber durch mehrfaches Erhitzen weiter eingebrannt, werden in der Regel einige Schlieren zurückbleiben.

Darauf solltet ihr beim Ceranfeldreinigen achten

Je aggressiver der Reiniger, desto eher solltet ihr beim Reinigen Handschuhe tragen. Besonders, wenn ihr zu allergischen Hautreaktionen neigt. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass ihr Reiniger, die mit Mikroplastik arbeiten, mit einem Küchentuch aufnehmen und wegwerfen solltet, statt das Mikroplastik beim Auswaschen des Lappens in die Kanalisation zu spülen.

Vorbeugen ist besser als schrubben

Leichter lösen sich Verkrustungen übrigens, wenn man das Kochfeld regelmäßig versiegelt. Das geht zum Beispiel ganz einfach mit einer Messerspitze Vaseline, die ihr mit einem Tuch einreiben könnt. Nach einer kurzen Einwirkzeit könnt ihr das Ganze dann mit einem Geschirrtuch nachpolieren und euer Kochfeld glänzt wie am ersten Tag.

Fazit: Welcher Ceranfeldreiniger hilft wirklich?

Ein Ceranfeld wieder zum Strahlen zu bringen, ist ganz leicht und schnell gemacht. Auch fiese Verkrustungen aus übergekochter Milch, Reiswasser oder Tomatensoßen lösen sich, wenn man die richtigen Mittel benutzt und ihr sie direkt einsetzt. Ob spezielle Ceranfeldreiniger, zweckentfremdete Haushaltsreiniger oder Hausmittel, ist dabei eher Geschmacksache.

Mit etwas Geduld wird euer Kochfeld mit allen Varianten wieder blitzblank. Und wenn ihr dabei noch die Umwelt schützen wollt, verzichtet ihr am besten auf Glaskeramikreiniger mit Mikroplastik.

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