Mit Glaskeramikreiniger Ceranfeld polieren
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Wohnen | Ratgeber

Ceranfeld-Kratzer: Was gegen verkratzte Kochfelder hilft

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Ceranfeld-Kratzer lassen sich langfristig auch bei richtiger Pflege kaum vermeiden. Wie die kleinen Kratzer entstehen und wie ihr sie mit einer optischen Täuschung nahezu unsichtbar machen könnt, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

Nichts ist ärgerlicher, als wenn auf dem neuen Ceranfeld der erste Kratzer aufblitzt. Durch was die Ceranfeld-Kratzer entstehen, wie ihr sie wieder unsichtbar machen könnt und warum der Begriff "Ceran" in diesem Zusammenhang häufig falsch benutzt wird, klären wir in diesem Ratgeber.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Was ist ein Cerankochfeld?

Der Begriff Cerankochfeld ist allen geläufig und fast jeder hat ein solches in seiner Küche. Wer nun bislang aber vermutet hat, dass die Kochplatte so heißt, weil sie aus "Ceran" besteht, liegt falsch. Bei "Ceran" handelt es sich streng genommen um einen registrierten und geschützten Markennamen der Mainzer Firma Schott AG, die darunter Glaskeramiken vertreibt, insbesondere Kochfelder.

Auch andere Hersteller produzieren Kochfelder für gewöhnlich aus Glaskeramik. Diese laufen jedoch nicht unter dem Namen Cerankochfeld, sondern Glaskeramikkochfeld, da der Begriff "Ceran" durch die Firma Schott geschützt ist. Die beiden Begriffe werden aber häufig synonym verwendet.

Warum wird Glaskeramik für Ceranfelder benutzt?

Glaskeramik ist ein Werkstoff oder ein spezielles Glas, das viel Wärmestrahlung durchlässt. Die Heizenergie kann nahezu ohne Wärmeverlust an Kochgefäße wie Töpfe oder Pfannen weitergeben werden. Dazu dehnt sich der Werkstoff beim Erhitzen kaum aus, ist temperaturbeständig und kann auch extremen Temperaturschocks standhalten.

Bei der Herstellung werden die Kochfelder in einem letzten Schritt nochmal ultrahoch erhitzt, auf 900 Grad Celsius. Dabei verändert sich zum Teil durch Kristallisierung die molekulare Zusammensetzung, was das Glas zu Glaskeramik macht. Es sieht zwar aus wie Glas, hat aber die Hitzebeständigkeit und Robustheit von Keramik.

Was zerkratzt ein Ceranfeld?

Wer schon mal ein neues Ceranfeld gekauft hat, kennt es: Die ersten Wochen wird nach jedem Kochen noch sauber abgewischt und mit dem Poliertuch nachgeholfen, bis die Platte wieder glänzt. Sobald aber der erste Kratzer drin ist, wird man auch mit der aufwendigen Pflege etwas nachlässiger. Der Grundstein für viele weitere Ceranfeld-Kratzer ist gelegt.

Und kleine Kratzer passieren schnell und das gar nicht mal unbedingt direkt durch Töpfe und Pfannen, wie häufig angenommen. Hersteller sind stets bemüht darum, den Pfannenboden so glatt wie möglich zu gestalten, damit genau das nicht passiert. Dazu ist der Boden von Kochgeschirr in der Regel auch nicht hart genug, um Ceranfeld-Kratzer zu verursachen.

Mikropartikel zerkratzen das Ceranfeld

Das eigentliche Problem sind Sandkörner und andere mineralische Mikropartikel, die auf dem Cerankochfeld landen. Zum Beispiel, wenn ihr...

  • das Kochfeld gelegentlich als Arbeitsplatte benutzt, um Einkäufe auszuräumen und ihr Obst- und Gemüse gekauft habt, das noch etwas erdig ist.
  • beim Kochen mit Salz, Zucker oder Pfeffer würzt und etwas daneben fällt.
  • das Ceranfeld mit einem schmutzigen Lappen abwischt.

Schiebt ihr dann Pfannen und Töpfe auf dem Ceranfeld hin und her, können die dazwischen liegenden Mikropartikel feine Kratzer verursachen. So lange, bis die Platte zu heiß wird und die Körner an der Topf- oder Pfannenunterseite anbrennen.

Helfen Hausmittel wie Zahnpasta gegen Ceranfeld-Kratzer?

Es gibt einige Hausmittel, mit denen man tatsächlich Kratzer aus Glas entfernen kann. Welche das sind haben wir euch in unserem Ratgeber "Kratzer aus Glas entfernen: Was wirklich gegen Glaskratzer hilft" gezeigt.

Auch Ceranfeld-Kratzer soll man mit Hausmitteln wegbekommen. Besonders beliebt ist der Zahnpasta-Trick: Eine kleine Portion auf die Stelle geben und mit einem feinen Baumwolltuch auftragen. Kleine Kunststoffpartikel in der Zahnpasta sollen das Glas rund um den Kratzer fein abtragen, so dass der Kratzer verschwindet.

Ob der Trick funktioniert, sei aber dahingestellt. Bei normalem Glas mag das funktionieren, weil es weicher ist. Glaskeramik ist jedoch sehr robust, weshalb diese Methode wahrscheinlich nicht hilft.

Wie kann man Ceranfeld-Kratzer entfernen?

Leider ist es so: Einmal Kratzer im Ceranfeld, immer Kratzer im Ceranfeld. So richtig entfernen könnt ihr die unschönen Stellen tatsächlich nicht. Doch keine Sorge, kleine Kratzer sind harmlos und beeinträchtigen die Funktion des Kochfelds in der Regel nicht.

Ihr könnt aber ein bisschen tricksen und den "Schönheitsfehler" quasi unsichtbar machen. Dazu verwendet ihr handelsübliche Glaskeramikpolitur.

Vor der Anwendung solltet ihr das Kochfeld gründlich mit Wasser und einem sauberen Lappen von Sandkörnern oder anderen Mikropartikeln befreien. Dann gebt ihr eine kleine Menge Glaskeramikpolitur auf das Kochfeld und poliert es in kreisenden Bewegungen. Dazu verwendet ihr am besten einen sauberen fusselfreien Lappen, zum Beispiel ein Microfasertuch.

Die Politur hat eine leicht schleifende Wirkung, welche die Kanten der Kratzer fein abschmirgelt, beziehungsweise poliert. Dadurch wird das darauf fallende Licht anders gebrochen, was die Kratzer weniger auffällig macht. Nach der Behandlung müsst ihr die Politur natürlich wieder sauber abwischen.

Tipp: Manchmal handelt es sich bei einem vermeintlichen Kratzer auch nur um eingebrannte Essensreste, die ihr am besten mit einem Ceranfeld-Schaber wegbekommt. Wenn das nichts hilft, könnt ihr zu speziellen Reinigern, aber auch Hausmitteln greifen. Welche das sind, erfahrt ihr in unserem Ratgeber "Ceranfeld reinigen - was hilft wirklich gegen hartnäckige Flecken?".

Ceranfeld mit Mikrofasertuch reinigen
Die Glaskeramikpolitur tragt ihr am besten mit einem weichen und sauberen Microfasertuch auf. So entstehen keine neuen Kratzer. © Getty Images/iStockphoto

Was tun, wenn das Ceranfeld gesprungen ist und Risse entstehen?

Beim Umzug nicht sorgfältig transportiert oder etwas über dem Ceranfeld fallen gelassen, schon ist ein großer Riss entstanden oder eine Ecke abgesprungen. Dann solltet ihr auf keinen Fall weiter darauf kochen, auch nicht auf den unversehrten Kochfeldern. Direkt unter der Glasoberfläche befindet sich die Elektronik und das kann gefährlich werden, wenn Flüssigkeiten in die Ritzen laufen.

Kann man die Risse im Glaskeramikkochfeld kleben?

Wer auf die Idee kommt, denn Riss einfach mit Sekundenkleber aufzufüllen, wird nicht weit kommen. Denn Kleber und Glaskeramik besitzen unterschiedliche thermische Eigenschaften. Während sich das Cerankochfeld bei Hitze nicht ausdehnt, kann der Kleber seine Form verändern und den Riss nicht richtig abdichten.

Habt ihr ein neues Kochfeld erworben und das Glas war bereits bei der Lieferung gesprungen, wendet euch am besten gleich an den Kundendienst des jeweiligen Herstellers und fragt nach, welche Umtausch-Möglichkeiten es gibt. Wenn ihr ein kaputtes Kochfeld entsorgen wollt, könnt ihr das über den Sperrmüll tun. Elektronische Geräte müsst ihr aber in der Regel extra bei der örtlichen Stadtreinigung anmelden.

Wie kann man Kratzer im Ceranfeld vermeiden?

Ceranfeld-Kratzer werdet ihr langfristig nicht vermeiden können. Mit regelmäßiger Pflege und folgenden Tipps, könnt ihr ihnen aber vorbeugen:

  • Kein Aluminium- und Kupfergeschirr verwenden. Sie können schimmernde Schlieren verursachen.
  • Verwendet Töpfe aus Edelstahl, Stahlemaille und solche mit leicht konkavem Boden.
  • Kochfeld abdecken, wenn es nicht zum Kochen und stattdessen als Arbeitsplatte benutzt wird.
  • Töpfe und Pfannen immer anheben, nicht über das Ceranfeld ziehen.
  • Verwendet keine aggressiven und scheuernden Reiniger. Auch auf Spülmittel solltet ihr verzichten.
  • Ceranfeld nicht mit kratzigen Edelstahl-Schwämmen reinigen.
  • Reinigt das Ceranfeld regelmäßig, damit keine Sandkörner darauf liegen bleiben.

Weitere hilfreiche Pflegetipps seht ihr in diesem Video:

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