Fröhliche Familie zieht ein in ihr neues Haus
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Bauen | News

Staatliche Förderung: Wohnungsbauprämie steigt ab 2021

Eva Dorothée Schmid

Eine gute Nachricht für Bausparer und alle, die für Wohneigentum sparen wollen: 2021 steigt die Wohnungsbauprämie. Es ist die erste Erhöhung seit 1996. Sie könnte dazu beitragen, dass sich gerade junge Menschen wieder eher ein Eigenheim leisten können.

Die Wohnungsbauprämie ist besonders für junge Menschen der entscheidende Anschub, auf eine eigene Immobilie zu sparen. In den vergangenen Jahren haben aber immer weniger Menschen von ihr profitiert, weil die Einkommensgrenzen seit 1996 unverändert blieben, die Löhne seitdem aber kräftig gestiegen sind. Nun hat nach dem Bundestag auch der Bundesrat eine Erhöhung der Wohnungsbauprämie ab 2021 beschlossen.

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Die staatliche Förderung, die bislang als Zuschuss in Höhe von 8,8 Prozent der Aufwendungen für Bausparbeiträge sowie Zinsen auf erspartes Guthaben gezahlt wird, erhöht sich auf 10 Prozent. Statt wie bisher 45 Euro Prämie für ein Sparvolumen von jährlich 512 Euro erhalten die Bürger ab Januar 2021 maximal 70 Euro für 700 Euro angespartes Eigenkapital. Auch wer Anteile an einer Bau- und Wohnungsgenossenschaft erwerben will, wird mit dem höheren Prämiensatz gefördert.

Die verbesserte Förderung gilt nicht nur für neu abgeschlossene Bausparverträge. Auch wer bereits einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, erhält die höhere Prämie auf geleistete Einzahlungen automatisch ab dem Sparjahr 2021.

Kein wirklicher Anstieg

Bei der Erhöhung handelt es sich allerdings lediglich um die Wiederherstellung des früheren Wertes. Die Wohnungsbauprämie war 2004 von 10 auf 8,8 Prozent abgesenkt worden. Diese Absenkung wird nun rückgängig gemacht.

Die Wohnungsbauprämie gibt es bereits seit 1952. Der Zuschuss soll dazu beitragen, dass auch Menschen mit einem nicht allzu üppigen Einkommen sich zumindest ein kleines Vermögen für einen späteren Immobilienerwerb aufbauen können.

Einkommensgrenzen steigen

Die Einkommensgrenzen für die Förderberechtigung steigen ebenfalls: für Alleinstehende von bislang 25.600 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen auf 35.000 Euro. Das entspricht einem Plus von 36 Prozent. Für Verheiratete steigt der Grenzwert von 51.200 Euro auf 70.000 Euro.

Damit profitieren künftig mehr Personen von der staatlichen Förderung. Teilweise hatten selbst Berufsanfänger schon keinen Anspruch mehr auf die Prämie, weil sie zu viel verdienten. Anfang der 2000er-Jahre wurden im Bundeshaushalt für die Wohnungsbauprämie noch rund 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. In den Haushalten 2018 und 2019 war mit 223 Millionen Euro nicht einmal mehr die Hälfte veranschlagt.

Das Marktforschungsinstitut Empirica geht in einer Studie davon aus, dass die Erhöhung dazu führt, dass rund 1,4 Millionen Bundesbürger mehr zusätzlich sparen.

Bausparkassen begrüßen die Anhebung der Wohnungsbauprämie

"Mit der Entscheidung der großen Koalition, die Wohnungsbauprämie zu verbessern, wurde ein wichtiges Signal für die Wohneigentumsbildung in unserem Land gesetzt." Das erklärte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Bernd Hertweck. Die Wohnungsbauprämie sei für viele Sparer der entscheidende Impuls für einen langfristig orientierten Eigenkapitalaufbau. Für normalverdienende Haushalte werde es wieder leichter, sich einen Lebenstraum zu erfüllen, so Hertweck. Derzeit ist es so, dass sich immer weniger junge Deutsche eine Immobilie kaufen.

Laut Hertweck ist mangelndes Eigenkapital heute das größte Hindernis auf dem Weg zum Wohneigentum. Niedrige Bauzinsen seien dafür kein Ersatz – zumindest nicht für Normalverdiener. Hertweck: "Wer Wohnungsbauprämie bekommt, spart im Schnitt bei gleichem Einkommen deutlich mehr als sonst üblich." Mehr Gespartes bedeute weniger Schulden und damit eine geringere monatliche Belastung. Mit der verbesserten Ansparhilfe könnten gerade junge Menschen und Familien den Schritt in die eigenen vier Wände wieder schaffen.

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