Wasserdampfkamin von Faber aus der e-MatriX Linear-Reihe.
© Faber

Wohnen | Pro/Contra-Liste

Wasserdampfkamin: Der perfekte Elektrokamin?

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ein Wasserdampfkamin simuliert Feuer mit Wasser. Klingt seltsam, funktioniert aber super. Eine Übersicht, wie genau das geht, was die Technik kann und was so ein Elektrokamin mit Wasserdampf kostet.

Bei einem Wasserdampfkamin ziehen sich zwei eigentliche Gegensätze an. Denn mit Hilfe eines Wassernebels wird ein täuschend echtes Flammenspiel nachgebildet – und das ohne jedes Feuer. Wie das funktioniert, welche Vorteile und Nachteile ein Elektrokamin hat und was er kostet, das lest ihr hier.

Wie funktioniert ein Wasserdampfkamin?

Wenn Elektrokamine mit Wasserdampftechnik arbeiten, heißen sie oft auch "Opti-myst-Kamine" oder "Mystic Fires". Unabhängig von der Bezeichnung ist die Funktionsweise immer dieselbe.

In einem Tank befindet sich Wasser. Das wird über einen Ultraschallvernebler verdampft – eine Technik, die ursprünglich aus dem Bereich der Luftbefeuchter stammt. Über kleine Ventilatoren wird der Wasserdampf verwirbelt und nach außen geführt.

Durch ebenfalls verbaute Lampen wird der Wasserdampf gleichzeitig farbig angestrahlt. So entsteht ein täuschend echtes Flammenbild. Um die Illusion des Feuers noch zu verstärken, ist in manchen Elektrokaminen mit Wasserdampf noch eine beleuchtete Holzattrappe verbaut.

Zum Betrieb muss der E-Kamin lediglich mit Wasser befüllt werden. Dazu sollte eine Steckdose in der Nähe sein. Das war's auch schon. Je nach Größe des Wassertanks könnt ihr so rund fünf bis zehn Stunden das künstliche Feuer genießen. Es gibt sogar Modelle mit einem festen Wasseranschluss.

Wie gesagt: Hier wird Wasser zum absolut ungefährlichen Feuer, wie ihr in diesem Video sehen könnt:

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Achtung: Manche Hersteller weisen darauf hin, dass gerade kleine Kinder den Unterschied nicht wahrnehmen. Passt also auf, dass eure Kleinen echtes Feuer nicht mit dem künstlichen aus dem Wasserdampfkamin verwechseln – und dann im schlimmsten Fall hineinfassen wollen, weil sie es so von zu Hause kennen.

Diese Modellvarianten gibt es bei einem Wasserdampfkamin

Einen Elektrokamin, der Wasserdampf zur Erzeugung des Flammenspiels nutzt, gibt es in folgenden Varianten:

  • als Einsatz in einen bestehenden Kamin. Der Einsatz ist eine meist vormontierte Einheit, die ihr nur noch an die gewünschte Stelle platziert und an die Steckdose anschließt. Das kann ein Kamin sein, ist aber nicht zwingend notwendig. In den allermeisten Fällen besitzen diese Einsätze aber keine Heizfunktion.
  • als kompletten Fertigkamin. Hier bekommt ihr neben der technischen Einheit auch noch einen Kamin drumherum. Die Fertigkamine haben zwei Vorteile: Im Inneren des Kamins sorgt ein eingebauter Lüfter für eine stärkere Verwirbelung des Wasserdampfes. Das macht die künstlichen Flammen optisch noch ansprechender. Und: Fast jeder Fertigkamin funktioniert auch als Elektroheizung.

Fertigkamine gibt es dabei in allen erdenklichen Varianten, vom klassischen "Landhaus"-Kamin bis hin zur modernen, von mehreren Seiten einzusehenden Modellen. Es gibt sogar Geräte, bei denen wird die Illusion eines knisternden Kaminfeuers noch durch kleine Lautsprecher ergänzt. Diese ahmen dann das Prasseln eines echten Feuers nach.

Detailansicht der künstlichen Glut eines Wasserdampfkamins.
Täuschend echtes Flammenbild: Das Feuer in Wasserdampfkaminen (hier ein Modell aus der e-MatriX Linear-Reihe von Faber) ist von echter Glut kaum zu unterscheiden. © Faber

Was ist bei Kauf und Betrieb eines Wasserdampfkamins wichtig?

Gehen wir mal von einem kompletten, mit Wasserdampf betriebenen Elektrokamin aus. Dann solltet ihr folgende Dinge beachten:

Steuerung: Lässt sich die Flammenhöhe variieren? Gibt es eine Steuerung per App über das Smartphone oder wenigstens eine Fernbedienung? Wo befinden sich die manuellen Bedienelemente? Und sind diese als solche zu erkennen oder gut verdeckt? Lassen sich Flamme und Heizung separat regeln? Die Steuerung eines Elektrokamins ist kein Hexenwerk, sollte aber so komfortabel wie möglich sein.

Störgeräusche: Bei einem Wasserdampfkamin gibt es meist mehrere Lüfter. Die sorgen entweder für die Verteilung des Wasserdampfes oder pusten die erzeugte Wärme in den Raum. So ein Lüfter kann – ihr kennt das vielleicht von eurem Computer – aber manchmal auch ziemlich störende Betriebsgeräusche machen.

Befüllung mit Wasser: Eine Frage, die ganz häufig auftaucht: Mit welchem Wasser wird der Kamin befüllt? Die Antwort: Es kommt auf das Modell an. Manche Hersteller empfehlen destilliertes Wasser. Andere raten genau davon ab. Grundsätzlich für alle funktioniert weiches, entkalktes Leitungswasser. Dazu haben wir einige Tipps, wie ihr zu weicherem Wasser kommt.

Zusatzfunktionen: Verschiedene Farben für die Flammen. Eine Ablage für Echtholz. Oder auch gute Lautsprecher, die das Echtholz-Knistern abspielen. Es gibt eine Menge zusätzlicher Features, die so ein Wasserdampfkamin haben kann. Manches ist Spielerei, manches sinnvoll. Entscheidet hier am besten selbst.

Heizfunktion: Als Zusatzheizung ist so ein E-Kamin ganz sinnvoll. Es gibt unterschiedliche Leistungsstufen, üblicherweise liegen sie zwischen 1.000 und 2.000 Watt. Gute Modelle haben einen thermischen Überhitzungsschutz (Gerät schaltet sich automatisch ab) und sind GS-/CE-zertifiziert. Bei derzeitigen Durchschnittskosten von rund 31 Cent pro Kilowattstunde kostet euch der Heizbetrieb eines 2.000-Watt-Gerätes rund 62 Cent pro Stunde. Klingt erst einmal sehr günstig, aber Achtung vor dem Dauerbetrieb! Was ihr beim Heizen mit Strom alles beachten solltet, das lest gern hier nach:

Was kostet ein Wasserdampfkamin?

Größe, Verarbeitung, Material und auch die Funktionalität spielen bei der Preisfindung eines Elektrokamins mit Wasserdampf eine große Rolle. Als ungefähre Werte müsst ihr beim Kauf mit folgenden Kaufkosten rechnen:

  • Wasserdampfkamin als Kamineinsatz: ab ca. 500 Euro
  • Wasserdampfkamin als Fertigkamin: ab ca. 1.200 Euro

Aber das sind, wie gesagt, nur absolute Richtpreise. Nach oben sind preislich kaum Grenzen gesetzt, Spitzenmodelle kosten auch schon mal um die 5.000 Euro. Wenn es um die Kosten geht, müsst ihr neben dem Anschaffungspreis auch die Betriebskosten bedenken. Für den Feuereffekt ist lediglich weiches Leitungswasser nötig. Diese Kosten könnt ihr vernachlässigen. Beschränkt ihr den Kamin auf seine optische Funktion, kommen noch die Stromkosten dazu. Aber auch die bewegen sich im Cent-Bereich. Erst die zusätzliche Heizfunktion verteuert das Vergnügen.

Pro Wasserdampfkamin: Die Vorteile

Neben der tollen Optik sprechen noch ein paar Argumente für den Wasserdampf-Elektrokamin:

  • Der Wasserdampf wird in den Raum abgegeben. Das kann im Winter trockener Heizungsluft entgegenwirken, ihr benötigt dann im besten Fall keinen Luftbefeuchter mehr.
  • Wasserdampfkamine sind eine wirklich saubere Sache, es gibt keine Asche und keinen Rauch.
  • Nur Wasser und Strom aus der Steckdose statt Holz oder Ethanol. Für die Installation braucht ihr keine Genehmigung und auch keinen extra Anschluss.

Contra Wasserdampfkamin: Die Nachteile

Aber ein paar weniger gute Seiten hat diese Version des Elektrokamins leider auch:

  • Ihr benötigt für den Betrieb einen Stromanschluss. Der muss sich in der Nähe des Kamins befinden. Sonst müsst ihr mit Verlängerungskabeln arbeiten – und das ist doch eher unschön.
  • So ein Kamin ist wie ein Möbelstück. Er steht das ganze Jahr an derselben Stelle, auch wenn er vielleicht nur im Winter eingeschaltet wird.
  • Als Zusatzheizung geht so ein E-Kamin gerade noch durch. Als Haupt-Wärmequelle oder gar Dauerheizung eher nicht.

Wasserdampfkamin selber bauen: DIY-Anleitung

Zum Schluss noch etwas für Spezialisten. Die einzelnen Teile für einen Wasserdampfkamin könnt ihr auch im Baumarkt oder Elektrofachhandel kaufen – und euch dann selbst einen Kamin bauen. Klingt etwas abenteuerlich, ist aber machbar, wie dieses Video zeigt. Aber wie gesagt: Nur etwas für Spezialisten ...

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Unser abschließender Tipp: Kein Rauch ohne Feuer? Von wegen! Noch mehr Infos zu Kaminen ohne Schornstein findet ihr hier:

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