Paar trägt Sofa in einen Möbeltransporter
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Wohnen | Listicle

Umzugshelfer engagieren: 9 Anfängerfehler, die ihr vermeiden solltet

Lisa Gutknecht

Der reibungslose Ablauf eines Umzugs steht und fällt mit den Umzugshelfern. Sie können Umzugskosten senken und euch viel Arbeit abnehmen – vorausgesetzt, ihr seid gut vorbereitet. Neun typische Fehler, die ihr beim Engagieren von Umzugshelfern meiden solltet.

Ein Umzug sollte bestenfalls schnell, unkompliziert und günstig über die Bühne gehen. Die gründliche Vorbereitung ist deshalb das A und O. Zu Beginn der Umzugsorganisation steht die Grundsatzentscheidung, ob ihr die anfallenden Arbeiten wie Abbau, Transport und Montage in Eigenregie erledigen oder ein Umzugsunternehmen engagieren wollt.

Fällt die Wahl auf einen Privatumzug, macht es in jedem Fall Sinn Umzugshelfer zu engagieren. Entweder holt ihr euch Gratis-Unterstützung aus dem Bekanntenkreis oder bucht (zusätzlich) Profis, die ihr für ihren Einsatz entlohnt.

So oder so solltet ihr diese neun typischen Fehler vermeiden, damit euer Umzug reibungslos abläuft – und weder Möbel noch Helfer zu Schaden kommen.

1. Fehler: Sich zu spät um Umzugshelfer bemühen

Umzugshelfer zu engagieren, sollte ganz oben auf eurer To-Do-Liste stehen, sobald das Umzugsdatum feststeht – insbesondere natürlich, wenn der Termin kurzfristig ist. Doch auch wenn ihr erst in ein paar Monaten umzieht schadet es nicht, schon einmal Dienstleister anzufragen oder ein "Save the date" an Freunde und Familie zu senden. So habt ihr im Zweifelsfall genug Luft, euch um Ersatz zu bemühen, falls jemand keine Zeit hat.

Tipp: Erinnert eure Umzugshelfer ein bis zwei Wochen vor dem großen Tag unbedingt noch einmal an den Termin. Versorgt sie außerdem mit allen wichtigen Infos wie Treffpunkt und Uhrzeit. Falls jemand Werkzeug mitbringen oder euch beim Streichen unterstützen soll, ist dies ebenfalls der richtige Zeitpunkt, einen Reminder zu verschicken.

2. Fehler: Die Anzahl der Umzugshelfer falsch einschätzen

Habt ihr zu viele Umzugshelfer vor Ort, kann schnell Chaos ausbrechen. Sind andererseits zu wenig Akteure im Einsatz, wird ein Umzug nicht nur anstrengender, sondern dauert auch umso länger. Schätzt die Lage also von Anfang an realistisch ein. Folgende Fragen helfen euch als Anhaltspunkte:

  • In welchem Stockwerk wohnt ihr aktuell und in Zukunft?
  • Müssen besonders schwere Gegenstände transportiert werden wie Waschmaschine oder Sofa?
  • Wie viele Fahrer werden gebraucht?
  • Muss in der alten Wohnung noch gepackt werden?
  • Soll in der neuen Wohnung bereits aufgebaut werden?

Pro Etage könnt ihr einen Helfer einplanen, so lässt sich eine Kette bilden. Hinzu kommt ein Helfer zum Be- und Entladen des Fahrzeugs. Fürs Tragen schwerer Gegenstände solltet ihr mindestens zwei bis drei starke Umzugshelfer vor Ort haben. Plus optional ein bis zwei Personen zum Packen sowie für den Aufbau. Allerdings sollte in der alten Wohnung so wenig wie möglich zu tun sein. Bereitet euch lieber gut vor.

Beispiel: Für einen Umzug aus dem 3. Stock in den 2. Stock sind fünf Helfer ein guter Maßstab.

Beachtet allerdings, dass es immer zu Krankheitsausfällen kommen kann. Es lohnt sich also, ein bis zwei Umzugshelfer in petto zu haben, denen ihr im Zweifelsfall kurzfristig absagt.

Viele fleißige Helfer sind bei den meisten Umzügen unerlässlich. © Getty Images

3. Fehler: Die erstbesten Umzugshelfer akquirieren

Wer Freunden und Verwandten (noch) einen Umzug ersparen will, kann die Dienste von Profis in Anspruch nehmen. Es gibt Umzugsservices und studentische Arbeitsvermittlungen, bei denen ihr Helfer buchen könnt oder aber ihr schaut online über Kleinanzeigen-Portale und in sozialen Netzwerken.

Ein typischer Fehler ist, sich hier für das erstbeste Angebot zu entscheiden – gerade, wenn es zeitkritisch wird. Vergleicht Preise, wägt ab, bei wem ihr euer Hab und Gut in sicheren Händen seht und wie viel ihr für die Unterstützung ausgeben möchtet. Fragt auch unter Freunden und Kollegen, die bereits umgezogen sind, nach guten Tipps für vertrauenswürdige Umzugsservices oder Helfer.

Günstige Umzugshelfer gibt es bereits ab 10 Euro pro Stunde. Dazu kommt häufig noch eine Vermittlungsgebühr, so dass ihr im Regelfall bei maximal 20 bis 40 Euro pro Umzugshelfer und Stunde landet.

In vielen Fällen gibt es eine Mindesteinsatzzeit oder Pauschalpreise pro Tag. Andere Dienstleister berechnen wiederum nur die geleisteten Stunden. Achtet also genau auf die angebotenen Konditionen.

4. Fehler: Zu viele "Amateure" als Umzugshelfer engagieren

Besonders günstig kommt ihr weg, wenn Freunde, Nachbarn und Verwandte als Umzugshelfer in Aktion treten. Doch nicht jeder, mit dem man im Alltag durch dick und dünn geht, entpuppt sich auch als guter Möbelpacker. Den Umzug möglichst schnell und unkompliziert über die Bühne zu bringen, sollte für euch Priorität haben.

Überlegt euch im Vorhinein also genau, wer aus dem Freundes- und Familienkreis für euren Umzug in Frage kommt: Wer kann besonders schwer tragen? Wer hat ein Talent im Beladen des Fahrzeugs und wem könnt ihr ruhigen Gewissens den Aufbau in der neuen Wohnung überlassen? Stellt euch so eure individuelle Umzugstruppe zusammen.

Umzugshelfer stoßen nach getaner Arbeit an
Helfer sind beim Umzug Gold wert – wenn sie wissen, was zu tun ist. © Getty Images/Hero Images

Helfer sind beim Umzug Gold wert – wenn sie wissen, was zu tun ist.

5. Fehler: Keinen Umzugschef bestimmen

Viele Köche verderben den Brei. Gleiches gilt für einen Umzug. Mischen zu viele dominante Akteure mit, kommt Chaos auf. Es muss eine Person geben, die den Überblick behält und bei Unklarheiten weiß, was zu tun ist:

  • Welcher Helfer positioniert sich wo?
  • Wo sollen Kisten und Möbel abgestellt werden?
  • Welche Transportgüter haben Priorität oder sind besonders fragil?

Der Umzugschef oder die Umzugschefin behält im besten Fall immer einen kühlen Kopf und verteilt gleich zu Beginn des Umzugs die verschiedenen Rollen und Aufgaben.

6. Fehler: Die Versicherung von Helfern und Möbeln vergessen

Mit privaten Helfern den Umzug zu stemmen, ist eine günstige Option. Was ihr in dem Fall aber nicht vergessen dürft: Bei Schäden oder Unfällen tragt ihr als Mieter die finanzielle Belastung komplett selbst. Sofern durch Freunde oder Verwandte etwas zu Bruch geht, handelt es sich nämlich um so genannte "Gefälligkeitsschäden". Die solltet ihr bei eurer Haftpflichtversicherung mit absichern.

Doch auch wenn ihr eure Umzugshelfer entlohnt, sind durch sie verursachte Schäden nicht automatisch versichert. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende schriftliche Vereinbarung.

Im Falle eines Unfalls haftet der Umziehende übrigens nur, wenn er an der Verletzung des Helfers die Schuld trägt.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, klärt vorab die Versicherungslage mit seiner zuständigen Haftpflichtversicherung. Ein Anruf kann euch im Zweifelsfall viel Geld sparen.

Habt ihr ein professionelles Umzugsunternehmen beauftragt, müsst ihr euch hingegen keine Gedanken machen. Eine Transportversicherung ist grundsätzlich inklusive – zumindest bis zu einem Wert von 620 Euro pro Kubikmeter.

7. Fehler: Logistische Herausforderungen nicht bedenken

Euer Hab und Gut ist zum Abtransport bereit und die Umzugshelfer sind instruiert – was kann da noch schief gehen? Vieles: Der Umzugskarton reißt, die Couch passt nicht durchs Treppenhaus und vor der Haustür ist kein Parkplatz frei. Ein Umzug birgt viele Stolpersteine. Die meisten davon könnt ihr umgehen, indem ihr jedes Detail bedenkt, vom Gewicht der Kisten über die Maße von Türen und Treppenhaus bis hin zur Halteverbotszone.

Tipp: Geht den Umzug in Gedanken Schritt für Schritt durch. Wo sind mögliche Herausforderungen? Was könnte schief laufen und wie könnt ihr die größten Hürden umschiffen?

Paar trägt sperriges Möbelstück durch enges Treppenhaus
Ein zu enges Treppenhaus kann den Umzug schnell erschweren. © Getty Images/Cultura RF

8. Fehler: Den Aufbau im neuen Zuhause unkoordiniert lassen

Sind Kartons und Möbel erstmal sicher verstaut im Transporter, ist die Arbeit geschafft? Von wegen! Viele Umziehende vergessen im Rahmen ihrer Vorbereitungen die Situation in der Zielwohnung. Fragt euch vorab:

  • Was passiert, wenn der Helfertrupp im neuen Zuhause ankommt?
  • Wo sollen die Umzugskartons abgestellt werden?
  • Wer hat vor Ort welche Aufgaben – vom Entladen über die Montage bis hin zum Auspacken?

Lasst ihr das Geschehen unkoordiniert, endet der bis dahin so vorbildlich organisierte Umzug nur im Chaos. Dabei seid ihr doch auf der Zielgeraden – jetzt also nicht nachlassen!

9. Fehler: Nicht an die Verpflegung der Umzugshelfer denken

Ein Kardinalfehler, der euch auf keinen Fall unterlaufen sollte: Eure Umzugshelfer mit knurrendem Magen und trockener Kehle die Kisten schleppen lassen. Stellt für jeden eine Flasche Wasser und Snacks bereit, die schnell Energie liefern.

Nach getaner Arbeit kann es außerdem nicht schaden, gemeinsam auf die erfolgreiche Umzugsaktion anzustoßen.

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