Mutter mit Tochter winkt über Gartenzaun Nachbar zu
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Wohnen | News

Neue Studie: Wo sich Nachbarn schätzen und helfen

Katharina Schneider

Wie es um die Nachbarschaft in Deutschland steht, und ob die Coronkrise etwas am Verhältnis zu den Nachbarn geändert hat, zeigt eine neue Studie. Außerdem: In welcher deutschen Stadt ist das Verhältnis der Nachbarn besonders gut – und in welcher besonders schlecht?

Ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zu ihren Nachbarn ist den Deutschen wichtig. Das hat eine Studie schon im vergangenen Jahr ergeben. Aber hat sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie etwas am nachbarschaftlichen Verhältnis geändert? Und wie steht es allgemein um die Nachbarschaft in Deutschland? Das Edeka-Nachbarschaftsbarometer gibt darüber Aufschluss. Für die Studie wurden mehr als 3.000 Bürgerinnen und Bürger im März befragt. Außerdem sollten in einer zweiten Befragung mit 750 Teilnehmern Mitte Mai die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachbarschaft festgestellt werden.

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Was gehört zur guten Nachbarschaft?

Die Mehrheit der Befragten (56 Prozent) schätzt hilfsbereite Nachbarn. Außerdem ist Freundlichkeit und ein freundlicher Umgang miteinander (25 Prozent) ein Zeichen für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Elf Prozent der Befragten gaben außerdem "Rücksichtnahme" als Zeichen für eine gute Nachbarschaft an.

Wie wohl fühlen sich die Deutschen mit ihren Nachbarn?

Rund zwei Drittel der Befragten fühlt sich in der Nachbarschaft wohl oder sehr wohl. Davon gab ein Viertel an, sich sehr wohl zu fühlen. 44 Prozent der Befragten fühlen sich laut der Umfrage wohl. Nur zwei Prozent gaben an, sich überhaupt nicht wohl zu fühlen.

Wo begegnen sich Nachbarn am häufigsten und wie eng ist der Kontakt?

Die meisten Befragten begegnen ihren Nachbarn am häufigsten auf der Straße oder im Hof (83 Prozent). Im Hausflur treffen außerdem 54 Prozent der Nachbarn aufeinander. Und auch beim Einkaufen begegnen sich oft Menschen, die nebeneinander wohnen – 41 Prozent der Befragten treffen ihre Nachbarn auch im Supermarkt.

Immerhin 16 Prozent der Befragten haben einen engen oder sogar sehr engen Kontakt mit ihren Nachbarn. Auch wenn der Kontakt bei 38 Prozent nicht sehr eng ist, sind davon doch mehr als die Hälfte offen für ein engeres Verhältnis.

Wie viel engagieren sich die Deutschen in der Nachbarschaft – auch während der Corona-Pandemie?

In normalen Zeiten engagieren sich 18 Prozent der Befragten häufig oder sehr häufig für ihre Nachbarschaft. Der größere Teil – 42 Prozent – tut das hingegen selten oder nie. Auffällig: Ältere Befragte engagieren sich dabei mehr als jüngere.

Während des Lockdowns sank das sehr häufige Engagement für die Nachbarschaft auf die Hälfte (neun Prozent). Eine mögliche Erklärung: Die Hygiene- und Abstandsregeln.

29 Prozent der Befragten haben ihren Nachbarn aber eigenen Angaben nach während dieser Zeit geholfen. Meistens geschah das durch Gespräche (61 Prozent) und das Übernehmen von Einkäufen (56 Prozent). 15 Prozent der Befragten gehen außerdem davon aus, dass ihr Verhältnis zu den Nachbarn durch die Coronakrise langfristig besser wird.

Wo in Deutschland ist das Verhältnis zu den Nachbarn besonders gut?

Um das herauszufinden, wurde ein Nachbarschaftsranking erstellt. Das besteht aus vier Faktoren:

  • Einstellung zu Nachbarschaft,
  • Ist-Beurteilung von Nachbarschaft,
  • eigener Beitrag zur Nachbarschaft und
  • Rahmenbedingungen für Nachbarschaftsengagement.

Dabei bedeutet ein Indexwert von mehr als 110 eine sehr hohe Nachbarschaftlichkeit, ein Wert zwischen 100 und 110 eine hohe Nachbarschaftlichkeit und ein Wert von unter 100 eine mittlere Nachbarschaftlichkeit.

Wenig überraschend: Das Verhältnis zu den Nachbarn auf dem Land ist besser als in der Großstadt. In Städten und Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern liegt der Index bei 106,9. In Städten über 100.000 Einwohnern nur bei 96,3.

Überraschend: In den Städten zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern ist man offenbar weniger nachbarschaftlich unterwegs als in Metropolen. Hier liegt der Index lediglich bei 93,6.

  • Rang
  • Stadt
  • Wert im Nachbarschaftindex
  • 1.
  • Frankfurt am Main
  • 111
  • 2.
  • Stuttgart
  • 110,6
  • 3.
  • München
  • 106,8
  • 4.
  • Dresden
  • 103,6
  • 5.
  • Hamburg
  • 103,1
  • 6.
  • Berlin
  • 102,8
  • 7.
  • Rostock
  • 98,4
  • 8.
  • Bremen
  • 97,7
  • 9.
  • Köln
  • 96,4

Nachbarschaftsindex von neun deutschen Städten laut dem Edeka-Nachbarschaftsbarometer. Das Total der Befragten definiert die Norm von 100. Alle Werte darüber weisen einen hohen, alle Werte darunter einen niedrigeren Index aus.

Was den Ländervergleich angeht, ist die Nachbarschaft laut Umfrage in Brandenburg am besten (107,7). Danach folgen Niedersachsen (106,9), Hamburg (103,1), Berlin (102,8), Baden-Württemberg (102,4) und Hessen (101,5). Wenig nachbarschaftlich geht es hingegen im Saarland (88,3) und in Rheinland-Pfalz (87,5) zu. Das als sehr gesellig geltende Nordrhein-Westfalen landet nur im Mittelfeld (99,6).

Schlecht im Nachbarschaftsindex schneidet auch die größte – und als Kuschelstadt verschrieene – Metropole des Bundeslands ab. Im Städtevergleich erreicht Köln mit 96,4 im Index den neunten Platz. In Frankfurt am Main ist das Verhältnis mit den Nachbarn dafür offenbar sehr gut.

Wie stellen sich die Deutschen den perfekten Nachbarn vor? Auch darüber gibt eine Studie Auskunft:

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