Mann liest Stromzähler ab
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Deutsche Haushalte verbrauchen immer mehr Strom

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Statt immer weniger verbrauchen die deutschen Privathaushalte seit 2012 immer mehr Strom. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Die meiste Energie geht dabei für die Heizung drauf.

Die privaten Haushalte in Deutschland haben 2019 mehr Energie fürs Wohnen verbraucht als im Vorjahr. Temperaturbereinigt waren es insgesamt 722 Milliarden Kilowattstunden. Das sind rund 1,1 Prozent oder acht Milliarden Kilowattstunden mehr als 2018, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Damit setzt sich ein Trend fort: Während der Verbrauch zwischen 2000 und 2012 um 14,5 Prozent zurückging, nimmt er seitdem tendenziell zu und lag 2019 um 10 Prozent höher als 2012.

Heizen verbraucht in Privathaushalten am meisten Energie

Der größte Anteil des Energieverbrauchs in privaten Haushalten fällt für die Raumwärme, also das Heizen, an. 2019 machte Heizen einen Anteil von 70,7 Prozent des temperaturbereinigten Gesamtverbrauchs aus. Das waren 6,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2000.

Gerade beim Heizen gibt es aber noch viel Einsparungspotenzial durch die energetische Sanierung, also das Dämmen oder den Einsatz einer moderneren, effizienteren Heizung.

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Die Verteilung des Energieverbrauchs auf die weiteren Anwendungsbereiche hat sich langfristig weniger stark verändert. 2019 entfielen auf

  • die Erzeugung von Warmwasser 14,7 Prozent,
  • den Betrieb sonstiger Haushalts- und Elektrogeräte 7,8 Prozent,
  • die Prozesswärme, also die hauptsächlich fürs Kochen eingesetzte Energie, 5,4 Prozent,
  • die Beleuchtung 1,4 Prozent.
Kreisdiagramm zum Energieverbrauch in Privathaushalten

Einfamilienhaushalte verbrauchen pro Kopf am meisten Energie

Im Schnitt verbrauchte 2019 jeder der knapp 41 Millionen Haushalte in Deutschland 17.678 Kilowattstunden für die verschiedenen Anwendungsbereiche des Wohnens. Betrachtet man den Energieverbrauch nach Haushaltsgrößen, werden die Synergieeffekte durch das Zusammenleben mehrerer Personen in einem Haushalt deutlich.

Ein Einpersonenhaushalt verbrauchte durchschnittlich 12.125 Kilowattstunden, ein Zweipersonenhaushalt aber lediglich 18.817 Kilowattstunden, also gut eineinhalbmal so viel Energie. Ein Haushalt mit drei oder mehr Personen verbrauchte hingegen durchschnittlich 25.492 Kilowattstunden und damit nur etwa das Doppelte eines Einpersonenhaushalts.

Damit lässt sich der immer höhere Stromverbrauch in Deutschland auch mit der steigenden Zahl an Einpersonen-Haushalten erklären.

Anteil der erneuerbaren Energien gestiegen

Unter den verschiedenen Energieträgern haben im Bereich Wohnen die erneuerbaren Energien 2019 leicht an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil am temperaturbereinigten Energieverbrauch der privaten Haushalte stieg auf 15,1 Prozent. Das sind 1,1 Prozentpunkte mehr als 2018.

Hierbei spielt Biomasse (darunter vor allem Holz) die bedeutendste Rolle. Sie machte mit 78,1 Prozent den größten Anteil an den erneuerbaren Energien aus. Auf Solarthermie, Umweltwärme und Geothermie zusammen entfiel mit insgesamt 21,9 Prozent ein deutlich geringerer Anteil.

Auch der Anteil der Fernwärme wuchs 2019 leicht und stieg auf 8,3 Prozent. (+0,3 Prozentpunkte gegenüber 2018). Hingegen fielen 2019 die Anteile von Mineralöl und Strom am Gesamtenergieverbrauch leicht auf 17,2 Prozent beziehungsweise 17,6 Prozent (-0,3 beziehungsweise -0,4 Prozentpunkte gegenüber 2018).

Die privaten Haushalte deckten 2019 ihren Wohn-Energiebedarf weiterhin überwiegend durch Gas, welches 41,2 Prozent des Gesamtverbrauchs ausmachte (-0,5 Prozentpunkte gegenüber 2018). Damit bleibt Gas der mit Abstand meistgenutzte Energieträger der privaten Haushalte.

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