Strandkorb im Garten
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Wohnen | Ratgeber

Strandkorb kaufen: So holt ihr euch das Strandfeeling nach Hause

Mit einem Strandkorb bringt ihr Urlaubsfeeling auf den Balkon oder in den heimischen Garten. Wir erklären euch, wo ihr Strandkörbe kaufen könnt, was sie kosten, welche Arten von Strandkörben es gibt und worauf ihr beim Strandkorb-Kauf achten müsst.

Ihr kennt sie von den Stränden an der Ostsee und Nordsee: Strandkörbe. Aber sie werden immer beliebter und viele wollen sich einen Strandkorb in den Garten, auf die Terrasse oder auf den Balkon stellen.

Wir erklären euch, was ihr wissen müsst, wenn ihr einen Strandkorb kaufen wollt und wie tief ihr für das Strandfeeling zuhause in die Tasche greifen müsst. Plus: Tipps, wo ihr einen original Ostseestrandkorb oder Nordseestrandkorb, der schon echte Strandpatina hat, herbekommt.

Was ist ein Strandkorb?

Erfunden wurde der Strandkorb 1882 in Rostock. Dort fertigte ein Korbmacher für eine an Rheuma leidende Adelige aus Weiden und Rohr einen Strandkorb, der sie vor Wind und Sonne schützen sollte. Trotz ihrer schweren Krankheit wollte sie nämlich nicht auf die geliebten Urlaube am Meer verzichten. Andere Badegäste bestaunten die Sonderanfertigung und der Korbmacher bekam schon bald Anfragen von anderen Badegästen.

Zusammen mit seiner Frau gründete er die erste Strandkorbvermietung in der Nähe des Leuchtturms in Warnemünde. Außerdem baute er den ersten Zweisitzer-Strandkorb.

Ein Strandkorb ist bis heute ein großer, mit Segeltuch oder ähnlichem ausgeschlagener Korbstuhl. Sein Rückenteil ist meist beweglich und bietet Schutz gegen Wind und Sonne. Zur Ausstattung gehören ausziehbare und gepolsterte Fußkästen, ein oder zwei an Drahtbügeln aufgehängte Seitentischchen, Armlehnen und an der Dachkante eine abklappbare Sonnenmarkise.

Warum sind Strandkörbe so beliebt?

Es ist schön, an der frischen Luft zu sitzen und die Natur oder den Garten zu genießen. Doch leider ist der Wind manchmal ein bisschen zu frisch und die Sonne scheint zu prall. Dank Strandkorb kann man von Frühjahr bis Herbst ein Sonnenbad nehmen. Und vor herumfliegendem Sand schützt der Strandkorb noch dazu. Selbst ein bisschen Regen hält er ab.

Dazu kommt, dass bei seinem Anblick sogleich Urlaubsgefühle aufkommen. Und er bietet Privatsphäre, indem er vor neugierigen Nachbarblicken schützt.

Frau im Strandkorb
Ein Strandkorb ist nicht nur sehr bequem, er bietet auch Sichtschutz. © Getty Images

Welche Arten von Strandkörben gibt es?

Es gibt mittlerweile verschiedene Arten von Strandkörben. Zum einen unterscheiden sich die Ostseestrandkörbe von den Nordseestrandkörben in ihrer Form.

Ostseestrandkorb und Nordseestrandkorb: Das ist der Unterschied

Der Nordseestrandkorb steht für gerade und klare Formen. Bei einem Nordseestrandkorb ist die obere Kante des Seitenteils immer gerade geschnitten. Zudem ist das Verdeck eckiger. Der Ostseestrandkorb dagegen hat abgerundete Seitenteile. Sein Verdeck ist auch gebogener.

Grafik Ostseestrandkorb und Nordseestrandkorb

Volllieger und Halblieger

Während der ursprüngliche Strandkorb starr war, sind zeitgenössische Modelle flexibler. Man kann darin nicht nur aufrecht sitzen, sondern sich auch entspannt zurücklehnen beziehungsweise legen. Man unterscheidet zwischen Halbliegern und Vollliegern.

Beim Halblieger habt ihr die Möglichkeit, die Rückenlehne um bis zu 55 Grad nach hinten zu neigen. Beim Volllieger, umgangssprachlich auch Ganzlieger genannt, beträgt der Neigungswinkel fast 90 Grad. Somit könnt ihr euch eine Strandliege schaffen, auf der man gemütlich auch mal Siesta halten kann.

Einsitzer, Zweisitzer, Dreisitzer

Je nach Größe passen in einen Strandkorb ein bis drei Personen. Sie werden deshalb Einsitzer, Zweisitzer oder Dreisitzer genannt.

Während ein Einsitzer mit etwa 80 bis 100 Zentimetern Breite auch auf kleinen Balkonen Platz findet, benötigt ihr für einen Zweisitzer mehr Raum. Er misst etwa 120 bis 130 Zentimeter in der Breite.

Ein Dreisitzer-Strandkorb, auch XXL-Strandkorb oder Jumbo-Strandkorb genannt, ist dagegen rund 170 Zentimeter breit. Das ist dann eher was für eine große Terrasse oder für den Garten.

Verschiedene Strandkorb-Materialien: Rattan-Geflecht, PVC oder Polyrattan

Traditionell wurden die Strandkorb-Gestelle aus Holz und der Korpus aus Rattan gefertigt. Naturbelassenes Rattan-Geflecht benötigt allerdings ein hohes Maß an Pflege, ansonsten kann es schon nach kurzer Zeit ausbleichen, reißen oder brechen.

An den Stränden von Nord- und Ostsee kommen fast immer die flachen, breiten PVC-Bänder zum Einsatz, da sie sehr wetterbeständig und pflegeleicht sind.

Für Gartenstrandkörbe kommt meist Polyethylen (PE) oder Polyrattan zum Einsatz, das farbecht, wetterbeständig und UV-resistent ist. Es ist noch haltbarer als PVC und kommt dem natürlichen Rattangeflecht am nächsten.

Für die Holzgestelle werden die verschiedensten Holzarten verwendet: Von heimischer Fichte bis zu tropischem Teak. Bei günstigen Modellen werden häufig Schichtholz- oder Multiplexplatten verbaut, während hochwertige Strandkörbe aus Massivholz gefertigt sind.

Was kostet ein Strandkorb?

Strandkörbe werden in der Regel in Handarbeit hergestellt. Auch wenn diverse Arbeitsabläufe automatisiert sind oder auf industriell vorgefertigte Einzelteile zurückgegriffen wird, bleibt die Hauptarbeit das Flechten, das nicht von Maschinen übernommen werden kann. Die Herstellung eines Standardstrandkorbs dauert acht bis zehn Stunden. Deshalb sind Strandkörbe kein Billigprodukt.

Die Preise für einen Strandkorb beginnen bei 300 Euro. Für gute Qualität und eine lange Lebensdauer muss man aber zwischen 600 und 1.500 Euro hinlegen. Luxusexemplare können auch über 2.000 Euro kosten.

Gebrauchten Strandkorb kaufen

Theoretisch hält ein Strandkorb, wie er an den Stränden der Ostsee und Nordsee zu mieten ist, weit über zehn Jahre. Oft werden die Strandkörbe aber nach einigen Saisons ausgemustert und weiterverkauft.

Sie werden entweder generalüberholt oder so wie sie sind verkauft. Für einen generalüberholten gebrauchten Ostsee- oder Nordsee-Strandkorb müsst ihr mit mindestens 490 Euro rechnen.

Günstiger sind ausgemusterte Strandkörbe, die nicht generalüberholt werden. In Sylt bekommt man die beispielsweise für etwa 140 Euro. In Büsum für 30 bis 100 Euro. Bei Versteigerungen variieren die Preise, aber für 100 bis 200 Euro könnt ihr dort durchaus ein Schnäppchen machen. Der Transport muss allerdings selbst organisiert werden. Zudem haben diese Strandkörbe oft Schäden, die ihr reparieren müsst.

Wo kann ich einen Strandkorb kaufen?

Strandkörbe gibt es mittlerweile auch in Baumärkten. Ihr könnt sie aber auch direkt bei einer der deutschen Strandkorbmanufakturen im Internet bestellen. Sie werden dann geliefert.

Strandkorbhersteller, die in Deutschland produzieren, sind unter anderem:

Es soll ein Original-Strandkorb von eurem Lieblingsstrand an der Nordsee oder Ostsee sein? Möglichst authentisch mit Nummer hinten drauf?

Einige Strandkorbvermietungen verkaufen auch neue oder generalüberholte Strandkörbe, die genau so aussehen wie die, die vermietet werden. Zum Beispiel Strandkorb Bade in Timmendorf und Scharbeutz, Strandkorb Binz oder Boyens aus Amrum.

Gebrauchten Ostsee- oder Nordsee-Strandkorb kaufen

Alternativ könnt ihr einen ausgemusterten Ostsee- oder Nordseestrandkorb kaufen. In vielen Seebädern wird jährlich im Herbst oder im Frühjahr eine Versteigerung oder Strandkorbbörse abgehalten:

  • Sylt: Jedes Jahr im Oktober werden ausgemusterte Strandkörbe in List im Erlebniszentrum Naturgewalten versteigert. Das Einstiegsgebot liegt bei 65 Euro. Zu beachten ist, dass auf den Zuschlag ein Aufgeld von 18,5 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer erhoben wird. Termine findet ihr hier.
  • Die Büsumer Strandkorbbörse hält immer im Herbst Strandkörbe zu Schnäppchenpreisen bereit, die zwischen 30 Euro und 100 Euro liegen. Termine werden auf der Facebook-Seite von Büsum bekannt gegeben.
  • Auch die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording versteigert jedes Jahr im April auf dem Bauhof ausgemusterte Strandkörbe. Den Termin könnt ihr unter der Telefonnummer 04863-9990 erfragen.
  • Warnemünde: Strandkorbvermieter Matthias Treichel versteigert auch häufiger zu Saisonende ausgemusterte Strandkörbe. Bei der letzten Auktion fanden die meisten Strandkörbe für etwa 230 Euro einen neuen Besitzer. Termine findet ihr hier.
  • Ostseebad Schönberg: Im Frühjahr werden in Schönberg ausgemusterte Körbe, die oft zehn bis zwölf Jahre auf dem Buckel haben, versteigert. Beim letzten Mal wechselte der günstigste Korb für 70 Euro, der teuerste für 200 Euro den Besitzer. Termine findet ihr auf der Facebook-Seite von Schönberg.
  • Auch die Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH versteigert regelmäßig Strandkörbe, die bereits am Nordseestrand standen. Den Termin findet ihr hier.

Ansonsten lohnt es sich, direkt bei den Strandvermietern nachzufragen, was sie mit ausgemusterten Strandkörben machen und wo man diese kaufen kann.

Nordseestrandkörbe auf Sylt
Jedes Jahr werden in List auf Sylt original Sylter Strandkörbe verkauft. © Getty Images/iStockphoto

Worauf sollte ich beim Kauf eines Strandkorbs achten?

Welche Form und welche Farben ihr wählt, das ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber was die Materialien betrifft, gibt es durchaus Qualitätsunterschiede, die ihr kennen solltet.

1. Das Strandkorb-Gestell

Das Gestell eines Strandkorbs ist fast immer aus Holz gefertigt. Aber Holz ist nicht gleich Holz. Es gibt Arten, die sehr witterungsbeständig sind und solche, die schneller verrotten, wenn sie Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Tropenhölzer sind sehr witterungsbeständig, aber ökologisch fragwürdig. Robinie, Douglasie und Lärche sind eine gute Wahl, wenn ihr auf heimische Hölzer setzt. Fragt nach, ob das Holz so behandelt wurde, dass es Regen lange standhält.

2. Die Beschläge

Die Beschläge sind bei günstigeren Modellen häufig aus Aluminium. Dieses ist zwar leicht, aber nicht sehr widerstandsfähig und kann sich schnell verbiegen. Die bessere Wahl: Edelstahl oder zumindest verzinkter Stahl. Dann rosten die Beschläge nicht.

3. Das Polster

Das Polster sollte bequem sein. Je dicker die Auflage, desto besser. Sechs Zentimeter sollten das Minimum sein. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Stoff aus UV-beständigem, strapazierfähigen Stoff gewebt ist.

4. Tragegriffe oder Rollen

Ein Strandkorb wiegt zwischen 60 und 120 Kilogramm. Damit ihr ihn von einem Ort zum anderen schaffen könnt, solltet ihr darauf achten, dass im Korb Tragegriffe eingearbeitet sind. Manche Modelle haben auch Rollen oder Gleiter eingebaut, die den Transport erleichtern.

5. Leichte Verstellbarkeit

Das Verstellen der Rückenlehne sollte nicht zum Kraftakt werden. Ein guter Strandkorb lässt sich stufenweise verstellen. Moderne Strandkörbe bieten sogar eine Gasdruckfederung, die eine sehr komfortable Bedienung ermöglicht.

6. Die richtige Schutzhülle für den Strandkorb

Damit ihr den Strandkorb bei Wind und Wetter draußen lassen könnt, solltet ihr eine spezielle Schutzhülle dazu kaufen, die ihr bei Nichtgebrauch überziehen könnt. Die besteht idealerweise aus Bootsplanenstoff und ist somit sowohl wasserfest als auch winterfest.

Ein Strandkorb ist euch doch zu teuer und zu groß? Wie wäre es damit, eine Hängematte im Garten aufzuhängen? Die lässt ebenfalls Urlaubsfeeling aufkommen.

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