Hängematte im Garten aufhängen
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Wohnen | Ratgeber

Hängematte aufhängen: 7 typische Fehler bei der Befestigung

Antonia Eigel

Eine Hängematte aufhängen, das kann doch nicht so schwer sein? Tatsächlich könnt ihr dabei eine Menge Fehler begehen. Wir stellen euch sieben davon vor und geben euch Tipps, wie ihr sicher in der Hängematte entspannen könnt.

Gemütlich in der Hängematte abhängen, bis es kracht: Wer beim Hängematte aufhängen ein paar Punkte missachtet, der landet schnell auf dem harten Boden und das kann schmerzhaft werden. Wir stellen euch sieben typische Fehler bei der Befestigung eurer Hängematte vor und geben Tipps.

1. Beim Hängematte aufhängen den Abstand falsch wählen

Hängematten sind der Inbegriff für gemütliches Entspannen oder, im wahrsten Sinnes des Wortes, entspanntes Abhängen. Habt ihr jedoch den falschen Abstand zum Aufhängen gewählt, wird es schnell ungemütlich oder der Rücken schmerzt.

Deshalb solltet ihr ein paar Abstands-Faustregeln für Hängematten beachten. Auch die Art der Hängematte spielt dabei eine Rolle:

Klassische Hängematte richtig aufhängen

Die Aufhängehöhe entspricht ungefähr der Hälfte des Aufhängeabstands. Dieser setzt sich aus der Länge der Hängematte und des Befestigungsseils zusammen. Addiert sie einmal zusammen, dann könnt ihr die Faustregel anwenden:

Aufhängehöhe = Aufhängeabstand/2

Habt ihr nichts zum Ausmessen griffbereit, dann geht es auch so: Die Hängematte sollte am Ende etwas durchhängen und in etwa die Form einer Banane haben. Der tiefste Punkt der Hängematte befindet sich am besten ungefähr auf Kniehöhe oder circa 40 bis 50 Zentimeter über dem Boden.

Beim Hängemattenshop findet ihr eine schöne Übersicht, wie hoch ihr verschiedene Hängematten-Größen aufhängen müsst.

So hängt ihr eine Stabhängematte richtig auf

Stabhängematten werden durch einen Spreizstab gehalten, der die Liegefläche spannt und vergrößert. Für die Aufhängehöhe könnt ihr euch an folgender Faustregel orientieren:

Aufhängehöhe = Aufhängeabstand/4

Anders als klassische Hängematten sollte die Stabhängematte nicht so sehr durchhängen, weshalb der Aufhängeabstand etwa 20 bis 25 Prozent länger sein sollte als die Gesamtlänge der Hängematte und des Aufhängeseils.

2. Hängematte ohne Baumschmutz aufhängen

Eine Hängematte zwischen zwei Bäumen aufzuhängen ist wohl der Klassiker und mit Sicherheit auch die schönste Variante. Befestigt ihr die Hängematte jedoch ohne einen Baumschutz, kann der Baum beschädigt werden oder sogar absterben.

Zwar sieht die Rinde stabil aus, durch die große Belastung und Schwing-Bewegungen kann sie sich jedoch schnell ablösen.

Mit einem geeigneten Baumschutz, zum Beispiel breite Bandschlingen (auch unter dem Begriff Tree Hugger-Baumgurt* zu finden) könnt ihr das Gewicht verteilen und die Baumrinde so schützen.

Keiner Tipp: Verwendet Baumgurte nur in Kombination mit Karabinern oder Ringen, um eine direkte Reibung zwischen Baumgurt und Hängemattenseil zu vermeiden.

3. Belastbarkeitsgrenze der Hängematte überschreiten

Mit der ganzen Familie in der Hängematte sitzen? Theoretisch möglich, doch nicht jede Hängematte macht das mit. Habt ihr die Belastbarkeitsgrenze überschritten, kann die Hängematte nicht nur extrem durchhängen, je nach Stoff kann sie und auch die Befestigung durch- oder abreißen.

Hängematten-Hersteller geben in der Regel eine maximale Belastbarkeit an, die meistens zwischen 120 und 200 Kilogramm liegt. Es gibt aber auch Familien- oder XXL-Hängematten, die für bis zu 300 Kilogramm Gewicht ausgelegt sind.

Sie bestehen häufig aus einer Kombination von circa 70 Prozent Baumwolle und 30 Prozent Polyester. Der Polyester-Anteil sorgt dafür, dass sich der Baumwollstoff nicht zu stark ausdehnt.

Kleiner Tipp: Wollt ihr die Hängematte regelmäßig mit mehreren Personen gleichzeitig nutzen, überprüft zusätzlich, ob eure Wände, Decken oder Bäume im Garten einer solch hohen Belastung langfristig standhalten können.

Familie liegt in Hängematte im Garten
In einer XXL oder Kingsize Hängematte findet die ganze Familie Platz. © Getty Images

4. Hängematten-Halterung nicht richtig in die Wand schrauben

Eine Hängematte könnt ihr auch in der Wohnung aufhängen und sie an der Wand befestigen. Aber nur "irgendwie festschrauben und festknoten" könnte am Ende schmerzhaft für euer Hinterteil werden.

Kauft euch vorher deshalb die richtige Grundausstattung, um die Hängematte richtig befestigen zu können. Viele Online-Shops für Hängematten wie hängematte.de oder Hamacama bieten extra Haken-Dübel-Sets für Wand und Decke an.

Bevor ihr die Dübel kauft: Prüft, aus welchem Baustoff eure Wand ist. Handelt es sich und Beton, Holz oder weichen Sandstein? Checkt auch, ob die Dübel der Belastungsgrenze eurer Hängematte standhalten können. Bei der Montage solltet ihr außerdem beachten, dass das Gewinde der Haken vollständig in der Wand verschwindet, sonst können sie eventuell wieder herausbrechen.

5. Hängematte auf Balkon anbringen und Löcher bohren

Wer keinen Garten hat, aber trotzdem nicht auf eine Hängematten verzichten will, könnte vielleicht auf die Idee kommen, sie einfach auf dem Balkon zu aufzuhängen.

Dafür müssen in der Regel Löcher in die Hausfassade oder die Balkonunterseite vom Nachbarn gebohrt werden. Auch das Balkongeländer wird häufig als Befestigungsmöglichkeit genutzt. Doch was sagt eigentlich der Vermieter dazu?

Auf dem Balkon Löcher bohren

Geht auf Nummer sicher und holt euch die Genehmigung beim Vermieter ein. Hausfassade und Balkonunterseite könnten eventuell beim Bohren beschädigt oder undicht werden. Im schlimmsten Fall müsst ihr selbst Schadenersatz leisten.

Hängematte am Balkongeländer befestigen

Klingt nach einer logischen Alternative, wenn nicht in die Wand gebohrt werden darf. Doch auch hier verstecken sich Risiken: Dünne oder poröse Eisenverstrebungen können der Belastung möglicherweise nicht standhalten, sich verbiegen oder rissig werden. Das ist nicht nur gefährlich, ihr müsst letztendlich auch für den entstandenen Schaden aufkommen.

Ist das Geländer jedoch stabil genug, besteht von Seiten des Vermieters generell kein Anspruch darauf, dass ihr die Hängematte entfernen müsst. Nur wenn die Hängematte die Außenwirkung der Hausfassade beeinträchtigt, kann euer Vermieter, ähnlich wie bei Balkonverkleidungen, einschreiten.

Am besten sprecht ihr die Anbringung einer Hängematte mit eurem Vermieter ab, um auf der sicheren Seite zu sein.

Alternative Hängematten ohne Bohren für den Balkon

Wer nicht bohren will oder darf, kann zum Beispiel auf Hängematten mit Holzgestell oder Metallgestell zurückgreifen. Manufactum bietet zum Beispiel ein klappbares Hängemattengestell (ab 266 Euro) an, dass ihr bei Bedarf schnell aufbauen und wieder zusammenklappen könnt. Das Gestell könnt ihr dann platzsparend verstauen, auch wenn ihr nur einen kleinen Balkon habt.

6. Hängematte an abgehängter Decke aufhängen

Bloß nicht! Zwar können Hängematten ganz schön viel Gewicht tragen, das gilt aber nicht für eine abgehängte Decke, unter der sich ein Hohlraum versteckt.

Hängematten-Tester Lukas Kurth empfiehlt auf seiner Ratgeberseite Hängematten ABC eine Hängematte nur dann an einer abgehängten Decke aufzuhängen, wenn ihr darunterliegende Balken ausfindig machen könnt, an denen ihr die Haken befestigen könnt. Dazu können Fotos vom Bau, ein Blick auf den Dachboden oder ein Ortungsgerät nützlich sein.

7. Hängematte nicht richtig fest knoten

Hauptsache es hält erst mal, aber wie lange? Ohne richtigen Knoten kann eure Hängematte eventuell bald den Abgang machen, oder aber ihr bekommt die Knoten gar nicht erst wieder auf. Auch das passiert.

Zum Befestigen einer Hängematten gibt es spezielle Knoten, die bombenfest sind, sich aber genauso leicht wieder lösen lassen. Praktische Knoten zum Hängematte aufhängen sind zum Beispiel:

  • Becket Hitch
  • Clovehitch
  • Overhand Bend

Die Video-Anleitung für alle drei Knoten findet ihr auf Hamacama. Ein weiterer geeigneter Hängematten-Knoten ist der Sibirian Hitch, den ihr euch hier anschauen könnt:

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