Stielstaubsauger mit Akku von Philips hängt an einer Wand
© Philips

Wohnen | Ratgeber

Stielstaubsauger: Alles über Akku-Staubsauger

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Fix zur Hand, einfach in der Bedienung und gut verstaubar: Akku-Stielstaubsauger versprechen Flexibilität und Komfort. Aber saugen sie auch gut? Auf diese Punkte solltet ihr achten, wenn ihr euch einen solchen Staubsauger kaufen wollt.

Akkubetriebene Stielstaubsauger versprechen Flexibilität und eine einfache Handhabung. Aber wie steht es mit der Saugleistung? Sind diese Staubsauger besser als herkömmliche Bodenstaubsauger? Worauf ist beim Kauf zu achten? Was sind die Vorteile und was die Nachteile von Stielstaubsaugern mit Akku?

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Wir klären diese Fragen und zeigen euch am Ende des Artikels noch fünf empfehlenswerte Modelle.

Hat ein Stielstaubsauger mit Akku genug Saugkraft?

Schnell zur Hand und sofort einsatzbereit: Das sind die großen Vorteile von Stielstaubsaugern, die meist mit einem Akku betrieben werden.

Allerdings erkauften sich die Fans von Stielstaubsaugern in der Vergangenheit den Komfort mit weniger Leistung. Kabelgebundene Staubsauger hatten einfach mehr Power. Jedoch kamen im aktuellen Staubsauger-Test der Stiftung Warentest die Profi-Tester erstmals zu einer neuen Einschätzung: "Im direkten Vergleich halten mehrere Akku-Staubsauger mit kabel­gebundenen Boden­saugern mit, vor allem bei der Saug­leistung."

So erreichten gleich zwei Modelle die Testnote "gut", ein Novum bei Akku-Stielstaubsaugern (die Modelle findet ihr am Ende des Artikels).

Dennoch stellt sich die Frage: Woran erkenne ich einen Akku-Stielstaubsauger mit guter Saugkraft?

Saugkraft beim Stielstaubsauger: Volt statt Watt

Die Saugkraft wird bei Akkusaugern meist nicht in Watt angegeben. Die Leistungsfähigkeit eines kabellosen Akkusaugers lässt sich am besten an der angegebenen Voltzahl ablesen. Daher gilt folgende Faustregel: je höher die Spannung in Volt, desto höher die Leistung des Motors – und damit auch die Saugleistung.

Dabei gelten folgende grobe Richtwerte:

  • 10 Volt reichen aus, wenn ihr das Gerät hauptsächlich als Handsauger nutzt.
  • 18 Volt sollten es mindestens sein, um in einem normalen Haushalt ein ausreichendes Saugergebnis zu erzielen.
  • 21 Volt, besser noch 25 Volt sollte euer Sauger haben, wenn ihr viel Teppichböden und/oder Tiere im Haushalt habt.
Stielstaubsauger mit Akku von Dyson saugt einen Boden.
Wie groß ist die Saugkraft? Die Voltzahl des Akkus ist dafür eine wichtige Größe. © Dyson

Alternativer Saugkraft-Wert: Druckdifferenz in Pascal

Einige Hersteller verwenden für die Angaben zur Saugkraft auch den Wert Pascal (Pa). Damit wird die so genannte Druckdifferenz angegeben, also der Unterdruck, der beim Saugen entsteht. Deshalb soll gelten: Je höher die Druckdifferenz ist, desto höher ist die Saugkraft des Staubsaugers. Dementsprechend hat ein Staubsauger mit 25.000 Pa von den reinen Zahlen her eine höhere Saugleistung als ein Modell mit 9.000 Pa.

Hört sich erstmal nach einer guten Größe für die Bestimmung der Saugkraft an. Allerdings gibt es für diese Messung keine verbindlichen Standards. Denn wo genau gemessen wird und mit welcher Methode, das ist genauso wenig definiert wie die Berücksichtigung von (undichten) Bauteilen, die die Messung beeinflussen.

Daher lässt sich allgemein nur sagen, dass eine sehr niedrige Druckdifferenz (kleiner als 4.000 Pa) bedeutet, dass es sich hier um einen schwächeren Staubsauger handelt. Ein hoher Pascal-Wert ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einem besonders saugstarken Staubsauger.

Trotzdem: Zur groben Orientierung hier ein paar Richtwerte, die wir der Seite akku-und-roboter-staubsauger.de entnommen haben:

  • 13.000 Pa = gemessen bei einem netzbetriebenen Bodenstaubsauger (älteres Markengerät mittlerer Preis)
  • 15.720 Pa = gemessen bei einem recht guten Akku-Staubsauger (Markengerät höherer Preisklasse)
  • 18.000 Pa = gemessen bei einem starken Werkstattsauger (Markengerät mittlere Preisklasse)

Wie lange hält der Akku bei einem Stielstaubsauger?

Ebenfalls wichtig: die Frage nach der Akkuleistung beim Kauf eines Stielstaubsaugers. Schließlich macht es wenig Spaß, wenn das Gerät mitten beim Saugen einfach ausgeht.

Doch wie lange ein Stielstaubsauger seine Arbeit überhaupt verrichtet, ist abhängig von der Leistungsstufe, mit der gesaugt wird. Bei einem Test von Akku-Staubsaugern des Onlineportals Chip stellten die Tester fest: Auf geringer Leistungsstufe eingestellt, saugen die meisten Geräte leicht über eine Stunde.

Aber wird der Regler auf Maximum gestellt, sieht das ganz anders aus. In diesem Fall lag die durchschnittliche Saugdauer bei gerade mal zwölf Minuten. Deshalb empfiehlt sich für alle, die oft, viel und lang saugen, ein Wechselakku.

Ebenfalls wichtig ist auch die eigentliche Lebensdauer des Akkus selbst. Dabei spricht der Trend bei der Akkutechnik eindeutig für Li-Ion(Lithium-Ionen)-Akkus. Zwar arbeiten die gebräuchlichen NiMH (Nickel-Metallhydrid)-Akkuzellen auch zuverlässig. Demgegenüber haben Li-Ion Akkus aber nicht nur eine höhere Energiedichte. Auch die Lebensdauer ist länger. Und: Bei ihnen tritt der Memory-Effekt nicht auf.

Stielstaubsauger mit Akku von Bosch saugt unter einem flachen Tisch.
Passt das? Nicht alle Stielstaubsauger mit Akku sind so flexibel. © Bosch

Vorteile und Nachteile von Stielstaubsaugern mit Akku

Das Angebot von Akkusaugern auf dem Markt ist riesig. Das hat seinen Grund, denn die Geräte bieten viele Vorteile. Allerdings müsst ihr auch ein paar Nachteile einkalkulieren.

Fünf Vorteile von akkubetriebenen Stielstaubsaugern:

  1. Stielstaubsauger sind meist kompakter als klassische Staubsauger. Damit sind sie fix zur Hand, und auch schwierige Ecken lassen sich oft besser erreichen.
  2. Bei (den in der Regel) beutellosen Stielstaubsaugern mit Akku entstehen keine Zusatzkosten für die Beutel.
  3. 2in1-Funktion: Viele Stielstaubsauger mit Akku lassen sich sowohl für den Boden als auch als Handstaubsauger einsetzen.
  4. Beim Saugen von Tier­haaren sind Akkugeräte oft effizienter als Kabels­auger. Das liegt daran, dass viele Modelle eine Elektrodüse samt rotierender Bürste haben. Die ist für die Entfernung von Tierhaaren besonders geeignet.
  5. Stielstaubsauger mit Akkubetrieb benötigen aufgrund ihrer Bauweise weniger Platz als Bodenstaubsauger. Dadurch lassen sie sich auch einfacher verstauen.

Fünf Nachteile von akkubetriebenen Stielstaubsaugern:

  1. Stielstaubsauger mit Akku sind in der Regel in der Anschaffung teurer als kabelgebundene Staubsauger.
  2. Entleerung des Staubbehälter und Reinigung des Filters können manchmal sehr umständlich sein. Deswegen soltten sich vor allem Allergiker vor dem Kauf unbedingt über die Handhabung informieren.
  3. Wo liegt der Schwerpunkt des Gerätes? Wenn zum Beispiel Motor und Behälter ziemlich weit oben in Griffnähe verbaut sind, dann geht das Saugen schon nach kurzer Zeit auf die Arme. Dagegen liebt bei Bodenstaubsaugern dieses Gewicht – eben – auf dem Boden.
  4. Akku leer? Ohne Wechselakku hilft da nur wieder Aufladen. Und das kann bis zu sechs Stunden dauern ...
  5. Von wegen "leiser" Staubsauger. Einige Akku-Modelle sind ziemlich geräuscharm, andere wiederum alles andere als flüsterleise. Ausschlaggebend ist hier die Bauart. Achtet deshalb auf die Dezibel-Angabe des Herstellers. Mehr Infos zum Thema leise Staubsauger findet ihr hier: Leise Staubsauger: Welche Sauger besonders geräuscharm sind

Stielstaubsauger mit Akku: Die Testsieger bei der Stiftung Warentest

Das sind die Testsieger beim Akkusauger-Test der Stiftung Warentest vom Winter 2021:

1. BSS81POW1 von Bosch

Das Stielstaubsauger-Modell BSS81POW1 von Bosch.
Sieger bei der Stiftung Warentest im Februar 2021: Das Stielstaubsauger-Modell BSS81POW1 von Bosch. © Bosch

Das Modell "BSS81POW1" von Bosch hat einen Systemakku, der auch mit den Werkzeugen von Bosch kompatibel ist. Unter dem Strich überzeugte die Tester vor allem ein sehr nied­riger Strom­ver­brauch bei gleichzeitig guten, teils sogar sehr guten Saug­ergeb­nissen. Mit der Gesamtnote "gut" (2,2) war der Bosch-Stielstaubsauger damit Testsieger.

  • Akkuspannung: 18 Volt
  • Fassungsvermögen: 0,8 Liter
  • Lautstärke (Herstellerangabe): ca. 70 dB (A)
  • Preis: ca. 490 Euro*

2. V11 SV17 von Dyson

Stielstaubsauger-Modell V11 Absolute von Dyson.
Ebenfalls von Stiftung Warentest mit "gut" bewertet: Das Stielstaubsauger-Modell V11 SV 17 von Dyson. © Dyson

Schon beim letzten Test im Sommer 2020 konnte der "V11" von Dyson die Tester vor allem mit seiner Saugleistung überzeugen. Besonders auf Teppichböden liefert er eine gute Leistung und konnte so das Gesamturteil "gut" mit der Note 2,2 erreichen. Das Kürzel "SV 17" steht übrigens für den mit einem Klick auswechselbaren Akku, der V11 wird mit unterschiedlichem Zubehör angeboten.

  • Akkuspannung: 25 Volt
  • Fassungsvermögen: 0,9 Liter
  • Lautstärke (Herstellerangabe): 84 dB (A)
  • Preis: ca. 770 Euro*

Stielstaubsauger mit Akku: Top 3 der Online-Plattformen

Neben der Stiftung Warentest gibt es im Netz noch zahlreiche Seiten, die sich mit Test und Bewertung von Staubsaugern beschäftigen. Bei den Stielsaugern mit Akku lagen bei den meisten folgende drei Modelle ganz vorn:

1. Triflex HX1 Pro von Miele

Staubsauger-Modell Triflex HX1 Pro von Miele
Staubsauger-Modell Triflex HX1 Pro von Miele. © Miele

Lange Laufzeit und eine riesige Ausstattung sind die wichtigsten Merkmale des mit dem "Red Dot Award: Product Design 2020" ausgezeichneten "Triflex HX1 Pro" von Miele. Auch Stiftung Warentest überzeugte das, der Sauger taucht ebenfalls in der Liste der Top-5-Akkusauger auf. Leider ist das Modell auch recht teuer.

  • Akkuspannung: 25,2 Volt
  • Fassungsvermögen: 0,5 Liter
  • Lautstärke (Herstellerangabe): 80 dB (A)
  • Preis: ca. 680 Euro*

2. Ergorapido CX7-2-45AN von AEG

Staubsauger-Modell Ergorapido CX7-2-45AN von AEG
Staubsauger-Modell Ergorapido CX7-2-45AN von AEG. © AEG

Der "Ergorapido CX7-2-45AN" von AEG ist ein Bodenstaubsauger, der sich mit wenigen Handgriffen in einen Handstaubsauger verwandelt. Seine Elektrobürste ist auch zur Entfernung von Tierhaaren geeignet. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Beim Ergorapido ist leider kein Akkutausch möglich. Dafür ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut.

  • Akkuspannung: 18 Volt
  • Fassungsvermögen: 0,5 Liter
  • Lautstärke (Herstellerangabe): 79 dB (A)
  • Preis: ca. 180 Euro

3. Athlet Zoo'o ProAnimal BCH6ZOOO von Bosch

Staubsauger-Modell Zoo'o ProAnimal BCH6ZOOO von Bosch
Staubsauger-Modell Zoo'o ProAnimal BCH6ZOOO von Bosch. © Bosch

Der Name deutet es an: Der "Zoo'o Pro Animal" von Bosch eignet sich mit seiner elektrisch betriebenen Bürste besonders gut für die Entfernung von Tierhaaren. Dazu wird das Modell in vielen Portalen auch als guter Allrounder gelobt, der zusätzlich noch durch seinen günstigen Preis punkten kann.

  • Akkuspannung: 25,2 Volt
  • Fassungsvermögen: 0,9 Liter
  • Lautstärke (Herstellerangabe): 79 dB (A)
  • Preis: ca. 190 Euro*

Soll ich mir einen Stielstaubsauger mit Akku anschaffen? Die 5 wichtigsten Kriterien

Abschließend noch die wichtigsten Kriterien, die ihr beim Kauf eines Stielstaubsaugers mit Akku beachten solltet:

  1. Wohnungsgröße: Ob sich der Kauf eines akkubetriebenen Stielstaubsaugers lohnt, hängt vor allem von der Wohnungsgröße ab. Je mehr Räume beziehungsweise Fläche, desto eher eignet sich der Einsatz von normalen Bodenstaubsaugern mit Kabel. Diese sind halt nicht durch einen Akku limitiert, und ein Staubsaugerbeutel hat in der Regel ein doppelt so großes Volumen wie die Staubbox bei einem Akkustaubsauger.
  2. Funktionalität: Kommt ihr mit der Saugdüse auch in fiese Ecken oder unter den Schrank? Wie einfach lässt sich die Staubbox reinigen? Wie laut ist das Gerät, wie lange braucht der Akku für eine volle Ladung? Ein Staubsauer ist ein Gebrauchsgegenstand. Mag sein, dass Modell X richtig stylish aussieht – das nutzt euch aber nichts, wenn es nur ungenügend saugt.
  3. Saugleistung: Mehr hilft in diesem Fall auch mehr. Je höher die Voltzahl des Saugers, desto besser ist in der Regel auch die Saugleistung.
  4. Saugkomfort: Schön, wenn sich der Sauger fix zum Handsauger umbauen lässt. Das erleichtert zum Beispiel die Reinigung von Polstermöbeln. Aber erreicht der Sauger auch eher schwer zugängliche Ecken unter dem Sofa? Und wie liegt er in der Hand? Wie leicht- (oder schwergängig) so ein Gerät ist, solltet ihr nach Möglichkeit vor dem Kauf ausprobieren. Und auch die Lautstärke ist ein Kriterium, das ihr nicht außer Acht lassen solltet. Denn Akkusauger sind in der Regel längst nicht so gut gedämmt wie leise Staubsauger mit Kabel.
  5. Einsatz und Ausstattung: Braucht ihr einen Akkusauger für zwischendurch? Oder muss das Gerät ordentlich was wegsaugen können? Ist euch die einfache Entfernung von Tierhaaren wichtig? Und wollt ihr unbedingt die Restlaufzeit des Akkus sehen können? Es gibt unzählige Features, Funktionen und Zusatzausstattungen für Stielstaubsauger. Fragt euch einfach, was für ein "Staubsaugertyp" ihr seid und trefft danach eure Vorauswahl.

Ihr wollt euch gar nicht mehr die Mühe machen und lasst lieber saugen? Dann schaut euch doch gern auch diesen Artikel an:

Saugroboter: Vorteile, Nachteile & Kosten von Staubsaugerrobotern

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