Ein Saugroboter saugt einen Holzboden
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Wohnen | Ratgeber

Nie mehr selbst staubsaugen? Das taugen Saugroboter zu Hause

Michael Penquitt

Immer mehr Menschen denken darüber nach, eine kleine Haushaltshilfe in Form eines Saugroboters ins Haus zu lassen. Wir erklären, worauf ihr beim Kauf achten solltet.

Es ist der wohl größte Traum des modernen Menschen: Alle lästige Arbeit wird an Maschinen abgegeben. Das schließt wohl für die meisten auch die Arbeit im Haushalt ein. Doch ehe es universelle Putzroboter geben wird, die den ganzen Haushalt in Schuss halten, werden noch einige Jahrzehnte vergehen. Roboter, die gezielte Aufgaben übernehmen und sie sogar ganz ordentlich erledigen, gibt es aber schon heute.

Die am weitesten verbreiteten davon sind Staubsaugerroboter oder Saugroboter. Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, so eine Haushaltshilfe zu kaufen oder euch nicht sicher seid, ob ein solches Gerät etwas für euch ist, helfen wir euch bei der Entscheidungsfindung.

Wann ein Saugroboter Sinn macht

Klassisches Staubsaugen kostet Zeit und Kraft. Das sind schon zwei gute Gründe, die dafür sprechen diese Aufgabe an einen automatischen Staubsauger abzutreten. Schon zu Beginn gibt es hier eine Einschränkung: Die meisten Saugroboter sind im Durchmesser etwa 35 Zentimeter breit und meistens 5 bis 10 Zentimeter hoch. Wegen dieser Maße kommt ein Staubsaugerroboter nicht in alle Ecken und Spalten. Niedrig gebaute Roboter schaffen es aber zum Teil, auch unter Sofas und manche anderen Möbelstücke zu kommen. Wenn euch das wichtig ist, solltet ihr vor dem Kauf ausmessen, wie hoch der neue Staubsauger maximal sein darf.

Auch liefern Saugroboter eine deutlich schwächere Saugleistung als klassische Staubsauger. Und dennoch: Ein regelmäßig laufender Staubsaugerroboter sorgt im Alltag in der Regel für ein zufriedenstellendes Niveau der Sauberkeit, da sichtbare Verschmutzungen nicht lange liegen bleiben. Viele Besitzer lassen ihren Saugroboter zudem häufiger durch die Wohnung fahren, als sie selber saugen würden. Auch das trägt zur besseren Sauberkeit bei. Insbesondere für Tierhalter, die wegen der vielen Tierhaare mehrmals die Woche die Böden saugen müssen, machen sich der Zeitgewinn und die Effizienz schnell bemerkbar.

Wenn ihr euch für den Kauf eines Staubsaugerroboters entscheidet, ist es auch von Vorteil, wenn die Böden in eurem Zuhause möglichst eben sind. Zwar bewältigen aktuelle Saugroboter kleinere Schwellen von bis zu zwei Zentimetern mühelos und schaffen es auch, viele Teppiche abzusaugen. Aber wenn ihr zu Hause viele Stufen oder auch viele Teppiche liegen habt, sind das keine guten Voraussetzungen. Mancher Hochflorteppich stellt die Saugroboter aktuell noch vor eine echte Herausforderung. Davor, dass das Gerät die Treppen herunterfällt, braucht ihr aber keine Angst zu haben: Die meisten Staubsaugerroboter haben Sensoren, die Treppenstufen erkennen, sodass der Roboter rechtzeitig kehrtmacht.

Welcher Staubsaugerroboter ist der richtige für mich?

Neben den verschiedenen Größen und Formen unterscheiden sich die Modelle unter anderem in ihrer Leistung, der Laufzeit und den Funktionen. Welcher Saugroboter der richtige für euch ist, richtet sich zum Beispiel danach, wie groß oder wie verwinkelt eure Wohnung ist und ob in eurem Haushalt unter Umständen Allergiker wohnen.

Wer nur eine kleine Wohnung hat, der kann sich logischerweise mit einer kürzeren Akkulaufzeit begnügen. Viele Hersteller geben mittlerweile auf der Verpackung oder der Produktseite im Netz sichtbar an, für welche Wohnfläche sich der Staubsaugerroboter eignet. Je größer die Wohnung, desto länger braucht der Roboter, um alles abzusaugen. Eine Stunde Laufzeit sollte aber immer mindestens drin sein.

Teppiche erfordern eine höhere Saugkraft als glatte Laminat-, Fliesen- oder PVC-Böden. Um Teppiche zu saugen, sollte die neue Haushaltshilfe eine Saugkraft von mindestens etwa 1.500 Pa (Pascal) haben. Manche Saugroboter erkennen, wenn sie sich auf einer unebenen Fläche oder einem Teppich befinden und schalten automatisch in einen leistungsstärkeren Modus hoch. Das beansprucht aber zugleich den Akku und verkürzt die maximale Akkulaufzeit.

Als Allergiker solltet ihr außerdem darauf achten, welcher Staubfilter im Gerät eingebaut ist. Diese Filter werden in unterschiedliche Schwebstofffilterklassen eingeordnet. Ein EPA-Filter („Efficient Particulate Air“") sollte es mindestens sein. Noch effektiver sind Filter mit den Bezeichnungen HEPA („High Efficient Particulate Air“) und ULPA („Ultra Low Penetration Air“).

Saugroboter: Zusätzliche Funktionen

Eine wesentlicher Unterschied zwischen den vielen auf dem Markt erhältlichen Staubsaugerrobotern ist das System, nach dem die Wohnung gesaugt wird. Es gibt solche, die die Wohnfläche nach einem Zufallsprinzip abfahren, und solche, die den Raum scannen und eine interaktive Karte erstellen, um möglichst jeden Bereich abzudecken. Geräte, die geplant vorgehen, sind meistens etwas teurer. Im Betrieb erweisen sie sich aber auch als effizienter, weil sie Wohnbereiche nicht häufiger anfahren als nötig. Das nämlich passiert den zufällig umherfahrenden Geräten vor allem in verwinkelten Ecken oder wenn sie sich zwischen vielen Stuhlbeinen wiederfinden. Es kann dann auch mal sein, dass ein Bereich komplett ausgelassen wird, weil die Akkulaufzeit das nicht mehr hergibt und der Saugroboter zu seiner Ladestation zurückkehren muss.

Wessen Staubsaugerroboter über eine dazugehörige Smartphone-App verfügt, hat häufig auch die Möglichkeit, den Roboter zu steuern und ihn zu einer anderen Stelle zu navigieren. Manchmal bekommt ihr auch eine richtige Fernbedienung mitgeliefert. Der eigentliche Vorteil solcher Apps ist aber, dass ihr jederzeit ganz einfach den Reinigungsplan anpassen könnt. Dort könnt ihr feste Tage und Uhrzeiten festlegen, an denen der Saugroboter mit seiner Tour starten soll.

Manche Apps bieten auch die Möglichkeit, virtuelle No-Go-Zonen einzurichten. Das sind Bereiche, in die sich der Saugroboter nicht begeben soll, weil er sich dort zum Beispiel leicht im Kabelsalat verfangen könnte. Alternativ bieten manche Hersteller Magnetbänder an, die ihr auf den Boden kleben könnt. Diese können vom Roboter nicht überquert werden.

Manche Staubsaugerroboter können den Boden außerdem auch wischen. Dafür wird meistens ein mitgeliefertes Tuch unter das Gerät geklemmt und ein eingebauter Tank mit Wasser befüllt. Wer sich einen solchen Hybrid-Putzroboter anschafft, muss in vielen Fällen aber mit Abstrichen in der Saugleistung rechnen. Und das Wischergebnis ist auch nicht immer gut. Hartnäckige Flecken lassen sich so nicht beseitigen, es reicht lediglich für eine Auffrischung des Bodens.

Wie viel kostet ein Staubsaugerroboter?

Günstige Saugroboter, die im Alltag eine einfache Grundreinigung bewerkstelligen, sind mittlerweile schon ab knapp 200 Euro zu haben. Die meisten automatischen Staubsauger, die mit ihrer Leistung überzeugen, bewegen sich im Preisrahmen zwischen 400 und 600 Euro. Leistungsstarke Geräte mit einer langen Akkulaufzeit können bei besonders qualitätsbewussten Marken wie Vorwerk und Dyson auch knapp 1.000 Euro kosten. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie euren Bedürfnissen und den Haushaltsansprüchen entsprechen.

Wichtig ist, dass ihr vor dem Kauf euer Zuhause betrachtet und gewisse Kriterien festlegt. Soll der Roboter flach genug sein, um unter bestimmte Möbel zu fahren? Habt ihr viele Teppiche, die jedes Mal gründlich abgesaugt werden sollten? Wohnen Allergiker im Haus? Und wie eng sind die Wege in der Wohnung?

Einzig Treppenstufen sind ein unüberwindbares Hindernis, das keiner der aktuell verfügbaren Saugroboter bezwingen kann. Sollten es nicht allzu viele sein, könnt ihr selbst nachhelfen und das Gerät ins andere Stockwerk tragen. Sollten es aber zu viele Ebenen sein und sich Stufen an vielen unterschiedlichen Stellen im Haus befinden, ist ein Staubsaugerroboter eher nichts für euch. In allen anderen Fällen ist er ein sehr hilfreiches Gadget.

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