Elektriker baut Stromzähler ein
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Smart Meter: Was ihr zu den intelligenten Stromzählern wissen müsst

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Der Start ist erfolgt: Intelligente Stromzähler – sogenannte Smart Meter – kommen. Mit ihnen soll Strom gespart und so die Energiewende vorangetrieben werden. Allerdings entstehen für Verbraucher teilweise hohe Kosten. Und: Was die smarten Zähler wirklich bringen, ist fraglich.

Die intelligenten Stromzähler kommen: Das Bundesamt für Sicherheits- und Informationstechnik (BSI) hat mit einer Marktanalyse den Startschuss für Smart Meter gegeben. Sie werden jetzt für einige Haushalte sowie Unternehmen zur Pflicht.

Seit dem 31. Januar dürfen nur noch digitale Zähler eingebaut werden, um den Stromverbrauch eines Haushalts zu messen. Smart Meter gehören zu den digitalen Messsystemen. Bis zum Jahr 2032 sollen analoge Zähler aus allen Haushalten verschwunden sein. Mit der Umstellung will die Bundesregierung die Energiewende voranbringen.

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der zudem noch ein Kommunikationsmodul enthält. Das ermöglicht eine Übertragung der Daten. Das System misst den Stromverbrauch, speichert und verarbeitet die gemessenen Daten. Der Betreiber des Geräts übermittelt die dann an den Stromversorger und den Netzbetreiber.

Erst durch das Kommunikationsmodul, das sogenannte Gateway, wird aus dem digitalen Stromzähler ein smarter. Der kann Signale nicht nur senden, sondern sie auch empfangen. So könnten in einem Smart Home zum Beispiel auch Geräte auf Wunsch an oder ausgeschaltet werden. Das ist sinnvoll, wenn etwa der Strom zu einer bestimmten Tageszeit günstiger ist. Das E-Auto könnte dann zum Beispiel in dieser Zeit geladen werden. Smart Meter können auch den Stromfluss von Solarstromanlagen steuern.

Wer bekommt ein Smart Meter, wer einen digitalen Stromzähler?

Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden müssen ein Smart Meter einbauen. Das betrifft große Haushalte von fünf bis sechs Personen. Ausschlaggebend ist der Durchschnitt der letzten drei Jahresverbrauchswerte. Für alle anderen Haushalte ist der Einbau eines intelligenten Zählers optional. Entscheidet der Messstellenbetreiber, also das Unternehmen, das Stromzähler einbaut, allerdings auf den Einbau eines Smart Meters, können Verbraucher nicht widersprechen, heißt es vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (Vzbv).

Bis 2032 sollen jedoch alle Haushalte zumindest mit einer modernen Messeinrichtung ausgerüstet werden. Also einem digitalen Zähler. Bis dahin sollen die alten Geräte – sogenannte Ferraris-Zähler – aus allen Haushalten verschwunden sein.

Der Einbau wird von den Messstellenbetreibern durchgeführt.

Welche Kosten entstehen?

Die Kosten, die durch ein Smart Meter entstehen, können deutlich über den Kosten der analogen Messeinrichtung liegen. Die Höhe hängt davon ab, wie viel Strom der Haushalt verbraucht. Laut Vzbv können das für einen Durchschnittshaushalt mit vier Mitgliedern und einem Verbrauch von 3.400 Kilowattstunden im Jahr bis zu 40 Euro sein. Zum Vergleich: Bei konventionellen Zählern liegen die Kosten bei rund 13 Euro im Jahr.

Die Höhe der jährlichen Zahlungen sind von der Bundesnetzagentur gedeckelt. So darf der Messstellenbetreiber zum Beispiel in einem Haushalt, der zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch hat, maximal 100 Euro jährlich verlangen. Bei kleineren Haushalten gilt eine Obergrenze von 60 Euro.

Für ein digitales, nicht intelligentes Messsystem, liegen die Kosten unabhängig vom Stromverbrauch bei maximal 20 Euro im Jahr.

"Ob diese Kosten durch variable Stromtarife von den Verbrauchern eingespart werden können, steht aber in den Sternen. Das ist ärgerlich", sagt Thomas Engelke, Leiter des Teams Energie und Bauen beim Vzbv.

Zusätzlich fallen für den Einbau des Smart Meters Kosten zwischen 23 und 100 Euro an. In alten Gebäuden kommt dazu teilweise noch der Umbau des Zählerschranks dazu. Und der kann sehr teuer werden: Laut Vzbv kann er bis zu mehreren tausend Euro kosten.

Was bringen intelligente Stromzähler?

Digitale und intelligente Stromzähler protokollieren den Stromverbrauch. Ihr könnt dann zum Beispiel sehen, wie viel Strom ihr am gleichen Wochentag in der Woche zuvor verbraucht habt. Das soll zum Stromsparen anregen. Bei intelligenten Systemen lässt sich dieser Verbrauch nicht nur direkt am Stromzähler ablesen. Die Daten können übermittelt und so zum Beispiel in einem Online-Portal dargestellt werden.

Mit den Smart Metern sollen die Stromnetze besser genutzt werden. Außerdem soll mit ihrer Hilfe der Energieverbrauch sinken, weil sie stromfressende Geräte identifizieren können.

Einen direkten finanziellen Nutzen sollten Verbraucher nicht erwarten, heißt es von der Verbraucherzentrale. Es gebe bislang kaum variable Tarife, bei denen der Strom etwa nachts günstiger sei. Außerdem müssten, damit auf diesem Weg Kosten eingespart werden können, die Geräte im Haushalt in ein Smart Home eingebunden sein.

Welche Risiken gibt es?

Klar: Jedes smarte Gerät ist theoretisch manipulierbar und kann zum Beispiel von Einbrechern genutzt werden, um die Gewohnheiten von Bewohnern auszukundschaften. Allerdings stellt das Gesetz hohe Anforderungen an die Sicherheit von Soft- und Hardware der Geräte. Drei Smart Meter hat das BSI zertifiziert, nicht zertifizierte Geräte dürfen nicht eingebaut werden.

Die Verbraucherzentrale sieht den Nutzen der smarten Messgeräte für die Verbraucher kritisch. In einer Online-Umfrage ruft der Bundesverband dazu auf, Erfahrungen mit digitalen Geräten zu teilen. So soll auch geklärt werden, ob sich Betreiber an die gesetzlichen Vorgaben haben. Wenn ihr einen digitalen Stromzähler habt, könnt ihr bei Marktwächter an der Umfrage teilnehmen.

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