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Hauskauf: Notartermin ohne Finanzierungsbestätigung möglich?
- Finanzierung, Grundschuldbestellung und Notartermin – wie hängt das zusammen?
- Unterlagen beim Immobilienkauf: Kann ich ohne Finanzierungsbestätigung zum Notar?
- Immobilie kaufen: Wann wird die Grundschuld bestellt?
- Fazit: Sicher ist besser – auch beim Notartermin
- Häufige Fragen rund um Finanzierungsbestätigung, Notartermin und Grundschuldbestellung
Das Wichtigste in Kürze
- Du kannst zum Termin beim Notar gehen, auch wenn du noch keine bestätigte Finanzierung hast – aber das birgt große Risiken.
- Der Verkäufer kann Schadensersatz verlangen, wenn du später nicht zahlst oder der Kredit platzt.
- Die Bank stellt dir meist kostenfrei eine Finanzierungsbestätigung aus als Beleg dafür, dass sie grundsätzlich finanzieren würde.
- Erst mit dem Eintrag der Grundschuld ins Grundbuch zahlt die Bank aus.
Das kannst du tun
- Informiere dich über den grundsätzlichen Ablauf beim Hauskauf, um deinen Immobilienwunsch sicher zu planen.
- Nutze unseren Baufinanzierungsservice, um individuelle Finanzierungsangebote zu vergleichen und die passende Lösung zu finden.
- Kläre vor dem Notartermin, ob deine Bank dir eine Finanzierungsbestätigung ausstellen kann. Leg diese beim Notartermin vor.
- Achte darauf, dass Kaufvertrag und Grundschuldbestellung möglichst gleichzeitig beurkundet werden.
- Wenn du ohne Bestätigung notieren musst: Sprich mit dem Notar über eine mögliche Rücktrittsklausel im Kaufvertrag, um dich abzusichern.
- Doch noch nicht die perfekte Immobilie gefunden? Starte deine Recherche über unsere Immobiliensuche.
Du hast die passende Immobilie gefunden, aber deine Finanzierungsbestätigung liegt noch nicht vor? Damit bist du nicht allein: Viele Käufer fragen sich, ob sie den Kaufvertrag schon beim Notar unterschreiben können, obwohl das Dokument noch fehlt. Aufgepasst: Dabei entstehen Unsicherheiten, die teuer werden können. Was passiert, wenn du den Vertrag unterschreibst, aber doch kein Darlehen bekommst? Wann genau benötigst du grünes Licht von der Bank – und wie viel Vorlauf braucht die Grundschuldbestellung? In diesem Ratgeber bekommst du die wichtigsten Infos.
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Finanzierung, Grundschuldbestellung und Notartermin – wie hängt das zusammen?
Kaum etwas ist spannender als der eigene Hauskauf. Du findest das richtige Objekt, willst schnell handeln und keine Fehler beim Hauskauf machen. Was ist dein nächster Schritt? Damit du den Überblick behältst, lohnt sich ein Blick auf die drei wichtigsten Stationen: die Finanzierungsbestätigung, die Grundschuldbestellung und den Notartermin. Sie bestimmen, ob dein Immobilienkauf reibungslos verläuft oder holprig startet.
- Die Finanzierungsbestätigung, auch Käuferzertifikat genannt, ist ein Dokument deiner Bank. Es zeigt, dass sie grundsätzlich bereit ist, die Immobilie zu finanzieren – basierend auf deinen Angaben. Das gibt dir und auch der Verkäuferseite Sicherheit. Die Bestätigung ist noch keine verbindliche Kreditzusage, aber ein starkes Signal: Die Bank hat deine Unterlagen geprüft und schätzt dein Vorhaben als realistisch ein.
- Die Grundschuldbestellung ist der nächste Schritt. Sie ist nötig, damit die Bank die Kreditsumme auszahlt. Die Grundschuld dient als Sicherheit und wird vom Notar ins Grundbuch eingetragen – entweder beim Notartermin selbst oder wenige Tage später.
- Der Notartermin bildet das rechtliche Herzstück deines Immobilienkaufs. Hier wird der Kaufvertrag verbindlich unterschrieben. Deshalb ist es wichtig, dass du diesen Schritt gut vorbereitest: idealerweise mit einer gesicherten Finanzierung und einem abgesprochenem Zahlungsplan.
Unterlagen beim Immobilienkauf: Kann ich ohne Finanzierungsbestätigung zum Notar?
Kurz gesagt: Ja, du darfst zum Notartermin gehen – aber du solltest es besser nicht tun.
Ein Notartermin ohne Finanzierungsbestätigung ist rechtlich möglich. Doch das bedeutet nicht, dass es auch sinnvoll ist. Denn sobald du beim Notar den Kaufvertrag unterschreibst, gehst du eine verbindliche Verpflichtung ein. Du erklärst, dass du die Immobilie zu einem festen Preis kaufst – ganz gleich, ob du das Geld von der Bank bekommst oder nicht.
Was viele unterschätzen: Die Bank prüft zuerst deine Bonität, dann die Immobilie – und trifft erst danach ihre Entscheidung. Ohne eine vorherige Finanzierungsbestätigung kann es also passieren, dass dein Antrag abgelehnt wird oder die Konditionen sich stark verschlechtern.
Was passiert, wenn du den Kaufvertrag unterschreibst, aber keine Finanzierung bekommst?
Dann trägst du das volle Risiko – und das kann teuer werden.
| Möglicher Ablauf | Risiko für dich |
|---|---|
| 1. Du unterschreibst den Kaufvertrag ohne Finanzierungsbestätigung und die Bank lehnt den Kredit später ab. | Du bleibst zur Zahlung verpflichtet – auch ohne Darlehen. |
| 2. Du trittst vom Vertrag zurück. | Der Verkäufer kann Schadensersatz verlangen (zum Beispiel für entgangenen Gewinn). |
| 3. Du brauchst einen Notar zur Rückabwicklung. | Du zahlst die Notarkosten – ohne Gegenwert. |
Die Folge: Ein einziger Notartermin ohne klare Finanzierung kann dich Tausende Euro kosten. Nicht nur für den Vertrag selbst, sondern auch für Stornogebühren, Notarkosten und mögliche rechtliche Auseinandersetzungen.
Ohne Finanzierungszusage zum Notar: Wann kann es trotzdem sinnvoll sein?
In manchen Fällen ist der Notartermin vor der Finanzierungsbestätigung kaum vermeidbar, zum Beispiel, wenn:
- der Verkäufer auf einen schnellen Termin drängt (eventuell kannst du mit dem Verkäufer in diesem Fall auch eine Reservierungsvereinbarung treffen; das verschafft dir Zeit, die Finanzierung in Ruhe zu klären),
- du bereits Zusagen von der Bank hast, und lediglich das Dokument fehlt,
- die Immobilie sehr begehrt ist.
Wichtig ist dann: Lass dich vertraglich absichern. Sprich mit dem Notar über eine Rücktrittsklausel, die den Kauf automatisch aufhebt, wenn keine Finanzierung zustande kommt. Diese sogenannte „auflösende Bedingung“ schützt dich davor, für einen Vertrag zahlen zu müssen, den du gar nicht erfüllen kannst.
Auch ein Hinweis im Kaufvertrag, dass der Kauf unter Finanzierungsvorbehalt steht, kann helfen – ist aber nicht immer rechtssicher. Deshalb solltest du solche Formulierungen immer juristisch prüfen lassen, bevor du unterschreibst.
Wann solltest du die Finanzierungsbestätigung einholen?
Am besten holst du dir eine Finanzierungsbestätigung, sobald du dich ernsthaft für eine Immobilie interessierst – also bevor du mit dem Verkäufer über den Notartermin sprichst. Denn: Je früher du deine finanzielle Machbarkeit klärst, desto sicherer wird deine Verhandlungsposition – und desto schneller kannst du handeln, wenn es darauf ankommt.
In vielen Fällen verlangen Verkäufer oder Makler schon vor der Kaufvertragsverhandlung eine Bestätigung, dass du die Immobilie auch wirklich finanzieren kannst. Ohne diese Absicherung riskierst du, dass dir andere Interessenten zuvorkommen.
Du musst den Darlehensvertrag zu diesem Zeitpunkt noch nicht unterschreiben. Es reicht, wenn deine Bank nach Prüfung deiner Unterlagen bestätigt, dass sie die Finanzierung grundsätzlich möglich macht. Diese Bestätigung ist oft kostenlos und innerhalb weniger Tage zu bekommen.
Warte also nicht bis zur letzten Minute – sondern kläre die Finanzierung, bevor du rechtlich bindende Schritte gehst.
Darlehensvertrag vor oder nach dem Notartermin?
Viele schließen den Darlehensvertrag nach dem Notartermin ab. Wichtig ist aber, wie bereits gezeigt: Die Finanzierungsbestätigung muss vorher da sein. So gehst du sicher, dass dein Vorhaben tragfähig ist, auch ohne endgültige Vertragsbindung.
Hinweis: Auch eine schriftliche Bestätigung kann die Bank unter Umständen widerrufen – zum Beispiel, wenn sich deine Bonität oder Objektwerte ändern. Verbindlich wird erst der Darlehensvertrag.
Immobilie kaufen: Wann wird die Grundschuld bestellt?
Wenn du eine Immobilie finanzierst, will die Bank eine Sicherheit – und das ist in der Regel die Immobilie selbst. Damit sie sich absichern kann, wird eine sogenannte Grundschuld im Grundbuch eingetragen. Die Grundschuldbestellung ist der rechtliche Vorgang, mit dem genau das passiert. Die Eintragung dauert meist 2 bis 4 Wochen – erst dann darf die Bank das Geld überweisen.
Was brauchst du für die Bestellung der Grundschuld?
Diese Unterlagen sind in der Regel nötig:
- den aktuellen Darlehensvertrag oder den Entwurf der Bank
- Angaben zur Immobilie (Adresse, Flurstück, gegebenenfalls Kaufvertragsnummer)
- einen Notartermin zur Beurkundung
Tipp: Manche Banken senden direkt ein Grundschuldbestellungsformular an den Notar. So geht der Ablauf schneller.
Dein Sicherheits-Paket beim Immobilienkauf: So planst du den Ablauf mit deiner Bank
| Schritt | Wann? | Wer ist zuständig? |
|---|---|---|
| 1. Finanzierungsgespräch führen und Finanzierungsbestätigung einholen | sobald du ernsthaft darüber nachdenkst, eine Immobilie zu erwerben | du und deine Bank |
| 2. Kaufvertrag unterschreiben | beim Notar, idealerweise mit Rücktrittsklausel | du, der Verkäufer und der Notar |
| 3. Grundschuldbestellung beurkunden | am selben oder einem späteren Notartermin | du und der Notar |
| 4. Eintrag ins Grundbuch | ca. 2 bis 4 Wochen später | Grundbuchamt |
| 5. Auszahlung der Kreditsumme | nach Grundbucheintrag | deine Bank |
| 6. Kaufpreis zahlen | laut Zahlungstermin im Kaufvertrag | du |
Fazit: Sicher ist besser – auch beim Notartermin
Ein Notartermin ohne Grundschuldbestellung oder Finanzierungsbestätigung ist zwar möglich, aber in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, klärst du vorher alles mit deiner Bank und planst den Ablauf eng mit Notar und Verkäufer. Je besser du vorbereitet bist, desto sicherer gelingt dein Immobilienkauf – und desto entspannter wird der Weg in dein neues Zuhause.
Häufige Fragen rund um Finanzierungsbestätigung, Notartermin und Grundschuldbestellung
Wie bekomme ich eine Finanzierungsbestätigung?
Du reichst bei deiner Bank alle relevanten Unterlagen ein, also unter anderem Einkommensnachweise, Informationen zur Immobilie und eine Selbstauskunft. Nach Prüfung dieser Unterlagen stellt dir die Bank eine Finanzierungsbestätigung aus, sofern sie dein Vorhaben grundsätzlich für realisierbar hält.
Was kostet eine Finanzierungsbestätigung?
In der Regel ist die Finanzierungsbestätigung kostenlos. Sie gehört zum Service vieler Banken, um dich bei der Immobiliensuche zu unterstützen. Manche Institute verlangen nur dann Gebühren, wenn eine umfassendere Prüfung nötig ist, zum Beispiel bei sehr kurzfristigen Anfragen.
Was ist eine Grundschuldbestellung?
Die Grundschuldbestellung ist ein rechtlicher Vorgang, bei dem der Notar eine Grundschuld im Grundbuch eintragen lässt. Diese dient der Bank als Sicherheit für dein Darlehen. Ohne eingetragene Grundschuld wird die Kreditsumme nicht ausgezahlt.
Was passiert nach der Grundschuldbestellung?
Sobald der Eintrag beim Grundbuchamt erfolgt ist, erhält die Bank die Freigabe zur Auszahlung des Darlehens. Das dauert meist 2 bis 4 Wochen.
Wann brauche ich eine Finanzierungsbestätigung?
Du solltest die Finanzierungsbestätigung spätestens dann haben, wenn du einen Notartermin vereinbaren willst. Idealerweise liegt sie aber schon vor, wenn du mit dem Verkäufer in ernsthafte Verhandlungen einsteigst. So kannst du glaubhaft zeigen, dass du zahlungsfähig bist.
Wann muss die Grundschuldbestellung beim Notar sein?
Die Grundschuldbestellung erfolgt normalerweise nach dem Kaufvertrag, kann aber auch beim gleichen Notartermin beurkundet werden. Wichtig ist, dass sie früh genug erfolgt, damit die Eintragung im Grundbuch rechtzeitig abgeschlossen ist; denn erst danach zahlt die Bank den Kredit aus.
Ist ein Notartermin ohne Finanzierungsbestätigung möglich?
Ja, rechtlich ist das möglich. Aber es ist riskant, weil du mit der Unterschrift unter dem Kaufvertrag eine Zahlungsverpflichtung eingehst – unabhängig davon, ob du das Darlehen am Ende bekommst. Ohne Absicherung drohen hohe Kosten oder sogar rechtliche Folgen.
Was, wenn der Kaufvertrag abgeschlossen ist, aber keine Finanzierung?
Wenn du keinen Kredit bekommst, aber bereits den Kaufvertrag unterschrieben hast, bleibst du dennoch zur Zahlung verpflichtet. In vielen Fällen kannst du den Vertrag nicht einfach rückgängig machen. Der Verkäufer kann Schadensersatz fordern, und du musst unter Umständen Notarkosten oder Vertragsstrafen zahlen.
Was zuerst: Finanzierung oder Notar?
Du solltest immer zuerst die Finanzierung klären. Konkret heißt das: Lass dir von deiner Bank eine schriftliche Finanzierungsbestätigung ausstellen, bevor du einen Notartermin vereinbarst. Den endgültigen Kreditvertrag kannst du auch später unterschreiben. Entscheidend ist, dass du die Zahlungsfähigkeit vorab nachweisen kannst.
Finanzierungsbestätigung, Finanzierungszusage oder Käuferzertifikat – was brauche ich beim Immobilienkauf?
Entscheidend ist nicht, wie das Schreiben deiner Bank heißt, sondern was genau darin steht. Du brauchst einen schriftlichen Nachweis, dass die Bank dein Vorhaben auf Basis deiner Unterlagen grundsätzlich finanzieren würde. Diese Bestätigung kann als Finanzierungszusage, Käuferzertifikat oder Finanzierungsbestätigung bezeichnet sein. Wichtig ist, dass sie schriftlich erfolgt, konkrete Eckdaten enthält und auf einer echten Prüfung basiert. Eine rein mündliche Zusage reicht nicht aus, um dich gegenüber Verkäufer oder Notar abzusichern.
Was passiert, wenn ich vor Abschluss des Kaufvertrags keine Finanzierungsbestätigung habe?
Dann gehst du ein erhebliches Risiko ein. Ohne Bestätigung weißt du nicht, ob die Bank dir überhaupt ein Darlehen gewährt. Wenn du trotzdem unterschreibst und der Kredit später abgelehnt wird, stehst du mit leeren Händen da – aber mit einer wirksamen Kaufverpflichtung. Das kann teuer werden.
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