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Möbel in der Raucher-Wohnung: So bekommt ihr den Nikotingeruch raus


Beim Renovieren einer Raucher-Wohnung gehört die Reinigung von vergilbten Möbeln zu den größten Herausforderungen. Mit diesen Tipps könnt ihr bei Raucher-Möbeln selbst tolle Ergebnisse erzielen.

  1. Raucher-Möbel selber restaurieren?
  2. Welches Reinigungsmittel für Raucher-Möbel?
  3. Trockene Oberflächenbehandlung mit "Rußfresser-Schwamm"
  4. "Opferschicht" schützt empfindliche Oberflächen
  5. Textilien waschen
  6. Ozonbehandlung
  7. Fazit zur Möbelreinigung in einer Raucherwohnung

Rauchen in der eigenen Wohnung schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Nikotin und andere Schadstoffe aus dem Tabakrauch setzen sich auf den Oberflächen ab oder dringen in diese ein.

Der gelbliche Film auf Holzmöbeln oder Bildern sieht dann nicht nur nicht schön aus, sondern ist auch steter Quell von Schadstoffen und unangenehmen Gerüchen.

In schweren Fällen hilft es nur, das Möbelstück fachgemäß von Profis restaurieren zu lassen. Wir haben einen Experten gefragt, was ihr selbst tun könnt, um Nikotin und Schadstoffe aus euren Raucher-Möbeln zu bekommen.

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Raucher-Möbel selber restaurieren?

"Es hängt von der Oberfläche ab", sagt Bernhard Kügler, der am Goering-Institut in München die Fachakademie für Restauratorenausbildung leitet. "Je empfindlicher und älter die zu behandelnde Oberfläche ist, desto wichtiger ist es, einen Profi zu Rate zu ziehen."

Das gelte insbesondere für alte Bilder, Gemälde und Rahmen, an denen man mit wenigen Handgriffen vieles zerstören kann. Kügler rät auch davon ab, an Antiquitäten selbst Hand anzulegen: "Eine unsachgemäße Behandlung kann schnell zu einem massiven Wertverlust führen."

Welches Reinigungsmittel für Raucher-Möbel?

Wer es sich selbst zutraut, sollte zunächst auf ein geeignetes Reinigungsmittel achten. Vorsicht ist bei herkömmlichen Haushaltsreinigern geboten, diese dürfen nur auf widerstandsfähigen Materialien angewandt werden. Bei empfindlichen Oberflächen sollte dagegen auf neutrale Reiniger zurückgegriffen werden.

"Ich rate unbedingt von lösemittelhaltigen Reinigern ab", warnt Bernhard Kügler. Diese eignen sich nur für moderne Kunststoffoberflächen. Historische Lacke werden dadurch stark gefährdet. Besser sind Citrus- oder Essigreiniger.

Im Handel gibt es zudem spezielle Nikotinreiniger mit Schaum. "Durch die Schaumbildung hält sich der Reiniger länger auf der Oberfläche und löst dadurch mehr Ablagerungen als bei einfachem Drüberwischen", erklärt der Restaurationsexperte.

Mikrofasertücher nehmen kleine Partikel auf und eignen sich gut, den Schaum nach dem Einwirken wieder abzuwischen.

Tipp vom Experten: Testet das gewählte Reinigungsmittel zunächst an einer unauffälligen Stelle auf dem Möbelstück, um zu sehen, wie die Oberfläche darauf reagiert.

Trockene Oberflächenbehandlung mit "Rußfresser-Schwamm"

Für eine trockene Oberflächenbehandlung eignen sich so genannte "Rußfresser-Schwämme" aus Latex oder Polyurethan-Kautschuk. Diese Schwämme werden trocken benutzt und sind durch ihre Struktur in der Lage, Oberflächen schonend zu reinigen. "Kautschuk hat einen abrubbelnden Charakter, ist aber viel feiner und sanfter als etwa ein Radiergummi", erklärt Kügler.

"Opferschicht" schützt empfindliche Oberflächen

Sind die Möbel erstmal vom gelben Nikotinfilm befreit, solltet ihr die Oberflächen vor neuen Ablagerungen schützen. Profis tragen nach dem Aufbessern einen mikrokristallinen Wachsüberzug auf, der das Material darunter nicht angreift. Diese Schutzschicht nutzt sich mit der Zeit langsam ab, Restauratoren sprechen daher von einer "Opferschicht".

Textilien waschen

Abnehmbare Textilien wie Kissenbezüge werft ihr am besten in die Waschmaschine. Für größere Textilreinigungen empfiehlt der Experte den Einsatz eines Wasch- oder Vakuumsaugers, der Wasser in das Material sprüht und sofort wieder absaugt. Auch hier solltet ihr euch aber eine unauffällige Probestelle suchen, um die Wirkung zu testen.

Tipp: Solche Geräte könnt ihr euch in Baumärkten für schmales Geld leihen. Noch besser: Drogeriemarkt-Ketten wie dm, Rossmann oder Budnikowsky verleihen Profi-Reinigungsgeräte oftmals sogar kostenlos, wenn man das Reinigungsmittel dort kauft!

Ozonbehandlung

Sind alle Geruchsquellen beseitigt, kann es sich lohnen, den Raum mittels Ozonbehandlung vollends geruchsneutral zu machen. Dafür gibt es entweder Spezialfirmen oder auch Ozongeneratoren für jedermann im Handel. (Mehr dazu hier: Wie wirksam sind Ionisationsgeräte?)

Die Ozonbehandlung ist unter Restauratoren allerdings umstritten. Zum einen weil unklar ist, ob das Ozon den Alterungsprozess von Materialien beschleunigt. Zum anderen kann Ozon in Verbindung mit Partikeln aus Zigarettenrauch sehr giftig sein. Experte Bernhard Kügler mahnt daher, unbedingt die Sicherheitshinweise von Ozongeneratoren zu beachten: "Man sollte den behandelten Raum danach erst nach einer gewissen Zeit wieder betreten und dann kräftigst lüften."

Fazit zur Möbelreinigung in einer Raucherwohnung

Beim Renovieren einer Raucher-Wohnung gehört die Reinigung von vergilbten Möbeln zu den größten Herausforderungen. Laien und ambitionierte Heimwerker können bei unempfindlicheren Stücken mit den genannten Tipps einiges selbst erreichen. Die Restauration von antiken und wertvollen Gegenständen gehört aber in die Hände von Fachkräften.

Abschließender Tipp: Wenn ihr weitere Informationen zum Umgang mit üblen Rauchgerüchen in den eigenen vier Wänden benötigt, dann lest dazu unseren Artikel: "Rauchgeruch entfernen: 10 Tipps für gute Luft in der Raucherwohnung".

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