Luftreiniger im Wohnzimmer
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Wohnen | News

Luftreiniger-Test: Versteckte Kosten lauern bei Ersatzfiltern

Katharina Schneider

Die Luft, die wir täglich atmen, ist voll mit Schadstoffen – auch in der eigenen Wohnung. Luftreiniger versprechen, Pollen, Zigarettenrauch und Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Die Stiftung Warentest hat nun bei sieben Modellen getestet, wie gut sie das schaffen.

16.000 Liter Luft atmet der Mensch jeden Tag ein. Darin sind viele Stoffe enthalten, die Allergien oder sogar Asthma auslösen können. Luftreiniger versprechen, diese Stoffe aus der Luft zu filtern. Egal ob Staub, Pollen, Zigarettenrauch oder Schadstoffe aus Möbeln oder Baumaterialien – besonders für Allergiker sollen sie ein Segen sein und erfassen laut Werbung 99,97 Prozent der ultrafeinen Partikel und Allergene. Die Stiftung Warentest hat nun geprüft, wie gut einzelne Produkte das Versprechen halten.

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Für den Test wurden drei Belastungen geprüft: Pollen, Zigarettenrauch und Formaldehyd. Das Formaldehyd soll dabei als Beispiel für chemische Schadstoffe stehen, die häufig bei Möbeln vorkommen. Im Test waren sieben Geräte.

Luftreiniger filtern Pollen gut

Pro Kubikmeter befinden sich im Frühling bis zu 250 Blütenpartikel in der Luft. Für Menschen mit Heuschnupfen ist diese Zeit oft sehr belastend. Die meisten der getesteten Luftreiniger können hier jedoch Abhilfe schaffen. Für den Test wurden die Geräte zwei Millionen Pollen pro Kubikmeter Luft ausgesetzt. Sechs der sieben getesteten Produkte schnitten beim Pollentest gut ab. In zehn Minuten konnten sie 90 Prozent der Pollen oder mehr im 16-Quadratmeter-Testraum filtern. Da in einer Wohnung durch Türen oder Fenster aber stets neue Pollen nachkommen können, rät die Stiftung, den Luftreiniger länger als zehn Minuten laufen zu lassen.

Testsieger ist ein Zigarettenrauch-Killer

Um zu testen, wie gut die Luftreiniger Gerüche, Feinstaub und chemische Verbindungen aus der Luft entfernen können, nutzten die Tester Zigarettenrauch. Das Ergebnis: Mit neuen Filtern ausgestattet, war der Rauch aus einem 40-Quadratmeter-Raum in nur 20 Minuten bei rund der Hälfte der getesteten Geräte zu einem Großteil weg. Besonders der Testsieger, der Philips AC2889/10 (Gesamtnote 2,4) zu einem Preis von 350 Euro, konnte hier auftrumpfen. Er blieb auch nach 100 Zigaretten noch stark.

Luftreiniger Philips AC2889-10
Der Luftreiniger Philips AC2889/10 ist Testsieger bei Stiftung Warentest (03/2020). © Philips

Formaldehyd überfordert die Geräte

Das Lösungsmittel Formaldehyd findet sich in vielen Produkten des täglichen Lebens wieder: zum Beispiel in Textilien, Kosmetika, Klebstoffen und Möbeln. Dabei steht der Stoff in Verdacht, krebserregend zu sein. Der Effekt ist aber abhängig von der Konzentration. Zusätzlich kann Formaldehyd die Schleimhäute reizen. Um den Schadstoff aus der Luft zu filtern, sind Luftreiniger mit Aktivkohlefiltern ausgestattet. Manche der getesteten Produkte werben damit, wahre Formaldehyd-Zerstörer zu sein. Gut abgeschnitten hat hier dennoch keines der Geräte – zwei kassierten in dieser Kategorie sogar ein mangelhaft.

Ersatzfilter können teuer werden

Luftreiniger arbeiten mit Strom. Doch neben dem Anschaffungspreis und den Kosten für die Energie belastet noch ein weiterer Faktor den Geldbeutel: Ersatzfilter. Diese Kosten unterscheiden sich laut Stiftung Warentest drastisch. Die Filter kosten zwischen 39 Euro und 149 Euro. Auch die Zeit, nach denen sie gewechselt werden müssen, ist bei den getesteten Luftreinigern sehr unterschiedlich. Bei manchen Modellen müssen sie alle sechs Monate, bei manchen erst nach drei Jahren, gewechselt werden. Ihr solltet deshalb schon bei dem Kauf des Luftreinigers darauf achten, wie teuer die Ersatzfilter sind und wie oft sie getauscht werden müssen.

Raumgrößen sind nur ein Anhaltspunkt

Der Test hat außerdem ergeben, dass die auf der Verpackung angegebenen Raumgrößen eher als Anhaltspunkt zu verstehen sind. Ein Anbieter gibt hier sogar eine Spanne zwischen 34 und 106 Quadratmetern an. Die getesteten Geräte kamen jedoch bei einheitlicher und vereinfachter Rechnung mit den Messwerten alle nicht über eine Raumgröße von 23 Quadratmetern hinaus. Schenkt der Aufschrift auf der Packung lieber nicht zu viel Glauben.

Den Luftreiniger-Test könnt ihr in Heft 3/2020 von "test" nachlesen.

Der Luftreiniger-Test ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift "test" veröffentlicht und online abrufbar.

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