Haus mit Gerüst
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Kritik am Klimapaket: "Unzureichende Förderung der Gebäudesanierung"

Albert Linner

Level: Für Alle

Rund 700 Millionen Euro sieht das Klimapaket der Bundesregierung zur Förderung der Gebäudesanierung vor. Viel zu wenig, kritisieren Verbraucherschützer und Experten. Sie fordern Nachbesserungen und dass die Regierung auch ihre bisherigen Fördermaßnahmen überdenkt.

Das Klimapaket der Bundesregierung kommt. Die Große Koalition hat weite Teile des Programms für mehr Klimaschutz beschlossen – darunter auch die angedachten Förderungen für Hausdämmungen.

Insgesamt soll die energetische Gebäudesanierung von 2021 bis 2024 mit rund 700 Millionen Euro gefördert werden. Viel zu wenig, heißt es dazu vom Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen (vbzv). "Die Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist richtig, aber unzureichend", erklärt der Verband in einer Stellungnahme. Es müsse deutlich mehr Geld in die Förderung gesteckt werden.

Der Verband fordert dafür 1,5 Milliarden Euro pro Jahr – also mehr als das Achtfache des Betrags, den die Bundesregierung investieren will. Wenn im Gebäudesektor echte Erfolge für den Klimaschutz erzielt werden sollen, dann müsse der Entwurf nachgebessert werden, sagt vbvz-Vorstand Klaus Müller.

Förderung von Gebäudesanierung für Experten nicht ausreichend

Auch andere Aspekte der Förderung der Dämmung haben schon für Kritik gesorgt. So würde die steuerliche Förderung nur für Selbstnutzer gelten, nicht für Privatvermieter. Für die wäre sie allerdings am interessantesten, sagt Christian Huttenlohner vom Deutschen Verband für Wohnungswesen in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche".

Sanierungsmaßnahmen können sich Immobilieneigentümer jetzt schon vom Staat fördern lassen – über die staatliche KfW-Bank. Doch auch diese Programme sind für Huttenloher nicht ausreichend. Sie bieten nicht nur einen zu geringen Anreiz. Auch die Zuschüsse für Wohnunternehmen müssten deutlich höher sein. "Sonst zahlen die Mieter die Modernisierungsinvestitionen durch höhere Mieten, sparen aber bei Weitem nicht so viel an Energiekosten", erklärt Huttenloher.

Ist Mieterstrom die Lösung?

Die Dämmung reiche außerdem nicht aus, um bei der Gebäudesanierung die für die Klimaschutzziele vorgesehene Menge an CO2 einzusparen. "Schon aus baulichen Gründen: Bei manchen Gebäuden sind die Dachüberstände nicht groß genug, da müsste das ganze Dach umgebaut werden, um von außen Dämmung anzubringen", sagt der Experte.

Er plädiert im Gegensatz dazu, mehr Möglichkeiten zur Energieversorgung einzubinden – wie zum Beispiel Mieterstrom. Dabei sollte außerdem weniger in einzelnen Häusern, sondern viel mehr in Quartieren gedacht werden. Mit der momentanen gesetzlichen Lage sei das aber schwierig.

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