Garten im Winter
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Frostschäden an Pflanzen: So könnt ihr erfrorene Pflanzen wiederbeleben

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Frostschäden an Pflanzen sind im Winter nicht ungewöhnlich. Auch wenn alle Hoffnung verloren scheint: Mit diesen Tipps könnt ihr eure erfrorenen Pflanzen wiederbeleben.

In knackig kalten Winter sind Frostschäden an Pflanzen keine Seltenheit. Die vom Frost geschädigten Pflanzen sehen auf den ersten Blick oft übel aus. So schwach wie sie scheinen, sind sie aber häufig nicht. Pflanzen mit Frostschaden lassen sich in vielen Fällen noch retten. Wir zeigen, wie ihr erfrorene Pflanzen wiederbeleben könnt.

Frostschäden bei Kübelpflanzen verursacht durch Frosttrocknis

Bei Kübelpflanzen sind es meistens die jungen Blätter und Triebe, die zuerst vom Frost geschädigt werden. Sie enthalten viel Wasser, das gefriert und dabei die Blattzellen zerstört. Ältere Pflanzenteile, besonders die bereits verholzten Triebe, halten Minusgraden viel länger stand.

Für Kübelpflanzen kann auch die sogenannte "Frosttrocknis" zur Gefahr werden. Diese tritt ein, wenn ihr euch vom Winter täuschen lasst und aufhört, die Pflanzen zu gießen. Doch auch im Winter betreiben Pflanzen Photosynthese, wenn auch langsamer. Sie brauchen also weiterhin regelmäßig Wasser, um nicht zu vertrocknen. Gießt sie den Winter über regelmäßig in kleinen Dosen. Vermeidet es aber, sie an frostigen Tagen zu gießen, denn ganz besonders dann können Frostschäden an Pflanzen entstehen.

Dass eure Kübelpflanze Wasser braucht, erkennt ihr einfach an herunterhängenden, schlaffen und zusammengerollten Blättern. Wenn ihr sie zu viel gießt, können allerdings die Wurzeln faulen. Dann kann auch Schimmel auftreten. Seid mit der Wassergabe deshalb sehr vorsichtig.

Manchmal wird der Frostschaden erst im Frühling deutlich, wenn die Pflanze neu austreibt. Sind die Zweige dunkel und erscheinen trocken oder sehen die Stauden glasig und matschig aus, könnte das an einem Frostschaden liegen. Seid ihr euch bei der Diagnose nicht sicher, hilft es, leicht an der Rinde zu kratzen. Ist der Trieb darunter grün, ist er noch am Leben.

So könnt ihr erforene Pflanzen wiederbeleben

Besonders anfällig für Frostschäden sind eher junge, eingetopfte Pflanzen. Beetpflanzen hingegen profitieren von der im Erdreich gespeicherten Wärme. Es braucht schon mehrere Tage und Nächte am Stück mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, damit diese Pflanzen echte Schäden davontragen. Damit das nicht geschieht, solltet ihr eure Pflanzen, ob im Beet oder im Kübel, rechtzeitig vor Frost schützen.

Ist das Kind in den Brunnen gefallen, gilt es schnell zu handeln: Kübelpflanzen sollten zügig in einen etwas milderen Unterschlupf wie einen Keller oder einen Wintergarten gestellt werden. Idealerweise herrschen dort Temperaturen zwischen fünf und sieben Grad. Beobachtet die Pflanze und vergesst nicht, sie weiterhin regelmäßig zu gießen. Die noch lebenden Blätter und Triebe sollten sich in wenigen Tagen wieder aufrichten.

Die erfrorenen Pflanzenteile, die keine Regung mehr zeigen, solltet ihr abschneiden, sobald sie abgetrocknet sind. Ihr könnt die Kübelpflanze anschließend ins eigentliche Winterquartier mit einer Temperatur zwischen 10 und 15 Grad stellen.

Was tun, wenn Beetpflanzen Frostschäden aufweisen?

Im Fall von Beetpflanzen könnt ihr zunächst nicht viel ausrichten. Hier heißt es abwarten und die Pflanze in der Zwischenzeit möglichst gut vor weiteren Frostschäden schützen. Sobald es wieder dauerhaft etwas wärmer wird, könnt ihr die abgestorbenen Teile abschneiden. Wartet dabei darauf, dass die Pflanze neu austreibt, damit ihr euch sicher seid, welche Triebe tot sind.

Im Frühling solltet ihr die Pflanze dann auch genauestens auf Schädlinge und Krankheiten untersuchen. Frostgeschädigte Pflanzen sind schwächer und damit anfälliger für Infektionen. Im schlimmsten Fall werdet ihr feststellen, dass die Wurzeln faulen. Schimmelnde Wurzeln solltet ihr sofort vorsichtig entfernen und die Pflanze in neue Erde pflanzen. Danach könnt ihr nur noch Daumen drücken, dass die Pflanze das überlebt.

Frostschaden beim Kirschlorbeer

Kalte Winter setzen auch immergrünen Pflanzen wie dem Kirschlorbeer zu. Bräunlich oder rötlich verfärbte Blätter sind ein klares Anzeichnen für einen Frostschaden. Besonders solche Pflanzenteile, die an einem sehr sonnigen Standort wachsen, können davon betroffen sein.

Doch kein Grund zur Sorge, ihr könnt die beschädigten Zweige einfach im Frühjahr herausschneiden. Die Pflanze treibt bis zum Sommer wieder üppig aus.

Bei größeren Frostschäden am Kirschlorbeer müsst ihr beim Rückschnitt etwas großzügiger sein. Hier kann es auch ein paar Jahre dauern, bis die Hecke wieder so dicht wächst wie zuvor.

Ist die Frostzeit vorbei, könnt ihr den Kirschlorbeer gießen. So kann er schneller neue Triebe und Blätter ausbilden.

Frostschaden beim Olivenbaum

Olivenbäume sind hierzulande sehr beliebt, denn sie bringen ein wunderbar mediterranes Flair in den Garten. Das Gehölz, das ursprünglich rund um das Mittelmeer beheimatet ist, benötigt nördlich der Alpen allerdings etwas mehr Pflege, besonders in den frostigen Wintermonaten.

Wie frosttolerant der Olivenbaum ist, hängt einerseits von seiner Herkunft, andererseits vom Alter und dem Standort ab. Je südlicher seine Herkunft, desto weniger frostbeständig ist er. Zum Beispiel vertragen Olivenbäume aus Norditalien auch mal frostigere Temperaturen von maximal -5 bis -10 Grad Celsius. Je südlicher man geht, desto weniger kommt ein Olivenbaum mit den Minusgrad klar. Dazu kann sich ein junger Baum noch besser an das kalte Klima gewöhnen als ältere seiner Sorte.

Das könnt ihr bei folgenden Frostschäden an eurem Olivenbaum tun:

  • Wurzelschäden an Olivenbäumen: Wenn sich die Pflanze leicht anheben lässt, sind möglicherweise die Wurzeln beschädigt. Auch schwache neue Triebe und welke Blütenblätter sind ein Anzeichen. Dem Frostschaden entgegenwirken könnt ihr, indem ihr die Erde etwas auflockert und auf Nässe verzichtet.
  • Kleine Frostrisse in der Rinde: Bei kleineren Rissen in der Rinde, die durch Frost entstanden sind, heißt es: abwarten. Bereits im Frühjahr entsteht an der gerissenen Stelle eine Narbe. Beschädigte junge Äste solltet ihr dazu etwas schneiden.
  • Kambium zerstört: Als Kambium bezeichnet man die Gewebeschicht zwischen Holz und neuer Rindenschicht. Es ist verantwortlich für das Dickenwachstum des Baumes. Ist es nur leicht zerstört, kann der noch intakte Teile des Kambiums junge Triebe weiter versorgen und stabiles Gewebe ausbilden.

Weitere hilfreiche Informationen zu Frostschäden bei Olivenbäumen findet ihr auch auf mainolivenhain.de.

Frost bei Olivenbäumen vorbeugen

Wo die Temperaturen im Winter regelmäßig unter -5 Grad fallen, sollten die Olivenbäume in ein kühles und helles Winterquartier umgesiedelt werden. Bei 5 Grad geht es ihnen meistens am besten, da sie dann in eine Art Winterruhe übergehen und ihr Wachstum einstellen. Schützt den Baum im Winter vor Nässe, die Erde sollte nur leicht feucht gehalten werden. Im Winterquartier müsst ihr ihn theoretisch gar nicht gießen.

Sind eure Olivenbäume nicht in einem Topf, sondern im Garten eingepflanzt, könnt ihr Frostschäden an der Pflanze auch durch Mulchen vorbeugen oder den Boden mit geeignetem Isoliermaterial abdecken, welches eine Aufwärmung durch die Sonne zulässt.

Um Frostrisse zu vermeiden, könnt ihr den Stamm ebenfalls mit einem Frostschutzvlies (Anzeige*) für Pflanzen einpacken. Achtet unbedingt darauf, dass das Vlies wasserabweisend ist.

Was tun, wenn der Oleander erfroren ist?

Auch Oleander mag eisige Temperaturen nicht, denn auch er ist an heiße Sommer und milde Winter gewöhnt. Minusgrade ziehen deshalb häufig Frostschäden nach sich, die sich durch braune und vertrocknete Blätter und Triebe kenntlich machen. Ähnlich wie beim Kirschlorbeer könnt ihr die erfrorenen Triebe zurückschneiden.

Scheint der Oleander komplett erfroren zu sein, hilft nur noch ein radikaler Rückschnitt aller Triebe und etwas Hoffnung, dass das Gewächs im nächsten Frühjahr neu austreibt.

Sind meine Hortensien erfroren?

Ob eure Hortensie erfroren sind, könnt ihr einfach überprüfen, indem ihr an einem braunen Trieb die Rinde mit einem scharfen Messer leicht abschabt. Kommt eine grüne Schicht zum Vorschein, ist das meistens ein gutes Zeichen, denn dann scheint das Kambium noch intakt zu sein. Neue Austriebe oberhalb der Erde sind ein weiteres Zeichen dafür, dass es der Hortensie gut geht.

Erfrorene Triebspitzen müssen bis ins lebende Holz zurückgeschnitten werden, damit sie neu austreiben können. Sind die Triebe noch intakt und nur die Blätter braun, müsst ihr keinen Rückschnitt vornehmen.

Lebt ihr in einer Region, in der es im Winter häufig knackig kalt wird, raten wir euch grundsätzlich dazu, die Hortensien an einen vor Sonne und kalten Ostwinden geschützten Ort zu pflanzen, damit sie gut durch den Winter kommen.

Bei größeren Frostschäden an der Hortensie muss ein radikaler Rückschnitt erfolgen. © iStock/Getty Image/Olga Seifutdinova

Bambus erfroren oder vertrocknet?

Die meisten Bambusarten, die man hierzulande kaufen kann, sind winterhart und halten Temperaturen bis zu -25 Grad aus. Sind die Bambusblätter nach dem Winter eingerollt oder ganz vertrocknet, ist das in der Regel kein Hinweis darauf, dass die Pflanze erfroren, sondern vielmehr verdurstet ist. Frostige Minusgerade sorgen dafür, dass die Bambuspflanze nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden kann. Rollt der Bambus die Blätter ein, ist das ein erstes Anzeichen dafür, dass die Pflanze dringen Wasser benötigt.

Was ihr tun könnt, wenn der Bambus getrocknet ist:

  • Vertrocknete Blätter: Sie sind kein Grund zur Panik. Die braunen Blätter fallen irgendwann ab, im Frühjahr bilden sich neue Triebe und Blätter aus.
  • Vertrocknete Halme: Blasse, vertrocknete Halme könnt ihr einfach zurückschneiden, aus der Wurzeln bilden sich im Frühjahr neue Triebe heraus.
  • Vertrocknete Wurzel: Ist die Wurzel vertrocknet, ist das kein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass die Pflanze entweder verkümmert oder gar nicht mehr austreibt. Häufig passiert das bei Bambuspflanzen im Kübel, die nicht ausreichend mit Wasser versorgt wurden.

Frostschaden bei Hanfpalmen

Temperaturen um die -10 Grad machen der Hanfpalme deutlich zu schaffen. Braun verfärbte Blattwedel sind nach einem kalten Winter keine Seltenheit, sie sind jedoch auch kein Todesurteil für die Pflanze, solange das Palmenherz vor eindringender Feuchtigkeit und folglich Pilzbefall geschützt wird.

Vollständig erfrorene Triebe und Wedel könnt ihr im Frühjahr bis zum Stamm zurückschneiden. Solche, die nur teilweise befallen sind, könnt ihr stehen lassen, denn sie sind noch zur Fotosynthese fähig und helfen der Pflanze bei der Regeneration.

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