Kaminofen in gemütlichem Wohnzimmer
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"Blauer Engel" für Kaminofen: Erster Kamin erhält Umweltsiegel

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Kaminöfen sind gemütlich – aber oft nicht gerade umweltfreundlich, weil das Verbrennen von Holz viel Feinstaub erzeugt. Seit 2020 zertifiziert das Umweltzeichen "Blauer Engel" auch Kaminöfen – das erste ausgezeichnete Modell stammt aus Deutschland.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und wer seinen Kaminofen damit heizt, tut deshalb automatisch etwas für die Umwelt? Nun, so ganz stimmt das nicht. Laut Umweltbundesamt haben die mehr als elf Millionen Kaminöfen in Deutschland im Jahr 2016 doppelt so viel Feinstaub in die Luft geblasen wie Pkw und Lkw zusammen.

Die meisten dieser Holzöfen sind alt – und haben keine speziellen Filter. Damit Verbraucher Kaminöfen erkennen, die besonders umweltfreundlich sind, gibt es seit Anfang des Jahres 2020 den Blauen Engel für Kaminöfen.

"Aprica 2" von Droof ist der erste Kaminofen mit Blauem Engel

Und nun hat auch der erste Ofen das bekannte Umweltzeichen erhalten: der "Aprica 2" des deutschen Ofenbauers Droof.

Den Ofen gibt es in unterschiedlichen Bauhöhen, in schwarzem Stahl oder in klassischer Gussoptik, sowie mit verschiedenen Steinverkleidungen. Er kostet ab etwa 2.200 Euro.

Kaminofen Aprica 2 von Droof
Der Aprica 2 des deutschen Ofenbauers Droof ist der erste Kaminofen, der mit dem Umweltzeichen Blauer Engel zertifiziert worden ist. © Droof

Kaminofen muss niedrigeren Grenzwert einhalten

Um den Blauen Engel zu bekommen, muss sich ein Kaminofen einem harten Test unterziehen. Durch diesen speziellen Test soll das reale Emissionsverhalten beim Verbrennen des Holzes besser abgebildet werden als bei anderen Verfahren, heißt es von der Organisation, die hinter dem Umweltzeichen steht.

Ein Kaminofen, der den Blauen Engel erhält, muss demnach einen Partikelmassewert von 15 Milligramm pro Kubikmeter einhalten. Der gesetzliche Grenzwert liegt derzeit bei 40 Milligramm pro Kubikmeter.

Diesen geringen Emissionswert erreicht ein Kaminofen durch spezielle Einrichtungen zur Emissionsminderung. Dadurch wird eine effiziente und geregelte Verbrennung erzielt und der Staub- und andere Abgasemissionen deutlich reduziert. Im Falle des ersten zertifizierten Kaminofens sind das eine spezielle elektronische Abbrandsteuerung und ein Katalysator.

Teilweise Kaminofenverbot in Gemeinden

Das Problem am Feinstaub, der durch das Verbrennen von Holz entsteht: Der Großteil besteht aus ultrafeinen Partikeln, die kleiner als 0,1 Nanometer sind. Dieser sind schwer zu filtern und besonders gefährlich für die menschliche Gesundheit. Diese ultrafeinen Partikel sind momentan im Grenzwert für Feinstaub enthalten – einen gesonderten Wert für die schädlichsten Partikel gibt es nicht. Der Blaue Engel spricht sich daher für einen Grenzwert der Partikelanzahl von 5.000.000 pro Kubikzentimeter aus, der ab 2022 gelten soll.

Weil ein mit Holz betriebener Kaminofen so viele luftverschmutzende Emissionen verursacht, gibt es in einigen Gemeinden schon regionale Verbote von konventionellen Kaminöfen. Diese dürfen dann in Luftreinhaltegebieten nicht genutzt und in Neubaugebieten nicht errichtet werden. Eine Ausnahme gilt dort für mit dem Blauen Engel zertifizierte Kaminöfen.

Zudem tritt Ende 2020 die zweite Stufe der Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) in Kraft. Dann müssen rund zwei Millionen Kaminöfen, die vor 1995 eingebaut wurden, stillgelegt werden. Für weitere alte Dreckschleudern ist dann Ende 2024 Schluss. Mehr dazu in unserem Artikel "Neue Feinstaubregeln: Für diese Kaminöfen ist Ende des Jahres Schluss".

Durch die neue Zertifizierung von Kaminöfen erhofft sich der Blaue Engel einen Innovationsschub für die Branche, so dass Kaminöfen endlich umweltfreundlicher werden.

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