Schuhschrank-Upcycling
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Schuhschrank-Upcycling: So könnt ihr einen alten Schrank restaurieren

Antonia Eigel

Antonia Eigel

In ihrer Freizeit beschäftigt sich unsere Redakteurin Antonia gerne mit DIY-Projekten aus der Kategorie "aus Alt mach Neu". Dieses Mal muss ein alter Schuhschrank dran glauben. Wie er jetzt aussieht und wie ihr selber einen Schuhschrank upcyclen könnt, lest ihr hier.

Bis vor Kurzem herrschte in unserem kleinen Mini-Flur, den wir gleichzeitig als Durchgang zum Wohnzimmer und als Garderobe nutzen, ein unansehnliches Schuhchaos. Die Schuhe stapelten sich in einem ausrangierten Metallregal, das eigentlich viel zu schade war, um es als Schuhregal zu missbrauchen. Wir waren uns schnell einig: Ein neuer Schuhschrank musste her.

Doch es gab eine "kleine" Herausforderung: Der Durchgang misst gerade mal einen Quadratmeter. Einen schmalen Schuhschrank zu finden, in dem alle Schuhe Platz haben, sollte schwierig werden.

Metallregal als Schuhregal im Flur
Das alte Schuhregal war viel zu breit für den kleinen Flur, sodass man kaum noch durchgehen konnte. Die Ecke wurde deshalb vorwiegend als Abstellkammer genutzt. © Wohnglück.de

Vorher: Alter Schuhschrank von Ebay-Kleinanzeigen

Das war wichtig: Der neue Schuhschrank sollte sich perfekt in die Nische im kleinen Flur einfügen, klappbar sein und nicht zu weit in den Flur hineinragen, damit man weiterhin hindurch laufen konnte.

Nach stundenlanger Sucherei im Internet war klar: Es wird kein konventionelles Modell von der Stange. Diese waren entweder recht teuer, zu klein oder zu groß. In den meisten Fällen entsprachen sie dazu auch nicht unserem Geschmack und Einrichtungsstil.

Weil wir bisher schon oft Glück bei Ebay-Kleinanzeigen hatten und wir Möbel gerne gebraucht statt neu kaufen, versuchten wir es auch dieses Mal wieder und siehe da: Ein gut verarbeiteter Schuhschrank mit den perfekten Maßen, für einen angemessenen Preis von 75 Euro. Einziger Haken: Die etwas altbackene Optik. Doch mit etwas Kreativität lässt sich auch daraus etwas machen.

alter gebrauchter Schuhschrank
Schuhschrank-Upcycling: So sah der alte Schuhschrank vorher aus. © Wohnglück.de

Schritt 1: Inspiration für Schuhschrank sammeln und Skizzen anfertigen

Ich hatte schon eine Vision im Kopf, wie der alte Schuhschrank nach einem Upcycling aussehen könnte. Zusätzlich diente Pinterest als Inspirationsquelle. Dort habe ich zum Beispiel so etwas gefunden:

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Die Holzleisten verkleiden hier zwar das Kopfpodest von einem Bett. Die Grundidee, eine Front mit Leisten zu verkleiden, konnte ich mir aber gut für das Schuhschrank-Upcycling vorstellen. Die Ideen habe ich zunächst einmal in eine Skizze übertragen.

Skizze für Schuhschrank-Upcycling
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Schritt 2: Materialliste und Kosten für Schuhschrank-Upcycling

Das tolle an der Idee mit den Holzleisten: Sie lässt sich eigentlich für fast jeden Schuhschrank mit flachen Fronten adaptieren. Für unseren Schrank habe ich folgende Materialien eingekauft:

  • 2K-Haftgrund: circa 23 Euro (von Schöner Wohnen)
  • 750 ml Buntlack, glänzend, anthrazitgrau: 17,50 Euro (von Schöner Wohnen)
  • feines Schleifpapier: 2 Euro (Körnung von 150)
  • 16 Holzleisten (2,40 m x 0,5 cm x 1,9 cm), Fichte/Kiefer: circa 35 Euro
  • Magnetische Türschnapper: 12 Euro (gefunden auf Amazon*/Anzeige)

Ein paar Materialien hatten wir schon zu Hause und mussten wir nicht extra kaufen:

  • zwei kleine Lackrollen (eine für den Haftgrund, eine für den Buntlack)
  • Pinsel
  • Abdeckfolie (alternativ geht auch Pappe oder alte Zeitungen)
  • Klebeband (zum Kanten abkleben)
  • Doppelseitiges Klebeband (um die Leisten später auf dem Schuhschrank zu fixieren)
  • Zollstock
  • Lappen

Damit ihr die langen Leisten zusägen könnt, benötigt ihr außerdem etwas Werkzeug:

  • Kappsäge (alternativ geht auch eine Stichsäge oder eine kleine Handsäge, das dauert nur länger und die Schnittkanten werden nicht so sauber)
  • Akkuschrauber
  • Schraubenzieher

Falls ihr euren Schuhschrank auch in diesem Stil upcyclen wollt, ihr solches Werkzeug aber nicht zu Hause habt, fragt doch mal beim Nachbarn nach oder leiht es euch im Baumarkt aus. Das ist in der Regel nicht so teuer. Im Baumarkt könnt ihr für gewöhnlich auch dort gekauftes Holz zusägen lassen. Leider sind solche kleinen Leisten aber meistens davon ausgenommen.

Die Gesamtkosten für das Upcycling beliefen sich auf knapp 90 Euro, was nicht ganz so günstig war wie erhofft. Ein neues hochwertiges Schuhregal, das auch in unseren kleinen Flur gepasst hätte, gab es in dieser Form jedoch nicht. Eine Maßanfertigung vom Schreiner hätte außerdem weitaus teurer ausfallen können.

Schritt 3: Alten Schuhschrank lackieren und fixieren

Bevor der alte Schuhschrank lackiert werden konnte, musste ich ihn etwas vorbereiten. Dazu gehörte:

  • Alte Griffe mit dem Schraubenzieher abschrauben.
  • Kanten, auf die keine Farbe kommen soll, mit Klebeband abkleben.
  • Den Boden vor dem Lackieren mit Abdeckfolie auslegen.

Da der Schrank nicht aus echtem Holz, sondern mit einem künstlichen glatten Holzdekor beschichtet war, musste die Oberfläche zuerst mit feinem Schleifpapier (150er Körnung) leicht angeraut und der Schleifstaub mit einem leicht angefeuchteten Lappen entfernt werden. Dann habe ich mit einer kleinen Walze eine Schicht Haftgrund aufgetragen. So war sichergestellt, dass der anthrazitfarbene Lack später besser hält und keine unschönen Schlieren entstehen.

Tipp: Wenn möglich, nehmt die Schubladen heraus, behandelt und lackiert sie einzeln. Das war in diesem Fall nicht möglich, weshalb ich schwer zugängliche Ecken mit einem Pinsel lackiert habe.

Kunststoffoberflächen sind generell sehr aufwendig zu lackieren, da sie absolut porenfrei sind und sich Lacke deshalb nur sehr schwer auf ihn verankern können, dennoch ist es nicht unmöglich. Wie das geht, zeigen wir hier:

Wenn euer alter Schuhschrank aus echtem Holz ist, gibt es andere Herausforderungen. Welche das sind, erfahrt ihr in unserem Ratgeber:

Schritt 4: Holzleisten sägen, lackieren und aufkleben

Die langen Holzleisten für die Schubladenfronten habe ich mit der Kappsäge gekürzt: 111 kurze Leisten à 33 Zentimeter. Die Länge habe ich vorher an der Schubladenfront ausgemessen. Das war tatsächlich etwas Arbeit, mit einer anständigen Säge ging das aber schneller als gedacht. Ihr könnt die Leisten natürlich auch mit einer Handsäge zusägen. Dann müsst ihr aber einige Stunden Zeit und eine Menge Kraft einplanen und damit rechnen, dass die Kanten nicht ganz sauber werden.

Dann waren folgende Schritte dran:

  • Schnittkanten abschleifen und Schleifstaub mit einem Tuch entfernen.
  • Leisten mit Pinsel und Lackrolle lackieren (mindestens eine Stunde trocknen lassen).
  • Trockene Leisten auf der Schublade auslegen, um die richtigen Abstände zu ermitteln.
  • Rückseitig kurze Streifen doppelseitiges Klebeband anbringen und die Leisten im richtigen Abstand aufkleben.

Tipp: Bevor ihr die Leisten final aufklebt, nehmt euch einen Gegenstand, den ihr als Abstandhalter verwenden könnt, damit sie alle den gleichen Abstand zueinander haben. Im besten Fall wählt ihr ihn so, dass die beiden äußeren Leisten exakt mit der Schubladenkante abschließen. Bevor ich die Leisten gekauft habe, habe ich den Holzbedarf natürlich schon mal grob ausgerechnet. Zum Aufkleben habe ich in diesem Fall bewusst keinen Holzleim verwendet. Denn die Lackschicht verhindert, dass er ins Holz einsickern und so die zwei Oberflächen miteinander verbinden kann.

Leisten auf lackiertem Schuhschrank
Der Abstand zwischen den Holzleisten entspricht 0,5 Zentimeter. Die flache Seite einer Leiste war in diesem Fall der perfekte Abstandhalter. © Wohnglück.de

Schritt 5: Magnetische Türschnapper für den Upcycling-Schuhschrank

Geradlinig und ordentlich sollte der Upcycling-Schuhschrank am Ende aussehen. Die altmodischen silbernen Griffe erlebten also leider kein Comeback. Damit man die Klappen aber auch in Zukunft problemlos öffnen kann, brauchte es eine Alternative. In diesem Fall waren magnetische Türschnapper die Lösung. Magnetisch deshalb, damit die voll beladenen Schuhklappen nicht einfach wieder auffallen. Die Türschnapper habe ich von innen über die alten Magnete geschraubt.

Schuhschrank-Upcycling
Mithilfe von magnetischen Türschnappern lassen sich die Schubladen mit leichtem Druck einfach öffnen und das ganz ohne Griff. © Wohnglück.de

Nachher: Der fertige Upcycling-Schuhschrank

Der Upcycling-Schrank war endlich fertig und konnte mit Schrauben, Dübeln und Winkeln in die Nische gehängt werden. Das Schuhchaos im Flur ist endlich beseitigt und wir haben wieder genug Platz zum Durchgehen.

Ihr wollt noch mehr inspirierende DIY-Projekte sehen? Dann schaut doch mal auf unserer DIY-Seite vorbei. Hier findet ihr tolle Projekte zum Selbermachen:

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