Eine bunte Häuserzeile in Kopenhagen mit Souterrain-Wohnungen
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Wohnen im Souterrain: Wie lebt es sich in einer Souterrain-Wohnung?

Jan Krutzsch

Das Wohnen im Souterrain ist in Zeiten teurer Mieten eine gute Alternative. Früher als Kellerwohnung abgetan, erfahren die Tiefparterre-Wohnungen einen Aufschwung. Wir nennen euch fünf Vor- und Nachteile des Wohnens im Souterrain.

Was ist eigentlich ein Souterrain?

Der Begriff Souterrain kommt aus dem Französischen (sous-terrain = unter der Erde) und bezeichnet eine Wohnung, die im Unter- oder Kellergeschoss liegt, jedoch mit Tageslichtfenstern versehen ist und zur Straßenseite einen Eingang besitzt. Meist geht man einige Stufen vom Straßenniveau abwärts, um solch eine Souterrain-Wohnung zu betreten. Doch wie ist das Leben in einer Souterrain-Wohnung?

Früher wohnten im Souterrain hauptsächlich Bedienstete. Niedrige Deckenhöhen und kleine Fenster machten das Wohnen im Souterrain später dann zur günstigen Alternative für Studenten und Menschen mit geringem Einkommen. Durch den Immobilienboom und die Wohnungsknappheit werden Souterrain-Wohnungen jedoch zunehmend auch für eine breitere Schar von Interessenten attraktiv.

Wir haben für euch die fünf größten Vorteile und Nachteile von Souterrain-Wohnungen gesammelt.

Abgang in eine Souterrain-Wohnung
Ein großer Vorteil des Souterrain: kurze Wege, falls man schwere Dinge zu tragen hat. © iStock

Fünf Vorteile vom Wohnen im Souterrain

1. Wohnen im Souterrain hat kurze Wege und wenig Treppen

Gerade bei schweren Einkäufen wie Getränkekisten ist das Souterrain im Gegensatz zu einer Wohnung auf einer oberen Etage von Vorteil.

2. Wohnen im Souterrain mit Terrasse

Oft haben Souterrain-Wohnungen eine Terrasse statt eines Balkons oder sogar direkten Gartenzugang.

3. Häufig geringere Heizkosten

Laufen die Heizungsrohre direkt durch solch eine Wohnung, kann das tatsächlich Heizkosten sparen. Das kommt sogar relativ häufig vor, da gerade in Mietshäusern die Versorgungsleitungen durch den Keller laufen.

4. Im Sommer ist es schön kühl

Bei großer Hitze im Sommer ist es im Souterrain immer angenehm kühl. Temperaturschwankungen werden verzögert und abgemildert.

5. Wohnen im Souterrain ist günstiger

Vielleicht ist das der größte Vorteil: Souterrain-Wohnungen sind in der Regel günstiger als vergleichbare Wohnungen in höheren Stockwerken. Gerade in Innenstadtlagen beliebter Metropolen wie Berlin oder Hamburg kann man so noch das ein oder andere Schnäppchen machen.

Ein Lichtschaft mit neuem Kellerfenster
Lichtschächte ermöglichen den Einbau größerer Fenster. Damit kommt mehr Licht in die Souterrain-Wohnung. © iStock

Fünf Nachteile vom Wohnen im Souterrain

1. Wohnen im Souterrain kann dunkel sein

Durch die Lage unter der Erde können nur kleine Fenster eingebaut werden. Die Folge: zu wenig Licht. Bei Modernisierungen kann man allerdings oftmals Lichtschächte setzen und so größere Fenster mit höherer Lichtausbeute einbauen.

2. Probleme mit der Feuchtigkeit

Ebenfalls eine Folge der Lage unter dem Straßenniveau: Oftmals herrscht in Souterrain-Wohnungen eine hohe Feuchtigkeit. In älteren Gebäuden drückt bei fehlender Abdichtung Wasser von unten durch das Fundament und steigt durch die Kapillarkräfte in den Wänden nach oben. Hier hilft nur eine umfassende Sanierung.

Und: Schwitzwasser durch schlechte Isolation kann zu Schimmelbildung führen. Da ist dann vor allem richtiges und häufiges Lüften gefragt. Aber Achtung: In Kellerräumen müsst ihr ganz bestimmte Lüftungsregeln einhalten.

3. Viele Insekten und Laub in der Souterrain-Wohnung

Insekten sind bei einer Wohnung im Souterrain ein nerviges Thema. In der Regel sind Mücken und Fliegen in einer Flughöhe von bis zu acht Metern unterwegs. Auch bodenbewohnende Insekten kommen gerne zu Besuch in die Wohnung. Hier hilft nur ein Insektengitter oder Vorhang an Türen und Fenstern. Zudem weht im Herbst oft Laub in die Wohnung. Abhilfe schafft da ein Windfang.

4. Wohnen im Souterrain verschafft ungewollte Einsichten

Alle können in die Souterrain-Wohnung reinschauen, wenn man sich nicht entsprechend vor neugierigen Blicken schützt.

5. Wohnen im Souterrain ist gefühlt unsicher

Das Sicherheitsempfinden ist häufig eingeschränkt, da die Wohnung vom Boden aus gut erreichbar ist. Gerade im hinteren Bereich gibt es oft nur eine Balkon- oder Terrassentür. Diese sind meist nicht so einbruchssicher wie die Vordertür. Ihr müsst hier also verstärkt für einen Einbruchschutz sorgen.

Ein Moskitonetz an der Terrassentür einer Souterrain-Wohnung
Ein Moskitonetz an der Terrassentür hilft gegen Insekten und Kriechtiere. © iStock

Fazit: Lohnt sich das Wohnen im Souterrain?

Wohnen im Souterrain kann reizvoll sein, wenn man bereit ist, einige Nachteile in Kauf zu nehmen. Gerade Menschen mit erhöhtem Sicherheitsempfinden kann die Zugänglichkeit stören. In dieser guten Zugänglichkeit liegt allerdings auch der größte Vorteil einer Wohnung im Souterrain: Schwere Einkäufe oder auch das Fahrrad trägt man einfach und schnell hinein.

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