Alte Heizung vor alter Tapete
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So heizt Deutschland: Wo in Deutschland die ältesten Heizungen arbeiten

Albert Linner

Level: Für Alle

Wie heizt Deutschland? Eine Studie hat Heizungen im ganzen Bundesgebiet untersucht. Wenn in 2,7 Millionen Gebäuden die Ölheizung gegen eine Gasheizung oder Fernwärme getauscht würde, ließen sich 14 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Erdgas, Fernwärme oder immer noch mit Öl: Egal wie, geheizt wird im ganzen Bundesgebiet. Aber mit welcher Heizung die Wohnung warmgehalten wird, spielt eine erhebliche Rolle fürs Klima. In der Studie "Wie heizt Deutschland?" hat sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) deshalb unter anderem der Frage gewidmet, wo die ältesten Heizungen stehen.

Die Antwort: Hamburg. In der Hansestadt haben Heizungen ein Durchschnittsalter von 19 Jahren. Das Bundesland mit den jüngsten Heizungen liegt direkt darüber: In Schleswig-Holstein beträgt das Alter im Schnitt 14,6 Jahre.

In den meisten Bundesländern ist eine Erdgas-Zentralheizung der am meisten genutzte Heizungstyp für Wohnungen. In Hessen, im Saarland und Baden-Württemberg wird mehrheitlich mit Öl geheizt, in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Berlin hauptsächlich mit Fernwärme.

Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Die meisten Heizungen werden mit Erdgas betrieben

Die meisten Haushalte, die sich eine neue Heizung zulegen, setzen mittlerweile auf Erdgas als Energieträger. Seit 2009 hätten 80 Prozent der Gebäude, die das Heizsystem erneuert haben, von Öl auf Gas umgestellt. Das seien 275.000 Heizungen. In rund 17.000 Gebäuden wurde von Öl zu Fernwärme gewechselt.

Der Energieträgerwechsel sei ein wichtiger Schritt zur schnellen Senkung der CO2-Emissionen im Wärmemarkt, sagt BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer. Denn auf den geht der Großteil der CO2-Emissionen von Privathaushalten zurück.

Es werde aber auch sehr viel Potenzial zum Kohlenstoffsparen verschenkt. "Rund 2,7 Millionen Gebäude mit einer Ölheizung liegen in einem Gebiet, das ohnehin mit einer Gasleitung oder einem Fernwärmenetz verbunden ist – hier ließen sich recht schnell und unkompliziert 14 Millionen Tonnen CO2 vermeiden", sagt Kapferer.

Heizungen werden am häufigsten saniert

Viele moderne Gasheizungen ließen sich zudem auch heute schon ohne technische Umstellung zum Beispiel mit Biomethan oder künftig auch mit Wasserstoff betreiben.

Der BDEW fordert von der Bundesregierung Maßnahmen, die "einen schnellen und weitreichenden Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen im Wärmemarkt leisten". Es sei längst überfällig, energetische Sanierungen auch steuerlich absetzen zu können.

Saniert wird laut Studie am häufigsten die Heizung, danach erst kommt die Erneuerung von Fenstern und die Dämmung von Außenwänden. In Ein- oder Zweifamilienhäusern werde dabei deutlich häufiger saniert als in Mehrfamilienhäusern.

Fernwärme-Heizungen am beliebtesten

Der BDEW befragte Verbraucher auch danach, wie zufrieden sie mit ihrer Heizung sind. Hier schneidet die Fernwärme mit einer Durchschnittsnote von 2,0 am besten ab. Dahinter kommen Gasheizung (2,1) und Elektro-Wärmepumpe (2,2). Ölheizungen (2,6) und mit Strom betriebene Nachtspeicheröfen (3,1) folgen mit deutlichem Abstand.

Für die Studie haben die Forscher 18,9 Millionen Wohngebäude analysiert und mehr als 5.500 Interviews mit Vermietern und Bewohnern durchgeführt.

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