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In München ist die Gefahr einer Immobilienblase weltweit am größten

Eva Dorothée Schmid

Level: Für Alle

München und Frankfurt gehören im internationalen Vergleich zu den lebenswertesten Städten – doch das hat seinen Preis: In den beiden Großstädten besteht die Gefahr einer Immobilienblase. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle "Bubble Index" der Schweizer Großbank UBS. München führt das Negativ-Ranking sogar an.

München führt das weltweite "Immobilienblasen-Ranking" der Schweizer Großbank UBS an. In der Bayern-Metropole droht demnach die größte Gefahr eines plötzlichen Preisabsturzes. Für den "Global Real Estate Bubble Index 2019" haben die Immobilienspezialisten 24 Metropolen weltweit untersucht. Sieben von ihnen haben das wenig schmeichelhafte Attribut "Blasenrisiko" erhalten, darunter befindet sich auch Frankfurt.

Städte, in denen eine Immobilienblase droht

  • Rang
  • Stadt
  • Indexwert
  • 1
  • München
  • 2,01
  • 2
  • Toronto
  • 1,86
  • 3
  • Hongkong
  • 1,84
  • 4
  • Amsterdam
  • 1,84
  • 5
  • Frankfurt
  • 1,71
  • 6
  • Vancouver
  • 1,61
  • 7
  • Paris
  • 1,54

UBS Global Real Estate Bubble Index

Während London 2019 nur noch im Bereich "überbewertet" zu finden ist, sind die konkurrierenden Finanzplätze Paris und Frankfurt neu im tiefroten Bereich. Das bedeutet, dass das Risiko einer Immobilienblase in beiden Städten besonders hoch ist. In den vergangenen beiden Jahren wurde Frankfurts Immobilienmarkt von der UBS "nur" als überbewertet eingestuft.

In den ehemaligen Hotspots Vancouver und Sydney sind die Preise dagegen deutlich zurückgegangen. Lediglich vier Immobilienmärkte bewertet die UBS als fair: Boston, Mailand, Dubai und Singapur. Und nur eine Metropole halten die Immobilienspezialisten für unterbewertet: Chicago.

Gründe für den überhitzten Immobilienmarkt

Die Gefahr einer Immobilienblase misst die UBS anhand von fünf Kriterien:

  • das Verhältnis zwischen den Preis und den Einkommen,
  • das Verhältnis zwischen Kaufpreisen und Mieten,
  • Veränderungen im Verhältnis von Hypotheken zum Bruttoinlandsprodukt (BIP),
  • Veränderungen der Bautätigkeit gemessen am BIP
  • Veränderungen der Bautätigkeit gemessen an einem Stadt-Land-Preisindikator.

In München und Frankfurt drohe aufgrund der günstigen Arbeitsbedingungen, dem stetigen Zuwachs der Bevölkerung und dem Fehlen von neuem Wohnraum eine Immobilienblase, schreiben die UBS-Spezialisten.

frankfurt am Main
In Frankfurt sind die Immobilienpreise 2018 um elf Prozent gestiegen. © Getty Images/iStockphoto

Ein typisches Anzeichen für eine Blase ist laut UBS, wenn sich die Kaufpreise von den Mieten oder den Einkommen entkoppeln. Beides treffe auf München und Frankfurt zu. So haben sich in der bayerischen Landeshauptstadt beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren die Immobilienpreise verdoppelt. Die Mietpreise sind hingegen um 40 Prozent gestiegen.

Auch Frankfurt hat in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt, aber nicht nur bei den Immobilienpreisen. Die hessische Metropole wurde jüngst in einer Studie zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland gekürt.

Niedrige Zinsen sind nicht entscheidend

Claudio Saputelli, Head of Real Estate von UBS Global Wealth Management, ist der Meinung, dass "der weltweite Rückgang der Zinsen den Immobilienmärkten keinen neuen Impuls geben wird". Den meisten Haushalten fehle es an Eigenkapital, um die Finanzierungskriterien bei einer Bank zu erfüllen. Nach Meinung der UBS-Analysten ist dies das größte Risiko für Immobilienwerte in urbanen Metropolen.

Der Immobilienkauf in globalen Städten war in der Vergangenheit eine gute Strategie zur Vermögensvermehrung. Doch künftig könne nicht mehr mit Sicherheit mit realen Preisanstiegen gerechnet werden, so die Einschätzung der UBS-Experten.

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