Lebensmittelmotte sitzt auf Lebensmittel
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Wohnen | Ratgeber

Mittel gegen Lebensmittelmotten: Diese Tipps helfen bei Küchenmotten

Antonia Eigel

Dörrobst-, Mehl- oder Kornmotten können eure Speisekammer binnen weniger Wochen in einen Vorrats-Friedhof verwandeln. Wir stellen euch deshalb hilfreiche Mittel gegen Lebensmittelmotten vor, mit denen ihr sie erfolgreich beseitigen könnt.

Auch Lebensmittelmotten sind häufig in Vorratskammern oder Schubladen, in denen Lebensmittel aufbewahrt werden, vorzufinden. Leider wird das Ungeziefer im Haus oft erst bemerkt, wenn sich die erwachsenen Motten bereits nach einem geeigneten Eiablageplatz umgeschaut haben.

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Wir zeigen euch, wie Lebensmittelmotten aussehen und wie ihr einen Mottenbefall erkennt. Darüber hinaus nennen wir Maßnahmen, Methoden und Hausmittel, mit denen ihr die Lebensmittelmotten wieder loswerden könnt.

Lebensmittelmotten bestimmen: So sehen Falter und Larven aus

Auch wenn sich Lebensmittelmotten und Kleidermotten im Grunde kaum ähnlich sehen, werden sie häufig verwechselt. Während Kleidermotten tendenziell eher weiße und helle Flügel besitzen, sind die der Lebensmittelmotten meist braun gefleckt.

Die Larven ähneln häufig kleinen Maden und befinden sich nicht nur in Lebensmitteln, sondern oft auch in dunkleren Schrankecken oder im Wandbereich.

Befall durch Lebensmittelmotten: Erste Anzeichen

Einen Mottenbefall erkennt man oft nicht sofort auf den ersten Blick. Drei Indizien können aber auf Lebensmittelmotten in Küche oder Speisekammer hindeuten:

  1. Löcher in der Lebensmittelverpackung: Die meisten Motten bevorzugen Produkte wie Getreide, Nudeln oder Reis, Gewürze, Trockenobst, Tee, Schokolade oder sogar Tierfutter.
  2. Gespinste: Die weißen dünnen Fäden sind zwar kaum zu erkennen, legen sich aber in einer hauchdünnen Schicht über Mehl, Gries oder andere Lebensmittel. Die Folge: Die Lebensmittel fangen an zu verklumpen.
  3. Larven: Zwar sind die Eier mit bloßem Auge kaum zu erkennen, bei genauerem Hinschauen könnt ihr eventuell aber kleine, weißliche Larven entdecken.

Befall durch Lebensmittelmotten feststellen: Pheromon-Klebefallen

Mit Pheromon-Klebefallen könnt ihr relativ einfach einen Befall durch Lebensmittelmotten feststellen. Der Sexuallockstoff der Mottenweibchen zieht jedoch nur die männlichen Motten an. Zwar können die ungiftigen Klebestreifen dazu beitragen, die Fortpflanzung einzuschränken. Als einziges Mittel solltet ihr sie im Kampf gegen Motten aber nicht einsetzen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt dazu, mehrere Pheromon-Klebefallen an unterschiedlichen Stellen zu platzieren, zum Beispiel in der Vorratskammer und in Küchenschränken. So könnt ihr den zentralen Befallsherd durch Lebensmittelmotten besser lokalisieren.

Pheromon-Klebefalle gegen Lebensmittelmotten
Klebefallen mit Pheromon-Lockstoffen sind in der Regel ungiftig und können einen Befall durch Lebensmittel anzeigen oder zu Kontrollzwecken angewendet werden. © Getty Images/iStockphoto

So bekämpft ihr Lebensmittelmotten

Wenn ihr bei euch einen Befall mit Lebensmittelmotten festgestellt habt, stellt sich natürlich die Frage: Wie werde ich die Tierchen wieder los? Im Folgenden stellen wir euch die gängigsten Methoden zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten vor:

Chemische Insektizide gegen Lebensmittelmotten

Im Kampf gegen Insekten werden häufig Insektizide mit einem synthetischen Nervengift (Pyrethroide) eingesetzt. Aus Tierschutzgründen ist der Einsatz jedoch bedenklich, denn der Kontakt mit dem Wirkstoff führt dazu, dass die Tiere einen qualvollen Tod erleiden und letztendlich ersticken.

Ähnliche Mittel gibt es auch mit einem natürlichen Wirkstoff, sie heißen Pyrehthrine und werden aus dem Extrakt von Chrsysanthemen gewonnen. Ihre Wirkungsdauer ist allerdings beschränkt, denn Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Sonneneinstrahlung, bauen den Wirkstoff schneller ab. Solchen Mitteln wird deshalb häufig ein chemischer Wirkungsverstärker wie Piperonylbutoxid hinzugefügt.

Was viele nicht wissen: Auch für Katzen kann die Einnahme von Pyrehtrum tödlich verlaufen, eine Dosis von 0,5 bis 5 Gramm pro Kilogramm Gewicht reicht bei den meisten Pyrethroiden schon aus, um eure Katze das Leben zu kosten. Katzenbesitzern raten wir vom Einsatz dieser Mittel gegen Lebensmittelmotten dringend ab. Auch in Anti-Spinnen-Sprays (mit Permetrhin) oder in Floh- und Zeckenschutzpräparaten sind solche giftigen Wirkstoffe keine Seltenheit.

Mottenmittel mit Repellentien

Einige Mottenmittel gehören zu den Repellentien. Das sind Wirkstoffe, mit denen Motten vergrämt werden können. Sie strömen Gerüche aus, die auf Motten äußerst unangenehm wirken und sie letztendlich vertreiben. Häufig beinhalten sie ätherische Öle wie Lavendel- oder Zedernholzöl, Nelken oder Pfefferminze.

Wer besonders geruchsempfindlich ist oder möglicherweise allergisch drauf reagieret, sollte die Mittel gegen Lebensmittelmotten vorsichtig ausprobieren oder im Zweifelsfall besser zu einer Alternative greifen.

Hausmittel gegen Lebensmittelmotten

Immer wieder findet man im Netz auch Hausmittel, die gegen Lebensmittelmotten helfen sollen. Nicht alle sind aber gleich wirksam oder ratsam:

Essig-Reiniger

Mit einem selbst gemachten Essig-Wasser-Gemisch (Verhältnis von 1 zu 2) könnt ihr befallene Flächen, nachdem ihr alle Lebensmittel aus dem Schrank geräumt habt, gründlich reinigen. Lebensmittelmotten und viele andere Insekten mögen den beißenden Essiggeruch nicht und meiden solche Stellen. Wichtig ist, dass ihr damit in jede Ritze geht. Leider verflüchtigt sich der Geruch schnell, sodass die Wirksamkeit nur von geringer Dauer sein könnte.

Natron und Backpulver

Längst nicht mehr nur Backtriebmittel: Backpulver und Natron werden im Haushalt gerne als Wunderwaffe zum Putzen oder auch im Kampf gegen Ameisen eingesetzt. Auch bei Lebensmittelmotten sollen Natron und Backpulver den gewünschten Effekt bringen und den Schädling beseitigen. Doch der Einsatz von Backpulver als Bekämpfungsmittel für Insekten bleibt nach wie vor umstritten. Mehr zum Thema erfahrt ihr in unserem großen Ratgeber zu diesem Thema:

Hitze und Kälte gegen Lebensmittelmotten

Ein weiteres Mittel gegen Lebensmittelmotten sind extreme Temperaturen, denn diese überleben die wenigsten ihrer Art. Befallene Vorräte solltet ihr vor der Entsorgung einmal gründlich erhitzen, um zu verhindern, dass die Motten erneut ihren Weg in die Vorratskammer finden.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) empfiehlt zudem, alle befallenen Vorräte bei 60 bis 80 Grad für 90 bis 120 Minuten im Backofen zu erwärmen oder sie für drei Tage bei -12 bis -15 Grad Celsius oder acht Tage bei -7 bis -9 Grad Celsius einzufrieren, bevor sie entsorgt werden können.

Mit einem Fön könnt ihr zusätzlich schwer zugängliche Schrankecken erhitzen, diese Methode tötet Eier und Larven ab.

Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten

Schlupfwespen sind als Mittel gegen Lebensmittelmotten besonders erfolgversprechend, denn sie sind ihr natürlicher Fressfeind. Mit circa 0,3 bis 0,4 Millimeter Größe sind die Parasiten mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, also nicht vergleichbar mit einer normalen Wespe.

Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier der Lebensmittelmotten. Ihr hervorragender Geruchssinn ist bei der Eiersuche von Vorteil. Die Larven der Schlupfwespe ernähren sich dann vom Inneren der Motteneier und unterbrechen somit den Lebenszyklus der Lebensmittelmotten. Die frisch geschlüpften Schlupfwespen machen sich dann erneut auf die Eiersuche.

Ihr könnt Schlupfwespen ganz einfach online bestellen (ab 26 Euro). Viele Händler senden euch dann in einem 14-tägigen Rhythmus über mehrere Wochen hinweg kleinen Kärtchen zu, die bis zu 2.000 Schlupfwespen enthalten. Zu Hause könnt ihr sie dann zu den betroffenen Lebensmitteln in Schubladen oder Schränke legen.

Der Einsatz von Schlupfwespen ist für Mensch und Haustiere unbedenklich, da hier keine Giftstoffe zum Einsatz kommen.

Befall durch Lebensmittelmotten vorbeugen

Die beste Methode zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten ist immer noch, sie gar nicht erst an die Vorräte zu lassen. Es ist ratsam, alle Lebensmittelverpackungen direkt nach dem Einkauf einmal zu kontrollieren. Ist die Verpackung beschädigt, oder findet ihr Löcher, könnte das schon auf einen Mottenbefall hindeuten. Diese Lebensmittel solltet ihr umgehend draußen entsorgen.

Füllt auch bereits geöffnete Lebensmittel wie Mehl, Nüsse oder Kekse in gut verschließbare Gefäße aus Kunststoff, Glas oder Keramik. Hier kommt so einfach keine Lebensmittelmotte rein. Bei Gläsern mit Schraubverschluss solltet ihr vorsichtig sein, denn selbst durch die kleinen Rillen, können Larven herein- und herauskriechen.

Zusätzlich zu den bereits genannten Maßnahmen könnt ihr an eure Fenster auch ein Insektenschutzgitter oder ein Fliegennetz anbringen. Das verhindert zumindest, dass Lebensmittelmotten und andere Insekten von draußen den Weg in eure Küchenregale finden. Worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen Insektenschutz fürs Fenster kaufen und anbringen wollt, erfahrt ihr in folgendem Artikel:

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