Blick auf Wohnviertel in deutscher Großstadt
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Wohnen | News

Immobilienmarkt: Mieten sinken, Kaufpreise steigen weiter

Eva Dorothée Schmid

Nach einer aktuellen Studie sind die Neuvertragsmieten in Deutschland 2019 nicht weiter gestiegen. In einigen der teuersten Städte sind sie zuletzt sogar minimal gesunken. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Häuser steigen allerdings weiter.

Der Mietmarkt scheint sich zu beruhigen. Laut einer aktuellen Studie des Immobilienspezialisten F+B sind die Neuvertragsmieten in Deutschland 2019 nicht weiter gestiegen – und in einigen Top-Städten zuletzt sogar minimal gesunken. Bereits im Oktober 2019 kam eine Analyse des Immobilienportals immowelt.de zu dem Ergebnis, dass die Mieten sinken beziehungsweise stagnieren.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Angebotsmieten Ende 2019 bundesweit um 0,3 Prozent zurückgegangen, Tendenz weiter sinkend, so F+B. Grundlage für den F+B-Wohn-Index Deutschland sind bereinigte Angebotsdaten von knapp 35 Millionen Objekten, der größten Preis- und Marktdatenbank in Deutschland.

In elf teuren Städten sind die Mieten gesunken

Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau legt nahe, dass sich der Markt beruhigt. So sind im Vergleich zum Vorjahresquartal in elf der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten gesunken.

Sogar in München ist das der Fall. Die bayerische Metropole ist zwar die teuerste deutsche Stadt, doch Ende vergangenen Jahres waren Neuvertragsmieten um 0,6 Prozent günstiger als noch im Vorjahr. Ebenso in Berlin, wo die Mieten in den vergangenen Jahren immer nur steil nach oben gingen: Dort verbuchten Vermieter Ende 2019 bei Neuverträgen im Schnitt ein Minus von 1,2 Prozent.

Bestandsmieten steigen weiter

Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass Mieter nun aufatmen können: Die Neuvertragsmieten signalisieren die Richtung am Immobilienmarkt, bilden aber nur einen kleinen Teil ab. In bestehenden Verträgen sieht die Lage anders aus.

Die Bestandsmieten verteuerten sich bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent. "Das bedeutet, dass sich entgegen der auf die Metropolen zentrierten Berichterstattung über die Neuvermietungsmieten im bundesweiten Fokus die Bestandsmieten als deutlich wachstumsstärker erweisen", bemerkte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner.

Der Verbraucherpreisindex stieg im Zeitraum von Dezember 2018 bis Dezember 2019 um 1,5 Prozent. Die Mietentwicklung bei den Bestandsmieten bewegt sich also mittlerweile im Gleichklang mit der Inflationsrate.

Preise für Wohneigentum steigen weiter

Eigentumswohnungen verteuerten sich im letzten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern stiegen die Preise um 3,8 Prozent. F+ B erklärt den Anstieg auch mit dem sehr beliebten Baukindergeld.

F+B beobachtet bei den Käufern einen Wandel: Internationale Großanleger zögen sich nach Beobachtung großer Makler teils aus Deutschland zurück. Ein Grund sei die unübersichtliche und kaum kalkulierbare Mietenregulierung, die sich auch je Bundesland unterscheide.

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