Küchenarbeitsplatte mit Spüle
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Küchenarbeitsplatte: Welche Materialien sich besonders eignen

Jan Krutzsch

Jan Krutzsch

Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Küchenarbeitsplatten. Um euch die Auswahl der für euch richtigen Arbeitsplatte zu erleichtern, stellen wir euch die wichtigsten Materialien mit ihren Vorteilen, Nachteilen und Kosten vor.

Auf einer Küchenarbeitsplatte passiert ganz schön viel. Deshalb muss sie robust sein und etwas aushalten, damit ihr hohe Temperaturen, Flüssigkeiten, Öle, Fette, Säuren, Schläge und gelegentliche Ausrutscher mit dem Küchenmesser wenig anhaben können. Wir zeigen euch in diesem Artikel, welche Materialien sich besonders eignen, was die Unterschiede der verschiedenen Oberflächen sind und wieviel die verschiedenen Arbeitsplatten kosten.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Welche Materialien für Küchenarbeitsplatten gibt es?

Worauf solltet ihr bei der Wahl des Materials für die Arbeitsplatte in der Küche besonders achten?

  • Zum einen muss eine Arbeitsplatte natürlich besonders robust, haltbar und pflegeleicht sein.
  • Auch die Hitzebeständigkeit ist wichtig, da gelegentlich heiße Töpfe oder Pfannen auf die Platte gestellt werden.
  • Außerdem entscheidend ist das Design. Denn Farbe und Material sollten sich dem Stil der restlichen Küche anpassen oder ihr den gewissen Pfiff geben.
  • Und nicht zu vergessen: der Pflegeaufwand. Wie leicht lassen sich die Materialien reinigen und pflegen?

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Es gibt verschiedene Materialien, die sich für Küchenarbeitsplatten gut eignen. Die acht wichtigsten sind:

  1. Schichtstoff
  2. Naturstein
  3. Holz
  4. Beton
  5. Keramik
  6. Kunststein/Mineralwerkstoff
  7. Glas
  8. Edelstahl

Alle unterscheiden sich in wesentlichen Eigenschaften voneinander. Zur besseren Übersicht haben wir euch eine Tabelle erstellt:

Küchenarbeitsplatten - Die unterschiedlichen Materialien im Vergleich

  • Material
  • Kosten pro laufenden Meter/ pro Quadratmeter
  • Haltbarkeit/Robustheit
  • Pfegeaufwand
  • Schichtstoff
  • 10-70 Euro
  • je nach Qualität mittelmäßig bis lange haltbar, anfällig gegen Schnitte und Schläge
  • gering
  • Naturstein
  • ab 150 Euro
  • sehr langlebig, säureempfindlich, kratz- und schlagfest
  • sehr gering bis gering
  • Holz
  • 200-500 Euro
  • langlebig, anfällig für Kratzer und Schnitte, Flecken durch Flüssigkeiten, hitzeempfindlich
  • hoch
  • Beton
  • ab 400 Euro/m2
  • besonders kratzfest, fleckenanfällig bei Ölen und Fetten
  • mittel
  • Keramik
  • ab 800 Euro/m2
  • absolut kratzfest, hitzefest
  • sehr gering
  • Kunststein/Mineralwerkstoff
  • 200-400 Euro
  • sehr langlebig, schlag- und kratzfest, empfindlich bei Hitze und scharfen Reinigungsmitteln
  • gering
  • Glas
  • 300-1.000 Euro
  • absolut kratzfest, hitzefest
  • sehr gering
  • Edelstahl
  • 100-600 Euro
  • hitzefest, schlagfest, schnittfest, variiert je nach Dicke des Materials
  • sehr gering

Arbeitsplatten.xlsx

Der Markt ist groß, die Vielzahl der Materialien überfordert viele Kunden. Vielleicht entscheiden sich deswegen immer noch die meisten für das Standard-Material, den Schichtstoff. Und für dieses Material spricht ja auch vieles.

1. Schichtstoff-Küchenarbeitsplatte

Schichtstoff-Arbeitsplatten sind immer noch die Preis-Leistungssieger unter den Küchenarbeitsplatten. Man nennt sie auch Laminat-Arbeitsplatten. Auf eine Rohspanplatte wird eine gedruckte Oberfläche auflaminiert, welche in Optik und Haptik andere Materialien nachahmt.

Bereits ab 10 Euro pro laufendem Meter könnt ihr die einfachsten Versionen dieser Platten erwerben. Gute Produkte kosten bis zu 70 Euro pro laufendem Meter. Die sind dann auch beidseitig mit einer flüssigen Spezialbeschichtung versehen. Diese verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit und damit das Aufquellen der Platte.

Schichtstoff-Arbeitsplatten sind kratz- und schnittanfällig und nicht besonders schlagresistent. Allerdings können kleinere Beulen leicht mit dem Bügeleisen erhitzt und wieder "ausgebeult" werden. Sie sind recht einfach zu reinigen, allerdings nur mit weichen Tüchern und nicht mit sehr scharfen Reinigungsmitteln. Ein weiterer Vorteil des Schichtstoffes ist, dass man ihn bei Bedarf selbstständig be- und verarbeiten kann.

  • Kosten: 10 bis 70 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Studenten und kostenbewusste Erstausrüster, sowie für Selbermacher und Küchenrenovierer.
Eine Schichtstoff-Arbeitsplatte
Ein Küchenklassiker: Die Schichtstoff- oder Laminat-Arbeitsplatte. Eine schier endlose Dekorauswahl und der günstige Preis sind gewichtige Argumente. © AMK

2. Naturstein-Küchenarbeitsplatte

Naturstein-Arbeitsplatten galten lange Zeit als das Non-Plus-Ultra in Sachen Haltbarkeit und Robustheit. Mittlerweile gibt es allerdings auch andere Werkstoffe, die da mithalten können. Unbestritten ist weiterhin, dass Stein als Naturprodukt natürlich unerreicht in Haptik und Farbe ist. Die häufigsten Naturstein-Arbeitsplatten sind:

  • Granit-Arbeitsplatte
  • Marmor-Arbeitsplatte
  • Schiefer-Arbeitsplatte
  • Kalkstein-Arbeitsplatte

Dabei hat jede Steinart auch spezifische Eigenheiten. So ist Granit besonders hart und säurebeständig. Marmor besticht dagegen durch eine besondere Eleganz. Und Schiefer und Kalk sind echte Hingucker.

Allen gemein ist der sehr geringe Pflegeaufwand und die schier unbegrenzte Haltbarkeit. Nachteil bei Naturstein: Die Arbeitsplatte wird vorher gemessen, geplant und zugeschnitten – nachträgliches Umarbeiten ist praktisch unmöglich.

  • Kosten: ab 150 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Menschen, die ihre Küche nur einmal im Leben kaufen wollen.
Eine Naturstein-Küchenarbeitsplatte
Naturstein (hier schwarzer Marmor) ist ein Klassiker unter den Küchen-Arbeitsplatten. © AMK

3. Holz-Küchenarbeitsplatte

Ein weiteres Naturprodukt neben Stein ist Holz. Arbeitsplatten aus Holz vereinen in sich mehrere Gegensätze. Zum einen sind sie sehr pflegebedürftig – bei häufiger Nutzung empfehlen Profis mehrmals jährlich das Holz zu ölen. Auch sind sie extrem anfällig für Kratzer und Schnitte sowie für Brandflecken durch heiße Pfannen und Töpfe.

Auf der anderen Seite kann Holz immer wieder geschliffen und neu versiegelt werden. Je nach Stärke und Holzsorte kann eine solche Arbeitsplatte mehrere Jahrzehnte ihren Dienst tun. Es ist also nicht nur ein nachwachsender, ökologischer Rohstoff, sondern auch ein nachhaltig verwendbarer.

In Deutschland besonders beliebte Holzarten sind Buche, Eiche, Ahorn, Birke, Kirsche, Nuss, Esche und Bambus. Auch amerikanisches Walnussholz ist beliebt.

  • Kosten: 200 bis 500 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Ökologisch bewusste Menschen, die gerne Naturprodukte im Haus haben, Selbermacher und Hobby-Tischler.
Eine Holz-Arbeitsplatte
Vollholz oder Massivholz ist ein lebendiges, aber pflegeaufwändiges Material in der Küche. © AMK

4. Beton-Küchenarbeitsplatte

Immer mehr im Trend liegen Beton-Küchenarbeitsplatten. Ihr Vorteil liegt im Herstellungsverfahren. Da die Platten individuell gegossen werden können, sind fast alle Formen und Größen möglich.

Allerdings ist das Finish, also die Polierung und Versiegelung einer Arbeitsplatte aus Beton, sehr aufwendig und schlägt beim Preis stark auf. Auch ist Beton sehr schwer und benötigt einen stabilen Unterbau. Dafür erhält man mit einer Beton-Arbeitsplatte ein Unikat, welches praktisch unkaputtbar und ein absoluter Hingucker ist.

  • Kosten: ab 400 Euro pro Quadratmeter
  • Lohnt sich für: Menschen, die Beton lieber beim Kochen als beim Joggen unter sich haben (oder beides mögen).
Eine Beton-Arbeitsplatte von oben
Beton ist ein vielseitiger und sehr robuster Baustoff und auch für die Küche geeignet. © Getty Images/iStockphoto

5. Keramik-Küchenarbeitsplatte

Mindestens ebenso stabil wie Beton ist ein in der Küche sonst eher bei Geschirr verwendeter Werkstoff: Keramik. Keramik ist zugleich ein extrem alter Werkstoff (gebrannte Keramik gibt es bereits seit Tausenden von Jahren) und zugleich ein extrem moderner (Keramik spielt in der Raumfahrt eine tragende Rolle).

Keramik-Arbeitsplatten für die Küche sind noch relativ neu auf dem Markt. Dafür sind sie besonders exklusiv. Die Platten werden extra individuell gegossen, je nach Anpassungsgrad kosten sie schnell mehr als 1.000 Euro pro Quadratmeter. Dafür erhält man aber auch eine Menge Vorteile.

Aufgrund der kompakten, geschlossenen Oberfläche bei Gusskeramik gibt es hier weder Materialabrieb noch Flecken oder Verfärbungen. Küchenarbeitsplatten aus Keramik sind absolut unempfindlich gegen Säuren, Hitze, gegen Schnitte und Kratzer. Zudem sind sie extrem hygienisch, da vollständig versiegelt.

Eine wichtige Einschränkung bei Keramik-Küchenarbeitsplatten gibt es allerdings: die maximale Größe. Denn die Hersteller können zwar relativ große Platten in ihren Öfen brennen, bei etwas mehr als drei Meter Länge und knapp 1,5 Meter Breite ist aber meist Schluss.

  • Kosten: ab 800 Euro pro Quadratmeter
  • Lohnt sich für: Raumfahrt-Fans und/oder Terrakotta-Armee-Krieger, die viel und gerne kochen.
Eine Keramik-Küchenarbeitsplatte
Auf den ersten Blick gar nicht als solche zu erkennen: Eine schmale Arbeitsplatte aus Keramik, die sehr elegant wirkt. © AMK

6. Kunststein/Mineralwerkstoff-Küchenarbeitsplatte

Der Begriff "Kunststein" ist eigentlich falsch. Denn Arbeitsplatten aus Mineralwerkstoff imitieren zwar häufig Naturstein (daher der Begriff Kunststein), besitzen aber andere Eigenschaften. Alle Mineralwerkstoffe, egal ob sie Corian, Hi-Macs, Noblan, Lechnerelements oder Varicor heißen, haben mehr oder weniger dieselben Eigenschaften und Anwendungsbereiche. Alle werden aus einer Mischung aus Acrylharzen, Aluminiumhydroxid und Härtemitteln hergestellt. Nur eben von unterschiedlichen Herstellern.

Zu ihren Vorteilen gehören die fugenlose Verarbeitung, die Wiederverwertbarkeit, die Vielfalt an Farben und Formen und die Langlebigkeit. Allerdings vertragen sie nicht allzu viel Hitze und sind zudem nicht schnitt- oder kratzerresistent.

  • Kosten: 200 bis 400 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Extravagante Formliebhaber.
Eine Kunststein-Arbeitsplatte
Mineralwerkstoffe (auch Kunststein genannt) bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten – so sind sie auch für seitliche Verblendungen zu verwenden. © AMK

7. Glas-Küchenarbeitsplatte

Glas-Arbeitsplatten sind entgegen der landläufigen Meinung, dass Glas sehr empfindlich ist, absolut robust, bruchfest und schnittfest. Sie sind auch etwas für Individualisten, lassen sie sich doch beispielsweise auch effektvoll beleuchten. Sie wirken durch ihren dünnen Aufbau sehr elegant und sind extrem langlebig. Zudem sind Glas-Arbeitsplatten absolut hitzefest und spielend leicht zu reinigen.

Allerdings können bei Glas-Arbeitsplatten manchmal die Kanten absplittern. Glas-Arbeitsplatten sind zudem relativ teuer und beginnen bei etwa 300 Euro pro laufendem Meter.

  • Kosten: 300 bis 1.000 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Beleuchtungs-Fans und Menschen, die ihre heißen Töpfe und Pfannen am liebsten auf der Arbeitsfläche "zwischenparken".
Eine Glas-Arbeitsplatte in der Küche
Glas als Material für eine Arbeitsplatte ist gar nicht so abwegig – hitzefest und leicht zu reinigen ist es allemal. © AMK

8. Edelstahl-Küchenarbeitsplatte

Edelstahl-Küchenarbeitsplatten waren über Jahrzehnte nur in Profi-Küchen zu finden. Doch der Touch von Kantine und Großküche ist bei modernen Edelstahl-Arbeitsplatten längst verflogen. Die Hitzebeständigkeit (bis 1.200 Grad Celsius), die extreme Widerstandsfähigkeit und die Unempfindlichkeit gegen alle Flüssigkeiten sprechen für Edelstahl. Außerdem ist er pflegeleicht und hygienisch durch die fugenlose Verarbeitung. Edelstahl-Arbeitsplatten sind aufgrund der geringen Stärke sehr leicht.

Der Nachteil ist die Lautstärke: Töpfe und Pfannen, sowie Geschirr und Besteck scheppern beim Kochen fröhlich vor sich hin. Preislich gibt es bei Edelstahl von Einstiegsplatten bis zur absoluten Luxusklasse alles auf dem Markt.

Gerade im Trend ist auch der sogenannte Schwarzstahl. Das ist unbehandelter und damit sehr aufwändig zu pflegender Stahl. Dafür besticht er mit einer einzigartigen Optik.

  • Kosten: 100 bis 600 Euro je laufender Meter
  • Lohnt sich für: Nachwuchs-Sterne-Köchinnen und Köche, die ihre Schnitzel am liebsten direkt auf der Arbeitsplatte plattieren wollen.
Edelstahlarbeitsplatte von oben
Edelstahl – das Material der Wahl für Profiköche und ambitionierte Vielkocher. © AMK

Fazit: Es kommt auf den Zweck an

Der Markt ist groß, die Vielfalt auch. Doch bei Küchenarbeitsplatten habt ihr – im positiven Sinne – die Qual der Wahl. Je nach Budget und Geschmack kann so jeder seine Traumküche finden.

Für Preisbewusste ist es sicherlich interessant, sich Schichtstoff-Arbeitsplatten anzusehen. Für ambitionierte Hobby-Köche sollte es dann allerdings schon ein robusteres Material wie Stein oder Edelstahl sein.

Ob es sich lohnt in die Luxusklasse der Keramik- oder Glas-Platten einzusteigen, muss man sich dann gut überlegen. Ein optisches Highlight sind sie allemal!

Falls ihr darüber nachdenkt, eure Küche zu renovieren oder ganz neu zu bauen, solltet ihr euch diesen Artikel mal genauer anschauen:

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