Loch in Wollpullover durch Kleidermotten
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Kleidermotten bekämpfen: Mit diesen Tipps werdet ihr sie los

Antonia Eigel

Kleidermotten lieben Wolle, Pelz oder Leder und machen vor keinem Kleiderschrank halt. Die eigentlichen Schädlinge sind aber ihre Larven. Wie ihr Kleidermotten mit schonenden Maßnahmen bekämpfen und ihnen vorbeugen könnt, erfahrt ihr in unserem Ratgeber.

Euer geliebter Wollpulli sieht aus wie ein durchlöcherter Schweizer Käse? Dann haben sich vielleicht Kleidermotten ans Werk gemacht.

Wer Kleidermotten bekämpfen will, sollte schnell handeln. Wir stellen euch schonende Maßnahmen vor, zeigen, wie Kleidermotten aussehen und woran ihr einen Befall erkennt. Dazu gehen wir darauf ein, warum ihr keine chemischen Mittel gegen sie einsetzen solltet und nennen Möglichkeiten, wir ihr dem Befall mit Kleidermotten langfristig vorbeugen könnt.

So sehen Kleidermotten und ihre Larven aus

Kleidermotten (Tineola biselliella) sind Schmetterlinge aus der Familie der Echten Motten. Die Nachtfalter sind zwischen vier und neun Millimeter lang, die Flügelspannweite beträgt circa 14 Millimeter. Die Flügel sind meist gelblich gefärbt und erinnern an Stroh. Jedes Weibchen kann bis zu 300 Eier ablegen, aus denen später Larven schlüpfen.

Diese sind meist hellgelb, haben einen dunkleren, gelbbraunen Kopf und werden etwa fünf bis acht Millimeter groß. Abhängig von der Nahrung kann sich die die Farbe des langen Körpers ändern. Für gewöhnlich sind sie aber eher hell.

Kleidermotte
Die Kleidermotte ist klein und unscheinbar und kommt erst in der Dämmerung aus ihrem Versteck. © Getty Images/iStockphoto

Befall durch Kleidermotten erkennen

Kleidermotten sind extrem lichtscheue Tiere, die erst in der Dämmerung aktiv werden. Einen Befall erkennt man deshalb oft erst, wenn die Textilien bereits durchlöchert sind. Aber wusstet ihr, dass gar nicht die Kleidermotte selbst für den Schaden verantwortlich ist, sondern ihre Larven? Wir erklären warum und zeigen, woran ihr einen Befall durch Kleidermotten noch erkennen könnt.

Löcher in Textilien

Das eindeutigste Indiz für einen Kleidermotten-Befall sind Löcher in euren Textilien. Sie treten häufig in Gruppen auf und sind sehr schwer von normalen Löchern zu unterscheiden. Häufig hilft es, einmal an der Kleidung zu schnüffeln. Befallene Textilien können etwas modrig riechen.

Doch es ist nicht die Kleidermotte, die Löcher in den Stoff frisst, denn ihre Mundwerkzeuge sind so verkümmert, dass sie mit ihnen gar keine Nahrung mehr aufnehmen kann. Denn die eigentlichen Übeltäter sind tatsächlich ihre Larven. Sie ernähren sich von keratinhaltigen Materialien, wie zum Beispiel:

  • Pelze oder Federkissen (Materialien tierischen Ursprungs)
  • Wolle
  • Haaren

Andere Materialien sind für die Larven der Kleidermotte weniger interessant. Darunter fallen:

  • Baumwolle oder Leinen (pflanzliche Fasern)
  • Kunststofffasern

Verunreinigte Textilien oder Decken, die schon länger nicht mehr gewaschen wurden und an denen noch Schweiß oder Nahrungsreste hängen, werden laut dem Pestizids Aktions-Netzwerk e.V. (PAN) bevorzugt von den Motten befallen. Auch unbehandelte Wollteppiche, deren Ecken unter Schränken verschwinden oder die nicht so häufig betreten werden, sind ein Paradies für Motten.

Gespinste der Kleidermotten erkennen

Die Gespinströhrchen bestehen aus feinen weißen Fäden, die aussehen wie kleine Kokons, in denen sich die Larven später verpuppen. Sie liegen meistens im Stoff, weshalb es sehr schwer ist, sie überhaupt zu erkennen und zu entfernen. Bei glatteren Stoffen liegen die Gespinste zwar auf der Oberfläche. Bei Pelzen oder lockeren Wollgeweben liegen sie aber tiefer im Material.

Eier und Exkremente von Kleidermotten

Die Eier der Kleidermotte sind weiß bis hellgelb und nur wenige Millimeter groß. Mit dem bloßen Auge sind sie kaum zu erkennen. Beim Kot handelt es sich laut Umweltbundesamt um kleine Kotbröckchen mit unregelmäßiger Oberfläche, die farblich oft dem befallenen Gewebe ähneln und auch mit den Motteneiern verwechselt werden können.

Kleidermotten-Befall mit Pheromonfallen bestätigen

Pheromon-Klebefallen eignen sich, um das Ausmaß eines Befalls durch Kleidermotten zu ermitteln. Fälschlicherweise wird häufig davon ausgegangen, dass man mit den Lockstoff-Fallen Kleidermotten bekämpfen kann. Da die Fallen aber nur mit dem Sexuallockstoff der Mottenweibchen ausgestattet sind, ziehen sie nur die Männchen an. Das kann zwar die Fortpflanzung etwas einschränken, nicht aber alle Kleidermotten bekämpfen. Die Fallen sind jedoch ein erprobtes Hilfsmittel, um einen Befall durch Motten besser lokalisieren zu können.

Pheromon-Klebefalle gegen Lebensmittelmotten
Klebefallen mit Pheromon-Lockstoffen sind in der Regel ungiftig und können einen Befall durch Motten anzeigen oder zu Kontrollzwecken angewendet werden. © Getty Images/iStockphoto

8 Tipps bei akutem Befall durch Kleidermotten

Bevor ihr Maßnahmen gegen einen Kleidermotten-Befall ergreifen könnt, solltet ihr die Befallsherde lokalisieren, also welche Textilien bereits Fraßlöcher aufweisen. Können die Löcher nicht geflickt werden, wandern die Textilien umgehend in einer dicht verschlossenen Plastiktüte in den Hausmüll.

Für alle anderen befallenen Kleidungsstücke, die ihr noch retten könnt, empfehlen wir euch folgende Möglichkeiten:

1. Sonnenlicht gegen Kleidermotten

Befallene Textilien könnt ihr einem Bad in der Sonne aussetzen. Die Motteneier trocknen dadurch aus und sterben ab. Es gibt aber auch noch effektivere Methoden.

2. Textilien bei 50 Grad waschen

Wurden Textilien wie Kleidung, Kissenbezüge oder Stofftiere befallen, empfiehlt sich ein Waschgang bei mindestens 50 bis 60 Grad. Das tötet Eier, Raupen und Falter der Kleidermotte ab.

Vorsicht bei Textilien aus Wolle, sie können bei den hohen Temperaturen schnell eingehen. Die Kleidermotten könnt ihr auch mit Kälte bekämpfen. Wie das geht, erfahrt ihr im nächsten Punkt.

3. Kleidermotten mit Kälte bekämpfen

Was nicht in die Waschmaschine darf, könnt ihr für ein bis vier Wochen im Gefrierfach parken, am besten bei -20 Grad. Denn auch extreme Kälte tötet Kleidermotten und ihre Nachkommen ab. Bevor ihr die befallenen Kleidungsstücke ins Gefrierfach legt, packt sie dicht verschlossen in eine Plastiktüte.

4. Backofenhitze für große Textilien

Befallene Textilien, die ihr nicht in der Waschmaschine waschen könnt und die nicht ins Gefrierfach passen (zum Beispiel Pelze oder kleinere Wandteppiche) dürfen für eine Stunde bei 50 bis 60 Grad in den Backofen. Am besten eignet sich ein Umluftherd, es funktioniert laut PAN aber auch mit einem herkömmlichen Backofen.

Achtung: Aufgrund einer möglichen Brandgefahr solltet ihr bei dieser Methode immer in der Nähe bleiben.

5. Schlupfwespen gegen Kleidermotten einsetzen

Schlupfwespen zählen zu den natürlichen Fressfeinden von Motten. Sie werden deshalb häufig auch eingesetzt, um Lebensmittelmotten in Küche und Speisekammer zu bekämpfen. Sie legen ihre Eier in die Motteneier und fressen sie von innen auf. Stehen keine Motteneier mehr zur Eiablage zur Verfügung, verschwinden die Nützlinge wieder.

Schlupfwespen könnt ihr zum Beispiel bei plantura kaufen. Die Anwendung erfolgt über mehrere Wochen.

6. Ritzen mit Staubsauger reinigen

Mit dem Staubsauger solltet ihr auch alle Ritzen einmal gründlich aussagen. Besonders Ecken im Kleiderschrank, Fußleisten oder sonstige Ritzen gilt es, gründlich zu reinigen. Bei schwer zugänglichen Stellen solltet ihr auch von der nächsten Methode Gebrauch machen.

7. Mit Fönhitze Kleidermotten bekämpfen

Ritzen, die ihr nicht mit dem Staubsauger erreicht, könnt ihr auch mit dem Fön erhitzen. Geht dabei langsam mit der heißen Luft über dir Ritzen, das tötet die Motteneier ab.

Auch Textilien, die weder in Waschmaschine noch Gefrierfach passen, könnt ihr mit heißer Fönluft bearbeiten. Achtet jedoch darauf, dass die befallen Materialien hitzebeständig sind, damit sie nicht beschädigt werden.

8. Kleiderschrank mit Essig-Reiniger auswischen

Nach dem Aussaugen einmal alle betroffenen Stellen gründlich mit einem Essig-Wasser-Gemisch auswischen. Die Einlegeböden in Schränken solltet ihr einmal herausnehmen und separat reinigen. Kleidermotten verstecken sich gerne im Bereich zwischen Boden und Schrankrückwand. Wie ihr einen Bio-Essig-Reiniger einfach selber machen könnt, lest ihr in unserem Artikel:

Chemische Mittel gegen Kleidermotten vermeiden

Viele Mottenschutzmittel enthalten chemische Biozide, die für empfindliche Personengruppen wie Schwangere, Babys, Kleinkinder oder Kranke gefährlich sein können. Unter Umständen verursachen sie Kopfschmerzen und Unwohlsein.

Sie enthalten oft auch Nervengifte, die dazu das Nervensystem von Mensch und Haustier angreifen können. Dazu zählt zum Beispiel auch Permethrin, das besonders für Katzen hochgiftig ist. Das Insektizid wird auch als Mittel gegen Spinnen eingesetzt. Wir raten euch umgehend von solchen Insektiziden ab.

Weitere synthetische Insektengifte sind Pyrethroide wie:

  • Empenthrin
  • Cypermentrhin
  • Prallethrin
  • Transfluthrin

Da sie künstlich hergestellt werden, sind sie langlebiger als natürliche Wirkstoffe wie zum Beispiel Pyrethtrine. Das hat zur Folge, dass sich die Insektengifte auch in der Raumluft verteilen oder Lebensmittel kontaminiert werden können. Laut Ökotest entscheidet die Europäische Chemikalienagentur ECHA aktuell auch, ob Transfluthrin sogar mit "kann vermutlich Krebs erzeugen" eingestuft werden soll. Das kommt wiederum häufig in Mottenpapier oder Anti-Mottensprays vor.

Kleidermotten bekämpfen mit biologischer Alternative

Es gibt auch Insektizide auf natürlicher Basis, zum Beispiel das Pflanzenextrakt Neem. Es wird aus den Blättern und Samen des Neebaums gewonnen und wirkt, anders als die meisten Insektizide, nicht als Nervengift, sondern stoppt den Entwicklungsprozess der Motten. Das natürliche Insektizid verursacht einen anhaltenden Fraßstopp, die Mottenlarven entwickeln sich nicht weiter und sterben folglich ab.

So beugt ihr dem Befall mit Kleidermotten vor

Um Kleidermotten vorzubeugen, braucht ihr keine chemischen Insektizide. Mit ein paar einfachen Tricks könnt ihr einem Befall durch Kleidermotten entgegenwirken:

Natürliche Repellentien gegen Kleidermotten

Als Repellentien bezeichnet man Wirkstoffe, die – auf Haut oder Kleider auf­gebracht – dazu dienen, Schädlinge fernzuhalten. Ökotest fand in einem umfangreichen Test zu Mottenschutzmitteln heraus, dass natürliche Repellentien im Kampf gegen Kleidermotten am besten wirken. Ätherische Öle von Lavendel, Zeder und Zirbe schnitten dabei im Test am besten ab.

Diese weiteren natürlichen Düfte, die Kleidermotten vorbeugen sollen, empfiehlt das Umweltbundesamt:

  • Nelken
  • Pfefferminz
  • Lorbeerblätter
  • Patchouli (ätherisches Öl)
  • Thuja (ätherisches Öl)

Was laut Umweltbundesamt wiederum nicht helfen soll:

  • Angelikawurzel
  • Eukalyptusblätter
  • Cayenne-Pfeffer
  • Schwarzer Pfeffer

Wichtig: Die ätherischen Öle und Düfte können zwar gegen Kleidermotten vorbeugen, nicht aber einen Befall stoppen. Falls ihr Holz- und Duftsäckchen einsetzt, solltet ihr diese regelmäßig erneuern, da der Duft schnell verfliegt.

Kleidermotten mit Lavendelduft vertreiben
Repellentien wie Lavendelduft können Kleidermotten fernhalten. © Getty Images/iStockphoto

Druckerschwärze gegen Kleidermotten

Das Einwickeln in Zeitungspapier war Anfang des 20. Jahrhunderts eine geläufige Methode, um Textilien vor Kleidermotten zu schützen. Die Terpentinreste in der Druckerschwärze verursachen einen unangenehmen Geruch, den Motten nicht leiden können.

Damit die Druckerschwärze nicht auf den Textilien abfärbt, schlagt die Kleidungsstücke vorher in Seidenpapier ein, bevor ihr sie in Zeitung einwickelt.

Verschließbare Wäschesäcke oder Plastikbeutel verwenden

Kleidung, die ihr länger einlagern wollt, könnt ihr auch in verschließbaren Wäschesäcken, Plastikbeuteln oder Papiertüten verpacken. Zum Beispiel den Wollpullover, der im Sommer nur Platz im Schrank wegnimmt oder Daunendecken. Die Wäsche sollte frisch gewaschen sein, bevor ihr sie eintütet.

Wäscheparfüm aus Lavandinöl gegen Motten

Lavandinöl riecht ähnlich wie Lavendel, ist im Duft jedoch wesentlich intensiver. Seid ihr sehr geruchsempfindlich, raten wir euch von diese Methode ab, da der Duft Kopfschmerzen und Unwohlsein hervorrufen kann.

Wer das Wäscheparfüm ausprobieren möchte: Löst einige Tropfen Lavandinöl in zwei Esslöffel Essig auf und gebt es dem letzten Spülgang der Waschmaschine zu.

Insektenschutzgitter gegen Motten

Mit einem Insektenschutzgitter könnt ihr nicht nur Kleidermotten aus eurem Zuhause fern halten, sondern auch anderes Ungeziefer. Alles, was ihr über Fliegengitter wissen müsst, erfahrt ihr in unserem Ratgeber:

Wollsiegel: Chemie gegen Motten- und Käferfraß notwendig?

Kleidungsstücke und Teppiche werden teilweise schon bei der Herstellung mit Chemikalien gegen Motten- und Käferfraß versehen. Darunter zum Beispiel:

  • Sulfonamide
  • Harnstoffderivate
  • Organochlorverbindungen
  • Pyrethroide

Die Chemikalien machen die Fasern für Schädlinge unverdaulich, weshalb sie die Textilien meiden. Für Wollteppiche ist dies sogar Voraussetzung um das "Wollsiegel" zu erlangen. Textilien die mit solchen Insektiziden ausgestattet sind, könnt ihr anhand der Bezeichnungen "Eulan" oder "eulanisiert" erkennen.

Dieser Mottenschutz ist laut verschiedener Hersteller von Schurwollwaren oftmals aber gar nicht notwendig und tendenziell eher schädlich. Vor allem dann, wenn kleine Kinder auf dem Teppich spielen und den Schadstoffen direkt ausgesetzt sind. Denn die Giftstoffe können sich auch über den Hausstaub in der Raumluft ausbreiten und so in die Atemwege gelangen.

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