Aufgeräumte Garage mit einem sauberen Garagenboden.
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Modernisieren | Ratgeber

Garagenboden sanieren: Alles zu Kosten & Optionen

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr möchtet euren Garagenboden sanieren? Wir zeigen euch, welche Möglichkeiten es dafür gibt, was sie unterscheidet, welcher Aufwand damit verbunden ist und mit welchen Kosten ihr rechnen könnt.

Einen in die Jahre gekommenen Garagenboden zu sanieren, ist gar nicht so schwierig. Mit einer neuen Bodenbeschichtung sieht die Fläche nicht nur gut aus, sie hält auch wieder einiges an Belastungen aus.

Wir zeigen euch die verschiedenen Möglichkeiten, wie ihr einen Garagenboden sanieren könnt und nennen die Kosten, mit denen ihr rechnen müsst.

Garagenboden sanieren: Dauerbelastung greift die Beschichtung an

Die Beschichtung eines Garagenbodens unterliegt starken Belastungen: Das große Gewicht des Autos steht immer auf derselben Fahrspur. In den Vertiefungen der Reifen wird Sand und Split eingeschleppt, die wie Schmirgel wirken. Und Weichmacher halten die Reifen zwar elastisch, können aber auch die Fußbodenbeschichtung aufweichen. Dazu kommt noch, dass Autos Öl und Benzin verlieren, und im Winter gelangt Salzwasser (Tausalz) auf den Garagenboden.

Das alles greift mit der Zeit den Garagenboden an, so dass er irgendwann saniert werden muss.

Garagenboden sanieren: Zwei Möglichkeiten der Beschichtung

Ob Fertiggarage oder gemauerte Garage: Um den Garagenboden dauerhaft vor Schmutz, Flüssigkeiten und mechanischen Belastungen zu schützen, müsst ihr ihn ab und an neu beschichten beziehungsweise versiegeln.

Die für zementgebundene Fußböden angebotenen "normalen" Farben sind für die Beschichtung von Garagenböden nicht geeignet. Sie halten den oben geschilderten Belastungen nicht stand. Für Garagenböden gibt es spezielle Kunststoff-Beschichtungen, die folgende Eigenschaften haben müssen:

  • mechanisch abriebfest
  • öl- und benzinfest
  • salzwasserbeständig
  • beständig gegen Weichmacherwanderung

Für die Sanierung des Garagenbodens gibt es daher zwei Möglichkeiten:

Garagenboden sanieren mit Acryllack

Bei der Sanierung des Garagenbodens mit Acrylllack handelt es sich um eine so genannte 1-komponentige-Versiegelung. Verwendet wird dabei wie gesagt Acryllack (oder auch Acrylatlack), also ein fertig gemischter Lack, dem Acrylharz beigemengt wurde. Diese Lacke gibt es im Baumarkt zu kaufen. Oft sind diese Lacke mit Lösemitteln versetzt. Umweltverträglicher sind aber die Varianten mit einem möglichst hohen Wasseranteil. Diese Lacke wurden in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Haltbarkeit und Abriebfestigkeit ständig verbessert.

Garagenboden sanieren mit Epoxidharzlack

Saniert ihr den Garagenboden mit Epoxidharzlack, dann ist das eine 2-komponentige-Versiegelung: Bei der "2k-Bodenbeschichtung" kommt in der Regel immer ein Epoxidharzlack zum Einsatz. Zwei Komponenten deshalb, weil dem Epoxidharz vor der Anwendung noch ein Härter beigemischt wird. Dieser Härter sorgt für eine hohe Belastbarkeit, 2K-Bodenbeschichtungen sind dazu unempfindlich gegen Chemikalien.

Garagenboden: Lacke zur Versiegelung
Die zwei Möglichkeiten der Beschichtung des Garagenbodes im Beispiel: Acrylharzlack (links), Epoxidharz mit Härter (rechts) © Albrecht/Obi, floorsaver.de

Garagenboden sanieren: Die Vorarbeiten

Bei der Sanierung des Garagenbodens ist es mit der Beschichtung allein nicht getan. Es kommen noch diverse vorbereitende Arbeiten dazu. Und bei der Preisfindung ist die Frage, ob ihr die Arbeiten selbst erledigen wollt oder sie von einem Fachunternehmen durchführen lasst.

Hier erst einmal eine grobe Übersicht, was ihr vor dem Versiegeln mit dem Boden noch alles anstellen müsst.

  • Oberfläche reinigen: Der Garagenboden muss vor der Bearbeitung trocken sowie öl-, schmutz- und staubfrei sein. Die meisten Hersteller von Kunststoff-Beschichtungen bieten dafür geeignete Reiniger an. Ein Heißwasser-Hochdruck-Reiniger kann die Reinigungsarbeiten wirksam unterstützen.
  • Garagenboden glätten und füllen: Der Boden sollte möglichst eben und frei von Ablagerungen sein. Wenn es gar nicht anders geht, müsst ihr gegebenenfalls die Oberfläche abschleifen und den Garagen-Fußboden anschließend sorgfältig entstauben (Staubsauger). Risse solltet ihr unbedingt mit einem elastischen Flüssigkunststoff füllen. Auch Dellen oder schadhafte Ränder solltet ihr nach Möglichkeit ausgleichen.
  • Garagenboden grundieren: Egal ob ihr bei der Versiegelung die 1k- oder 2k-Variante wählt: Den Boden solltet ihr vorher grundieren (auf Verträglichkeit mit der Versiegelung achten!). Das vermindert die Saugfähigkeit, ihr benötigt dann weniger Material für die Beschichtung und spart so Kosten.

Achtung: Neu ausgeführte Garagen-Fußböden und Ausbesserungen mit Zementestrich können erst nach einer Abbindezeit von mindestens 28 Tagen beschichtet werden.

Das kostet die Sanierung des Garagenbodens

So, was kostet euch jetzt die Versiegelung des Garagenbodens über den Daumen? Hier die möglichen Varianten für eine 20 Quadratmeter große Garage und was ihr dafür bezahlt:

1k-Versiegelung (Acryllack) selbst vorbereiten und selbst aufbringen

  • Kleinmaterial (Folie, Klebeband etcetera): ca. 15 Euro
  • Reinigungsmittel, Spachtelmasse: ca. 30 Euro
  • Grundierung: ca. 40 Euro
  • 1k-Acrylharzlack: 7,5 Liter für insgesamt ca. 100 Euro
  • Gesamtkosten für die Garagenbodensanierung mit 1k-Versiegelung in Eigenregie: ab knapp 200 Euro

2k-Versiegelung (Epoxidharz) selbst vorbereiten und selbst aufbringen

  • Kleinmaterial (Folie, Klebeband etcetera): ca. 15 Euro
  • Reinigungsmittel, Spachtelmasse: ca. 30 Euro
  • Grundierung: ca. 40 Euro
  • 2k-Epoxidharz: 10 Liter für insgesamt ca. 150 Euro
  • Gesamtkosten für die Garagenbodensanierung in Eigenregie mit Epoxidharz: ab rund 250 Euro

Achtung: Die Kosten für die Lacke erhöhen sich natürlich, wenn ihr mehrere Schichten aufbringt. Achtet beim Kauf darauf, wie viel Fläche ihr mit einem Gebinde laut Herstellerangaben versiegeln könnt.

2k-Versiegelung (Expoxidharz) des Garagenbodens vom Fachunternehmen

Saubermachen, ausbessern, grundieren, versiegeln: Der Fachmann berechnet diese Arbeitsaufwände mit mindestens 25 Euro pro Quadratmeter. Das wäre dann aber auch die einfachste Variante. Das heißt, die Vorbereitung des Bodens ist einfach und schnell erledigt, die Versiegelung einmalig aufgetragen.

  • Gesamtkosten: ab 500 Euro

Wollt ihr eine dickere Beschichtung, erhöhen sich damit auch die Kosten. Auch Designvarianten (zum Beispiel eingestreute, farbige Flakes) kosten extra.

Fazit: Welche Beschichtung soll ich bei der Sanierung des Garagenbodens wählen?

Geringe Kosten sowie eine recht zufriedenstellende Haltbarkeit und Belastbarkeit bietet die 1-Komponenten-Versiegelung, also Betonfarbe mit Acrylharz. Wenn ihr eure Garage nicht all zu sehr beansprucht, dann tut es bei der Garagenbodensanierung diese Variante. Allerdings müsst ihr hier auch häufiger mal nachstreichen.

Wenn ihr euch schon die Mühe mit Säubern und Spachteln macht, warum dann nicht auch gleich die Versiegelung mit Epoxidharz wählen? Die Kosten beim Garagenboden sanieren sind bei dieser Variante nur geringfügig höher, die Verarbeitung auch nicht wesentlich komplizierter. Der Nutzen ist allerdings viel höher. Ein mit Epoxidharz versiegelter Garagenboden hält deutlich länger und ist vor allem strapazierfähiger.

Und wenn ihr euch nicht sicher seid oder nicht die Mühe machen wollt: Auch die Kosten für eine Fachfirma sind überschaubar. Bei den Profis habt ihr die Gewissheit einer erstklassigen Ausführung und vor allem Gewährleistung.

Unser abschließender Tipp: Nicht nur euer Garagenboden ist in die Jahre gekommen? Mit dem kostenlosen Modernisierungs-Check könnt ihr ganz fix prüfen, wie renovierungsbedürftig euer Haus oder eure Wohnung ist.

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