Windrad erzeugt saubere Energie.
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Deutsche wollen grünen Strom – aber nicht mehr dafür zahlen

Katharina Schneider

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossen. Und das begrüßen die meisten Bürger auch, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht. Demnach spielen erneuerbare Energien bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine zentrale Rolle. Für Ökostrom mehr bezahlen wollen die meisten aber nicht.

Der Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren steigen: bis zum Jahr 2040 um ein Viertel, wie Experten prognostizieren. Bis dahin soll er – wenn es nach der Bundesregierung geht – zum Großteil aus Erneuerbaren Energien kommen.

Die gute Nachricht: Die Mehrheit der Deutschen begrüßt die Energiewende und sieht in erneuerbaren Energien den Energieträger der Zukunft. Allerdings sind nur wenige bereit, für grünen Strom mehr Geld auszugeben. Das geht aus dem Energie-Report 2020 hervor, der vom Marktforschungsinstitut Civey im Auftrag des Energieunternehmens Uniper durchgeführt wurde.

Aus der Befragung von 2.500 Erwachsenen, leitet die Studie fünf zentrale Thesen ab:

1. Erneuerbare Energien sind Energieträger der Zukunft

Die Mehrheit der Befragten (37 Prozent) sehen die erneuerbaren Energien als zentrale Energieträger der Zukunft. Bei den Wählern der SPD, der Grünen und Linken sind es sogar jeweils um die 50 Prozent. Nur zehn Prozent der AfD-Wähler sehen hingegen in erneuerbaren Energien die Zukunft.

Für die Mehrheit der Befragten ist eine Kombination von erneuerbaren Energien mit Speicher-Lösungen (36,5 Prozent) und Wasserstoff-Technologien (23,5 Prozent) sowie dem Ausbau der Stromnetze (21 Prozent) für eine gelungene Energiewende entscheidend.

2. Energiespeicher als wichtigster Eckpfeiler der Energieversorgung

Wie viel Strom erneuerbare Quellen erzeugen, hängt stark vom Wetter ab: Scheint die Sonne und bläst der Wind, gibt es viel Energie aus Photovoltaik und Windkraft.

Um den in Spitzenzeiten produzierten Strom auch nutzen zu können, sind Energiespeicher ein zentraler Punkt in der Energiewende. 87 Prozent der Befragten gehen daher davon aus, dass Stromspeicher immer wichtiger werden.

Die Mehrheit der Befragten (46,6 Prozent) geht davon aus, dass sie benötigt werden, um die Stromversorgung bei bewölktem Himmel oder Windstille zu sichern. Für die Sicherung der Versorgung sehen die Befragten außerdem den Ausbau von Wasserstoff (20,2 Prozent), fossile Energieträger (15,1 Prozent) und einen stärkeren Netzausbau (6,9 Prozent) erforderlich.

3. Wasserstoff-Technologien spielen zentrale Rolle

Aktuell spielt Wasserstoff noch keine große Rolle bei der Energiewende. Das soll sich aber mit der im Juni verabschiedeten Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) der Bundesregierung ändern.

Auch die Befragten sehen in Wasserstoff eine Technologie der Zukunft. So sind 74 Prozent der Meinung, dass Wasserstoff für eine gelungene Energiewende wichtig ist, nur 9,5 Prozent halten die Technologie für unwichtig. Wasserstoff ist zudem nach den erneuerbaren Energien für 29 Prozent der Befragten der wichtigste Energieträger der Zukunft.

Die Bundesregierung will nun neun Milliarden Euro in den Ausbau der Technologie investieren. Auch die Mehrheit der Befragten sehen in Wasserstoff ein hohes Potenzial (69 Prozent). 81 Prozent sehen die nun geplanten Investitionen als wichtig an.

4. Versorgungssicherheit ist gewährleistet

Die Studienteilnehmer sind großteils (63 Prozent) optimistisch, dass die Stromversorgung auch trotz Wetterschwankungen mit erneuerbaren Energien gewährleistet ist. Daher bescheinigen sie auch anderen Energieträgern nur noch eine geringe Relevanz. Für 36 Prozent der Befragten ist es sogar sicher, dass bis 2050 der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien gelingt.

Für die Energiewende ist ein Energiemix trotzdem entscheidend. Die Befragten nennen Speicherlösungen (59 Prozent), Energieeffizienz (54 Prozent), CO2-Neutralität (45 Prozent) und Innovationen (38 Prozent) als zentrale Eckpunkte für die Energieversorgung der Zukunft.

5. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind wichtig, entscheidend ist aber der Preis

Die Mehrheit der Befragten hält den Kohleausstieg für gut, 32 Prozent gaben an, er hätte früher erfolgen müssen. Acht Prozent plädieren gar für den sofortigen Ausstieg. Die Hälfte der Befragten findet die Subventionierung der erneuerbaren Energien durch die EEG-Umlage daher auch sinnvoll.

Was die Preise angeht, sind die meisten Studienteilnehmer aber eher pessimistisch: 74 Prozent sind der Meinung, dass die Preise durch die Energiewende steigen und einkommensschwächere Haushalte übermäßig belastet werden.

Auch wenn die große Mehrheit viel Vertrauen in erneuerbare Energien hat und die Energiewende begrüßt, sind doch die meisten (52 Prozent) nicht bereit, mehr Geld für den sauberen Strom auszugeben. 30 Prozent der Befragten sind bereit, fünf bis zehn Prozent mehr zu zahlen, 20 bis 30 Prozent akzeptieren einen Preisanstieg von sieben Prozent und für drei Prozent wäre sogar ein Zuschlag von 30 Prozent in Ordnung.

Auffällig in den Ergebnissen: Die Jüngeren sind bereit, deutlich mehr zu zahlen als die Älteren. Die Studienautoren begründen das mit dem großen Nachhaltigkeitsbewusstsein der Generation Y (zwischen 1980 und 2000 geboren).

Ein weiterer Faktor für die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, ist der Beruf. So würden 78 Prozent der Befragten, die sich als Arbeiter bezeichnen, für grünen Strom nicht mehr Geld ausgeben wollen als jetzt.

Die Studienautoren kommen zu dem Fazit: Preis sticht Nachhaltigkeit.

Dabei muss Ökostrom überhaupt nicht teurer sein. Welche Anbieter besonders empfehlenswert sind, lest ihr hier:

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