Windrad im Hintergrund, davor Photovoltaik-Anlage
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Verbraucherschützer fordern Senkung der EEG-Umlage

Katharina Schneider

Der Strom in Deutschland ist so teuer, wie sonst nirgends in Europa. Zum Ankurbeln der Wirtschaft fordern Verbraucherschützer und Einzelhandel nun, den Strompreis zu drücken. Die Politik soll dazu die EEG-Umlage deutlicher senken, als im Konjunkturpaket vorgesehen.

Mit dem Konjunkturpaket will die Bundesregierung die durch die Corona-Pandemie schwächelnde Wirtschaft wieder ankurbeln. Doch die dort vorgesehen Entlastung beim Strompreis geht Verbraucherschützern und Wirtschaft noch nicht weit genug. Deshalb fordern der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) und der Handelsverband Deutschland (HDE) nun eine weitere Senkung der EEG-Umlage.

Die Richtung stimme zwar, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, "das jetzt geplante Einfrieren der EEG-Umlage erzeugt aber weder einen spürbaren ökonomischen, noch einen deutlichen ökologischen Effekt." Aktuell würde lediglich ein weiterer Anstieg der Umlage verhindert. Auch Verbraucherschützer-Chef Klaus Müller spricht sich für eine weitere Entlastung aus. Verbraucher würden sonst bei der CO2-Bepreisung sogar draufzahlen.

EEG-Umlage sinkt 2021

Die Bundesregierung hat in ihrem Konjunkturpaket eine Deckelung der sogenannten Ökostrom-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde für das kommende Jahr beschlossen. Außerdem soll die Umlage 2022 leicht auf 6,0 Cent pro Kilowattstunden gesenkt werden. Durch die Einführung des CO2-Preises sei die Deckelung bei der EEG-Umlage "mehr als aufgewogen", heißt es vom VZBV. Um Verbraucher und Handel wirklich zu entlasten, muss die Deckelung daher auf einem niedrigeren Niveau erfolgen.

Strompreise im europäischen Vergleich

Der Strompreis müsste deutlicher günstiger werden – er ist aktuell in Deutschland mit 30,88 Cent pro Kilowattstunde so hoch wie in keinem anderen europäischen Land. Der europäische Durchschnitt liegt bei 20,5 Cent pro Kilowattstunde.

  • Land
  • Strompreis pro Kilowattstunde
  • Anteil von Steuern und Abgaben am Strompreis
  • Preisentwicklung im Vergleich zu 2010
  • Deutschland
  • 30,88 Cent
  • 53,6 Prozent
  • + 27 Prozent
  • Dänemark
  • 29,84 Cent
  • 67,8 Prozent
  • + 10 Prozent
  • Belgien
  • 28,29 Cent
  • 33,9 Prozent
  • + 43 Prozent
  • Irland
  • 24,23 Cent
  • 19,7 Prozent
  • + 29 Prozent
  • Spanien
  • 24,03 Cent
  • 21,4 Prozent
  • + 30 Prozent
  • Italien
  • 23,01 Cent
  • 39,5 Prozent
  • + 20 Prozent
  • Zypern
  • 22,03 Cent
  • 20,7 Prozent
  • + 9 Prozent
  • Portugal
  • 21,54 Cent
  • 47,3 Prozent
  • + 29 Prozent
  • Großbritannien
  • 21,22 Cent
  • 19,2 Prozent
  • + 46 Prozent
  • Österreich
  • 20,34 Cent
  • 39,2 Prozent
  • + 5 Prozent
  • Niederlande
  • 20,25 Cent
  • 25,3 Prozent
  • + 13 Prozent
  • Schweden
  • 20,15 Cent
  • 34,7 Prozent
  • + 3 Prozent
  • Norwegen
  • 18,67 Cent
  • 30,7 Prozent
  • - 2 Prozent
  • Luxemburg
  • 17,98 Cent
  • 21,8 Prozent
  • k.A.
  • Frankreich
  • 17,65 Cent
  • 35,4 Prozent
  • + 31 Prozent
  • Tschechien
  • 17,48 Cent
  • 18,2 Prozent
  • + 13 Prozent
  • Finnland
  • 17,34 Cent
  • 34 Prozent
  • + 27 Prozent
  • Griechenland
  • 16,50 Cent
  • 31,2 Prozent
  • + 36 Prozent
  • Slowenien
  • 16,34 Cent
  • 31,4 Prozent
  • + 15 Prozent
  • Lettland
  • 16,29 Cent
  • 33,9 Prozent
  • + 55 Prozent
  • Slowakei
  • 15,77 Cent
  • 18,7 Prozent
  • - 4 Prozent
  • Rumänien
  • 13,58 Cent
  • 27,6 Prozent
  • + 29 Prozent
  • Estland
  • 13,57 Cent
  • 22,5 Prozent
  • + 35 Prozent
  • Polen
  • 13,43 Cent
  • 22,1 Prozent
  • - 3 Prozent
  • Kroatien
  • 13,21 Cent
  • 23,5 Prozent
  • + 15 Prozent
  • Malta
  • 13,05 Cent
  • 4,8 Prozent
  • - 21 Prozent
  • Litauen
  • 12,55 Cent
  • 30,1 Prozent
  • + 3 Prozent
  • Ungarn
  • 11,20 Cent
  • 21,2 Prozent
  • - 29 Prozent
  • Bulgarien
  • 9,97 Cent
  • 16,7 Prozent
  • + 20 Prozent

Strompreise in Europa im Jahr 2020, Quelle der Daten: Eurostat 2020

Ökostrom-Umlage aktuell bei 6,76 Cent pro Kilowattstunde

Verbraucherschützer und Handelsverband fordern eine direkte Preissenkung von fünf Cent pro Kilowattstunde. Das kann zum Beispiel durch niedrigere Stromsteuern passieren. Damit könnte ein Haushalt mit durchschnittlichem Stromverbrauch rund 175 Euro pro Jahr sparen, heißt es vom VZBV. So könnte das Konjunkturpaket auch im Bereich Energie zu mehr Kaufkraft führen.

Aktuell müssen Verbraucher für die EEG-Umlage 6,76 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Die Umlage soll den Ausbau von erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) finanzieren. Doch der Staat fördert nicht nur erneuerbare Quellen. So hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FOES) 2017 im Auftrag von Greenpeace berechnet, dass der Staat fossile Energien pro Jahr mit 46 Milliarden Euro unterstützt.

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