Makler berät junge Frau
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Wohnen | News

Makler oder "von Privat": Preisvergleich-Studie mit überraschendem Ergebnis

Diese Auswertung überrascht: Wer eine Eigentumswohnung kaufen möchte, erhält vom Makler meist das bessere Angebot. Denn trotz Provision lagen die Preise unter denen privater Verkäufer. Doch das gilt nicht überall – und sagt auch nicht unbedingt etwas über den tatsächlichen Verkaufspreis aus.

Wer eine Eigentumswohnung erwerben möchte, der freut sich oft, wenn sie "von Privat" ausgeschrieben ist. Denn dann, so denkt der Kaufinteressierte oft, muss er keine Provision für den Makler zahlen und spart damit Geld. Doch dieses Klischee ist offenbar ein Irrglaube: Denn laut einer aktuellen Untersuchung des Immobilienportals Immowelt waren im Jahr 2019 in neun von elf deutschen Großstädten die von Maklern angebotenen Wohnungen günstiger. Und das, obwohl Immobilienkäufer aktuell bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises an Courtage zahlen müssen.

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Untersucht wurden im Jahr 2019 Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 40 und 120 Quadratmetern in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Bremen, Essen, Dortmund und Nürnberg.

Makler nur in Frankfurt und Köln nicht günstiger

In Berlin zum Beispiel waren Wohnungen, die vom Makler angeboten werden, günstiger – um 13 Prozent im Durchschnitt. Private Anbieter inserierten ihre Wohnungen in der Hauptstadt zu einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.790 Euro. Makler hingegen boten sie im Mittel für 4.180 Euro an.

In Essen war der Unterschied am größten. Hier lag die Preisdifferenz zwischen professionellem und privatem Inserat im Schnitt bei 32 Prozent!

Nur in zwei der elf untersuchten Städte lohnten sich die Angebote "von Privat" auch finanziell. In Frankfurt und Köln waren Wohnungen vom Makler inklusive dessen Provision teurer als die von privaten Verkäufern.

  • Stadt
  • m2-Preis von Privat
  • m2-Preis vom Makler inkl. Provision
  • Differenz Maklerpreis gegenüber Privat
  • München
  • 7.590 Euro
  • 7.320 Euro
  • -4 Prozent
  • Stuttgart
  • 4.960 Euro
  • 4.270 Euro
  • -14 Prozent
  • Berlin
  • 4.790 Euro
  • 4.180 Euro
  • -13 Prozent
  • Hamburg
  • 4.640 Euro
  • 4.460 Euro
  • -4 Prozent
  • Frankfurt
  • 4.440 Euro
  • 4.920 Euro
  • +11 Prozent
  • Nürnberg
  • 3.480 Euro
  • 3.110 Euro
  • -11 Prozent
  • Köln
  • 3.350 Euro
  • 3.600 Euro
  • +7 Prozent
  • Bremen
  • 2.390 Euro
  • 2.220 Euro
  • -7 Prozent
  • Essen
  • 2.320 Euro
  • 1.580 Euro
  • -32 Prozent
  • Dortmund
  • 2.210 Euro
  • 1.760 Euro
  • -20 Prozent
  • Leipzig
  • 2.190 Euro
  • 1.960 Euro
  • -11 Prozent

Eigentumswohnungen-Inseratspreise von Maklern und privaten Verkäufern pro Quadratmeter, Stand 2019, Quelle: Immowelt

Studie betrachtet nur Angebote, nicht Verkaufspreise

"Immobilienmakler hätten das nötige Know-how und die Erfahrung, den Wert einer Immobilie richtig einzuschätzen", kommentiert Immowelt-CEO Cai-Nicolas Ziegler die Auswertung. Private Verkäufer neigten hingegen dazu, den Wert ihrer Immobilie zu hoch einzuschätzen.

Allerdings bezieht sich die Studie nur auf Angebotspreise, nicht auf die tatsächlichen Verkaufspreise. So können im Nachhinein andere Preise als die zunächst im Angebot festgelegten vereinbart werden.

Dafür spricht auch ein in der Studie untersuchter Aspekt: In Leipzig wurden zum Beispiel etwa 24 Prozent der Angebote von privaten Verkäufern im Nachhinein preislich nach unten korrigiert. Das passierte aber nur bei fünf Prozent der Anzeigen vom Makler.

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