Photovoltaik-Paneele und Windräder an einer Straße
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Deutsche zahlen weltweit den höchsten Strompreis

Katharina Schneider

Deutsche Verbraucher zahlen höhere Strompreise als in anderen Ländern der Welt. Laut einer Analyse ist der Strom in Deutschland teurer als in 135 untersuchten Ländern. Verantwortlich dafür seien Abgaben und die EEG-Umlage. Doch erneuerbare Energien könnten Verbrauchern in den vergangenen Jahren viel Geld gespart haben.

Strom in Deutschland ist teuer. Im internationalen Vergleich zahlen deutsche Verbraucher die höchsten Strompreise. Das geht aus einer Analyse der Strompreise von 135 Ländern hervor, die das Vergleichsportal Verivox mit den Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices durchgeführt hat. Im Durchschnitt sei der Strom in Deutschland um 163 Prozent teurer als im Rest der Welt. Aktuell liegt der Preis in Deutschland bei rund 32,10 Cent pro Kilowattstunde. Im internationalen Durchschnitt kostet die Kilowattstunde 12,22 Cent.

Wo Strom weltweit am teuersten ist

  • Platz 1: Deutschland (32,10 Cent pro Kilowattstunde
  • Platz 2: Dänemark (27,81 Cent pro Kilowattstunde)
  • Platz 3: Bahamas (27,73 Cent)
  • Platz 4: Belgien (26,60 Cent)
  • Platz 5: Portugal (26,40 Cent)
  • Platz 6: Kap Verde (24,94 Cent)
  • Platz 7: Japan (24,64 Cent)
  • Platz 8: Barbados (24,48 Cent)
  • Platz 9: Ruanda (23,86 Cent)
  • Platz 10: Irland (23,70 Cent)

Wo Strom weltweit am billigsten ist

Am günstigsten sind die Strompreise laut Verivox in folgenden Ländern:

  • Platz 1: Sudan (0,24 Cent pro Kilowattstunde)
  • Platz 2: Äthiopien (0,90 Cent)
  • Platz 3: Kirgistan (1,03 Cent)
  • Platz 4: Simbabwe (1,22 Cent)
  • Platz 5: Libyen (1,24 Cent)
  • Platz 6: Angola (1,77 Cent)
  • Platz 7: Oman (2,30 Cent)
  • Platz 8 und 9: Irak und Kuwait (je 2,59 Cent)
  • Platz 10: Usbekistan (2,66 Cent)

Diese Länder sind zwar nur schwer mit der Industrienation Deutschland zu vergleichen, allerdings zahlen Verbraucher auch in anderen großen Industrienationen sehr viel weniger für ihren Strom. In den USA liege der Preis etwa bei 13,03 Cent, in Kanada, Südkorea, Russland und China koste die Kilowattstunde weniger als zehn Cent. Auch unter der Berücksichtigung des unterschiedlichen Preisniveaus, im kaufkraftbereinigten Strompreisvergleich, sei Deutschland der teuerste G-20-Staat.

Strompreise könnten ohne erneuerbare Energien noch teurer sein

In Deutschland haben sich die Strompreise seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt, heißt es von Verivox. "Das liegt vor allem am hohen Anteil von Steuern, Umlagen und Abgaben, der mittlerweile mehr als 50 Prozent des Strompreises ausmacht", sagt Verivox-Energie-Experte Thorsten Storck. So habe sich beispielsweise die EEG-Umlage, die den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren soll, seit 2004 verzehnfacht.

Ab kommendem Jahr soll die EEG-Umlage allerdings als Ausgleich für die steigenden CO2-Preise sinken. Damit könnten die Strompreise in Deutschland 2021 etwas sinken.

Auch wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien häufig als Preistreiber für Strom gesehen wird, kommt eine Studie zu einem anderen Ergebnis. Laut der Untersuchung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg aus dem Oktober vergangenen Jahres haben erneuerbare Energien den Deutschen von 2015 bis 2019 40 Milliarden Euro gespart. Denn die Nachfrage an Strom steige kontinuierlich, das Angebot gehe aber aufgrund des Rückgangs konventioneller Energien aus Kohle und Atomkraft zurück. Der Strom, den regenerative Quellen erzeugen, konnte diese Lücke ausgleichen.

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