Gruppe junger Leute beim gemeinsamen Frühstück in einer Küche

Wohnen | Ratgeber

"Co-Living": Warum dieser neue Wohntrend immer beliebter wird


Studenten-WGs gibt es schon lange. Inzwischen organisieren aber auch kommerzielle Anbieter Wohngemeinschaften für Erwachsene. Das nennt sich dann "Co-Living". Was man darunter versteht, was es kostet und für wen es sich eignet, lest ihr hier.

  1. Was ist Co-Living?
  2. Warum liegt Co-Living im Trend?
  3. Für wen eignet sich Co-Living?
  4. Was kostet Co-Living?
  5. Diese Co-Living-Anbieter gibt es in Deutschland

Dass Studenten in Wohngemeinschaften zusammenleben, ist nichts Neues. Inzwischen organisieren aber auch kommerzielle Anbieter Wohngemeinschaften für Erwachsene und nennen das "Co-Living". Lest hier, was das ist, warum sich dieser Wohntrend in Deutschland ausbreitet und was er kostet.

Was ist Co-Living?

Angelehnt an den Co-working-Trend, bei dem Berufstätige oder Start-ups sich Arbeitsflächen teilen, überträgt Co-Living dieses Lebensgefühl der Millennials und den Trend zur Shared Economy auf die Wohnwelt.

Co steht dabei für "collaborative", also gemeinschaftlich. Co-Living ist meist eine Mischform aus Arbeits- und Wohngemeinschaft. Die neue Wohnform richtet sich in erster Linie an Selbstständige oder Start-up-Mitarbeiter.

Wie in einer klassischen Wohngemeinschaft wohnen Menschen beim Co-Living unter einem Dach und teilen sich einige Räumlichkeiten, wie Küchen oder Wohnzimmer. Die Badezimmer werden anders als in WGs oft privat genutzt. Beim Co-Living sind die Zimmer allerdings bereits möbliert und auf den größtmöglichen Komfort ausgelegt.

Im Mietpreis sind nicht nur die Kosten für Zimmer und Möblierung enthalten, sondern auch alle Nebenkosten wie Internet oder auch ein Reinigungsservice. Co-Living beinhaltet also ein All-inclusive-Paket. Egal, ob Reinigung der Gemeinschaftsräume, Reparaturarbeiten, Internet oder TV – der Anbieter kümmert sich um fast alles.

Dazu gehört auch die Auswahl der Mitbewohner. Um das Zusammenleben angenehm zu gestalten, greifen verschiedene Anbieter sogar auf spezielle Auswahlverfahren zurück, um möglichst Mitbewohner zu finden, die gut zueinander passen, weil sie ähnliche Interessen haben.

Die Co-Living-Häuser sind oft zusätzlich mit Fitness-Bereichen, Gärten, Pools, Dachterrassen, Waschsalons, Yoga-Studios oder Bibliotheken ausgestattet.

In diesem Co-Living-Objekt ist die Einrichtung des Wohnzimmers deutlich schicker als in den meisten herkömmlichen WGs.

Warum liegt Co-Living im Trend?

In Deutschland steckt Co-Living zwar noch in den Kinderschuhen, aber international gesehen ist dieser Trend deutlich auf dem Vormarsch. Das liegt an der angespannten Wohnsituation in den Großstädten, an Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, der größeren Mobilität sowie den veränderten Lebensstilen und Mindsets der Millennials und der Generation Z, also der heute 20- bis 30-Jährigen.

Es gibt immer mehr Pendler und immer mehr Menschen, die komplett zu "digitalen Nomaden" werden (bis 2035 sollen es schätzungsweise 1 Milliarde sein) und auf der ganzen Welt zu Hause sind.

Außerdem steigt die Zahl der Singles und Alleinlebenden. Diese sehnen sich nach Gemeinschaft, nicht zuletzt, weil sie immer häufiger im Home Office arbeiten. "Gerade in Großstädten gibt es wieder eine Rückbesinnung zu Strukturen, die wir von der klassischen Großfamilie kennen", sagt Trendforscher Tristan Horx vom Zukunftsinstitut.

Für wen eignet sich Co-Living?

Allgemein eignet sich Co-Living für alle,

  • die in einer Großstadt in zentraler Lage schnell und unkompliziert Wohnraum suchen,
  • nur eine begrenzte Zeit dort wohnen möchten,
  • am Austausch und der Gemeinschaft mit anderen interessiert sind,
  • Wert auf Komfort und Stil legen,
  • über ein nicht zu geringes Budget fürs Wohnen verfügen.

In erster Linie richtet sich Co-Living an Studenten und junge Arbeitnehmer. Also an jene Menschen, die meist auch die klassische WG als Wohnform nutzen.

Das unkomplizierte Co-Living bietet zudem Austauschstudenten, Praktikanten oder Freelancern, die für bestimmte Zeiträume projektgebunden in verschiedenen Städten arbeiten, die Möglichkeit, ein Zimmer nur für kurze Zeit zu mieten. Und das, ohne sich auf die mühsame Suche nach einem WG-Zimmer zu begeben und unzählige WG-Castings über sich ergehen zu lassen.

Auch für Pendler und digitale Nomaden ist es eine gute Möglichkeit, um schnell und flexibel bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Anders als in klassischen WGs, die meist aus finanziellen Gründen gewählt werden, ist Co-Living oft eine Lifestyle-Entscheidung. Denn günstig sind die Co-Living-Zimmer nicht gerade.

Was kostet Co-Living?

Bezahlt wird beim Co-Living nicht mehr für Platz – sondern für eine Erfahrung. Man mietet sich ein in eine Community und bekommt ein Komplettpaket. Das erklärt die vergleichsweise hohen Quadratmeterpreise.

Die liegen in hochwertig möblierten Co-Living-Häusern zwischen 20 und 50 Euro pro Quadratmeter. Für ein zehn bis 15 Quadratmeter großes Zimmer muss man mit einer monatlichen Miete von 500 bis 1.000 Euro rechnen. Das ist möglich, weil Co-Living-Häuser als hotelähnliche WG-Betriebe gelten und die Zimmer möbliert sind. Deshalb gelten die Mietbegrenzungen für sie nicht.

Beim Einzug fallen teilweise zusätzliche Gebühren an – für die "Membership", also die Mitgliedschaft, die Vertragsausfertigung und die Übergabe des gereinigten Zimmers mit frischer Bettwäsche. Diese betragen zwischen 100 und 200 Euro.

Diese Co-Living-Anbieter gibt es in Deutschland

Die Anbieter mieten Wohnungen in Bestandsimmobilien an und vermieten diese dann. Außerdem errichten Co-Living-Anbieter neue Immobilien, in denen ausschließlich Co-Living-Zimmer und Gemeinschaftsflächen untergebracht sind.

  • Die Quarters Holding GmbH (vormals Medici Living Group) zählt zu den größten Anbietern von Co-Living. Das Unternehmen ist in 193 Städten weltweit aktiv, in Deutschland in München, Stuttgart, Hamburg , Frankfurt, Potsdam und Düsseldorf.
  • Weitere Anbieter sind Habyt, Happy Pigeons und Caasa, die allerdings zurzeit in Deutschland ausschließlich in Berlin vermieten.

Unser abschließender Tipp: Dem Co-Living sehr ähnlich ist der Trend zu Micro-Apartments. Mehr dazu findet ihr in folgendem Artikel:

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