Kleiderschrank mit übersichtlicher Anzahl an Kleidungsstücken
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Wohnen | Listicle

Capsule Wardrobe: So geht Minimalismus im Kleiderschrank

Antonia Eigel

Level: Für Alle

Mehr Minimalismus im Kleiderschrank – das verspricht das Konzept von Capsule Wardrobe. Was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie ihr damit mehr Ordnung in euren Kleiderschrank bringt, zeigen wir euch in fünf Schritten.

In eurem Kleiderschrank herrscht das pure Chaos, die meisten Teile darin habt ihr schon seit Jahren nicht mehr getragen und die Türen gehen nur noch mit Gewalt zu? Dann solltet ihr jetzt weiterlesen. Wir zeigen euch, was sich hinter einer "Capsule Wardrobe" versteckt und wie ihr in wenigen Schritten Minimalismus in euren Kleiderschrank bringt.

Was ist eine Capsule Wardrobe?

Capsule Wardrobe – noch nie gehört? Das Konzept dahinter ist gleichermaßen einfach und smart: Darunter versteht man einen Kleiderschrank oder eine Kleiderstange, ausgestattet mit einer überschaubaren Anzahl von ausgewählten und zeitlosen Kleidungsstücken, die sich gut miteinander kombinieren lassen und nie aus der Mode kommen.

Die Geschichte der Capsule Wardobe

Wer die Bezeichnung zum ersten Mal hört, wird überrascht sein: Erfinderin und Boutique-Inhaberin Susie Faux etablierte den Begriff "Capsule Wardrobe" bereits in den 1980ern als ein neues Verkaufskonzept in ihrer Londoner Boutique "Wardrobe".

Die amerikanische Modesignerin Donna Karan machte das Konzept von Capsule Wardrobes Mitte der 1980er mit "Seven Easy Pieces" erst richtig populär. Dabei handelte es sich um eine Kollektion für Frauen, die aus sieben schlichten schwarzen Kleidungsstücken bestand. Sie war schick und praktisch zugleich und ermöglichte es Frauen, für jede Alltagssituation perfekt angezogen zu sein.

Hand greift nach weißem T-Shirt an Kliederstange
Weniger ist mehr: Zwar habt ihr insgesamt weniger Teile im Schrank hängen. Haltet ihr die Farbpalette schlicht, eröffnen sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. © Getty Images/iStockphoto

Was gehört in eine Capsule Wardrobe?

Wie viele Teile eine minimalistische Garderobe umfassen sollte, ist nicht genau definiert. Ihr findet Angaben von 33, 35 oder 40 Teilen. Eine Zahl, die sich allerdings unter Bloggern und Minimalismus-Fans durchgesetzt hat, ist die Zahl 37. Als Teile zählen Basics wie Hosen und schlichte Oberteile, aber auch Kleider, Jacken und Schuhe.

Vier Jahreszeiten – vier Capsule Wardrobes

Nur 37 Teile, wie soll das gehen? Wer sich jetzt schon ausmalt, wie man im Sommer mit dicken Wollpullis und im Winter mit kurzer Hose herumlaufen muss, den können wir beruhigen. Die Anzahl an Kleidungsstücken, die ihr für eure persönliche Capsule Wardrobe benötigt, ist nicht in Stein gemeißelt, sollte die 40 jedoch nicht überschreiten.

Allerdings könnt ihr euch für jede Jahreszeit eine saisonale Capsule Wardobe überlegen, die jeweils rund 40 Teile umfasst. So sorgt ihr alle drei bis fünf Monate für Abwechslung in eurem Kleiderschrank.

5 Schritte zum Minimalismus im Kleiderschrank

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ihr eure Capsule Wardrobe zusammenstellen könnt. Nach diesen fünf Schritten könnt ihr vorgehen:

1. Kleiderschrank komplett ausräumen

Einmal alles raus! Das hilft, euch einen besseren Überblick zu verschaffen. Ihr werdet überrascht sein, welche alten vergessenen Schätze aus der hintersten Ecke eures Kleiderschranks zum Vorschein kommen.

2. Ordentlich ausmisten

Für eure Capsule Wardrobe teilt ihr alle Klamotten in drei große Haufen ein und sortiert sie nach "kann bleiben", "kann weg" und in einen "Vielleicht"-Stapel. Hier deponiert ihr Teile, bei denen ihr euch noch unsicher seid. Welche Dinge ihr sonst noch Zuhause ausmisten könnt, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Teile, die auf dem "Kann weg"-Stapel gelandet sind, könnt ihr entweder verschenken, auf dem Flohmarkt verkaufen oder ins Sozialkaufhaus bringen. Altkleider-Container solltet ihr meiden, da hier oft nicht erkenntlich ist, was mit eurer aussortierten Kleidung passiert.

Der "Vielleicht"-Stapel ist möglicherweise der schwierigste. Verfrachtet alle Kleidungsstücke in eine luftdicht verschließbare Box. Das schützt sie vor Motten und muffigem Geruch. Stellt sie drei Monate zur Seite. Die Kleidungsstücke, die ihr nicht vermisst habt, können dann aussortiert werden.

3. Kleidung in vier Jahreszeiten sortieren

All eure Lieblingsteile könnt ihr jetzt nochmal in vier Jahreszeiten einteilen. So entstehen vier saisonale Capsule Wardrobes. Verstaut die drei ungenutzten Capsule Wardrobes in Boxen. So könnt ihr sie zur passenden Jahreszeit herausholen und austauschen.

4. Capsule Wardrobe ordentlich einräumen

Da ihr nur noch zwischen 30 und 40 Teile pro Saison habt, wird euer Kleiderschrank gleich von selbst luftiger und aufgeräumter wirken.

Dennoch könnt ihr beim Einräumen eurer Capsule Wardrobe einige Dinge beachten. Verwendet um Platz zu sparen keine Holz-, sondern schmalere Drahtkleiderbügel und sortiert die Kleidung farblich. Das bringt Ruhe rein!

5. Basic-Kleidung und einheitliche Farben für mehr Vielfalt

In jeder Capsule Wardrobe solltet ihr eine Anzahl von Basics haben, die sich gut mit anderen Teilen kombinieren lassen. Wählt dafür schlichte Farben und versucht, nicht zu viele knallige Teile auszuwählen.

Achtet am besten darauf, dass ihr euch Outfits zusammenstellt, die aus einer Grundfarbe (schwarz oder blau), einer neutralen Farbe (weiß, grau oder beige) und einer Akzentfarbe bestehen. Beschränkt euch maximal auf fünf bis sechs Farben. Das bietet euch die meisten Kombinationsmöglichkeiten.

weißes T-Shirt und blaue Jeans
Gehört in jede Capsule Wardrobe: Blue Jeans und ein weißes T-Shirt. Die Basics lassen sich super mit anderen Teilen kombinieren. © Getty Images/iStockphoto

Darum lohnt sich eine Capsule Wardrobe

Weniger Kleidungsstücke bedeuten weniger Entscheidungen und somit weniger Stress. Ihr steht morgens nicht mehr Ewigkeiten vor dem Kleiderschrank, weil euch die Qual der Wahl überfordert und ihr nicht wisst, was ihr anziehen sollt. Das bringt euch wiederum mehr Zeit. Dazu ist euer Kleiderschrank gefüllt mit Lieblingsteilen, die ihr gerne tragt.

Minimalismus im Kleiderschrank bringt weitere Vorteile: Ihr gebt insgesamt weniger Geld für neue Kleidung aus. So werden indirekt weniger Ressourcen verschwendet. Falls ihr euch dazu entscheidet, doch mal ein neues Teil zu kaufen, solltet ihr besonders auf Nachhaltigkeit und Qualität achten. Da darf das einzelne Kleidungsstück auch gerne mal etwas teurer sein.

Für wen das Capsule Wardrobe-Prinzip nichts ist und wer sich von seinen geliebten Klamotten einfach nicht trennen kann, für den ist vielleicht ein begehbarer Kleiderschrank das Richtige, um alle Teile unterzukriegen. Wie ihr den richtig einrichtet, könnt ihr hier nachlesen:

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