Einfamilienhaus im Bau
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Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser sinkt stark

Die steigenden Immobilienpreise und Bauzinsen schlagen sich jetzt auch in der Statistik der Baugenehmigungen nieder. In den ersten drei Monaten 2022 gab es einen sehr starken Rückgang an Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser. Auch das Ziel der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen im Jahr zu bauen, ist in Gefahr.

Von Januar bis Ende März ist die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland gesunken. Insgesamt bewilligten die Behörden im ersten Quartal den Neu- und Umbau von 92.507 Wohnungen. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 3,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang betrifft auch Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser.

Noch stärker ging die Zahl der Baugenehmigungen im Monat März zurück. Da wurde in Deutschland der Bau von 34.794 Wohnungen genehmigt. Das waren sogar 8,9 Prozent oder 3.410 Baugenehmigungen weniger als im März 2021. In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Gebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten.

Es werden immer weniger Einfamilienhäuser gebaut

Vor allem bei Einfamilienhäusern gab es einen deutlichen Rückgang. Deren Zahl der genehmigten Baugenehmigungen sank deutlich um 26,2 Prozent auf 20.778. Bei Zweifamilienhäusern sank die Zahl bewilligter Wohnungen um 3,3 Prozent auf 8.426. Bei Mehrfamilienhäusern stieg sie dagegen um 12,5 Prozent auf 49.688 an.

Das ist keine gute Nachricht, zeigt es doch, dass Einfamilienhäuser aufgrund der steigenden Preise und Bauzinsen zunehmend unerschwinglich werden.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist mit Blick auf die Wohnungsnot in vielen Städten ein wichtiger Indikator. Allerdings werden häufig genehmigte Wohnungen zunächst nicht gebaut, weil Handwerker und Baufirmen wegen großer Nachfrage keine Kapazitäten haben.

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, jedes Jahr 400.000 Wohnungen zu bauen. Verbände halten das für dieses und nächstes Jahr allerdings für illusorisch. Die Gründe: Lieferkettenprobleme und steigende Bau- und Energiekosten.

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