Architekt mit Unterlagen für den Bauantrag
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Bauen | Ratgeber

Bauantrag stellen: Was kostet er, wer darf ihn schreiben?

Sandra Hermes

Level: Für Einsteiger

Eine Baugenehmigung gibt es leider nicht umsonst. Ein Teil der Gesamtkosten eures Bauprojekts entfallen auf den Bauantrag. Wir sagen euch, wie sie berechnet werden und wer einen Bauantrag stellen darf.

Ohne Bauantrag keine Baugenehmigung, ohne Baugenehmigung kein Bauprojekt. Deshalb müsst ihr bei der zuständigen Baubehörde einen Bauantrag stellen, bevor es mit dem Bauen losgehen kann. Das könnt ihr allerdings nicht alleine tun, ihr braucht dazu eine bauvorlageberechtigte Person. Wir erklären euch, wer einen Bauantrag stellen darf und mit welchen Gebühren ihr für den Bauantrag rechnen müsst.

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Was kostet ein Bauantrag?

Die Gebühren für einen Bauantrag sind ein unvermeidbarer Posten in der Kalkulation der Baunebenkosten eures Projekts. Die Höhe der Kosten richtet sich nach den Gesamtkosten eures Bauprojekts. Zwischen 0,5 und 1 Prozent eurer Bausumme müsst ihr für den Bauantrag einkalkulieren.

Plant ihr also ein Haus für 300.000 Euro, wird die Baubehörde euch im günstigeren Fall (0,5 Prozent) einen Bescheid über etwa 1.500 Euro zusenden. Baut ihr nur ein Carport für 5.000 Euro, müsst ihr mit 25 Euro rechnen. Allerdings berechnen die Behörden bei geringen Bausummen oft eine Mindestgebühr. Sie liegt in der Regel bei 100 bis 200 Euro pro Bauantrag.

Wie werden die Kosten für den Bauantrag genau berechnet?

Zwar kommt es ungefähr hin, wenn ihr von 0,5 Prozent der Bausumme ausgeht. Die Behörde nutzt allerdings in der Regel eine Berechnungsformel, die auch den umbauten Raum berücksichtigt:

(Umbauter Raum in Kubikmetern mal Bauwert in Euro pro Kubikmeter) mal 0,5

Je nach Bundesland und dessen Landesgebührenordnung kann es Abweichungen geben. Auch die Größe des Bauvorhabens und zusätzlich notwendige Genehmigungen für technische Anlagen oder Garagen können zu höheren Gebühren führen.

Übrigens: Die Kosten für ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren (Bauanzeige) sind deutlich geringer und werden von der zuständigen Behörde festgesetzt.

Wann müsst ihr die Gebühr für den Bauantrag zahlen?

Der Bescheid wird meistens schon vor der Erteilung der Baugenehmigung zugestellt. Auch im Fall einer Ablehnung ist die Gebühr fällig. Neben der Zeit, die ein Neuantrag kosten würde, ist auch das ein Argument, den Bauantrag erst zu stellen, wenn er vollständig ist und wenn ihr alle möglichen Fallstricke bereits im Vorfeld mit der Baubehörde besprochen und möglichst ausgeräumt habt.

Welche Kosten für den Bauantrag kommen hinzu?

Lasst ihr euren Bauantrag von einem Architekten vorbereiten und einreichen, wird auch dieser für seine Leistung ein Honorar fordern. Dies richtet sich nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure und ist abhängig von der Art des Bauvorhabens und den Gesamtkosten.

Bei einem mittleren Honorarsatz entfallen auf die Genehmigungsplanung, also der Vorbereitung und dem Einreichen des Bauantrags bei den Genehmigungsbehörden, drei Prozent des Gesamthonorars.

Bei einem Einfamilienhaus mit Gesamtkosten von rund 300.000 Euro wären das rund 1.300 Euro, da sich die Gesamtkosten des Architektenhonorars auf rund 45.000 Euro belaufen.

Allerdings ist es schwer, die Genehmigungsphase von den vorhergehenden Phasen abzugrenzen. Die Arbeiten in den Phasen Vorplanung und Entwurfsplanung fließen ja letztlich auch mit in den Bauantrag ein.

Rechnet man nur die Genehmigungsplanung, kommen zu den 0,5 bis 1 Prozent der Behördengebühren nochmal rund 0,5 Prozent Architektenkosten. Somit läge man bei 1 bis 1,5 Prozent der Gesamtkosten für den Bauantrag. Rechnet man Vorplanung und Entwurfsplanung hinzu, läge man bei etwa 5 Prozent der Gesamtbaukosten. Dazu können noch Kosten für Prüfdokumente kommen.

Wie kann ich die Kosten für den Bauantrag senken?

An den Gebühren der Baubehörde ist nicht zu rütteln. Allerdings könnt ihr versuchen, mit eurem Architekten einen günstigeren Pauschalpreis für die Vorbereitung und Einreichung des Bauantrags zu vereinbaren.

Wenn ihr ein Fertighaus baut, solltet ihr darauf achten, dass die Kosten für die Antragstellung schon im Festpreis enthalten sind.

Wer darf einen Bauantrag schreiben?

Nur ein sogenannter bauvorlagenberechtigter Verfasser darf einen Bauantrag schreiben. In der Regel sind das Architekten oder Bauingenieure, die in einer Architekten- oder Bauingenieurkammer eingetragen sind. Bei Bauvorhaben ab einer gewissen Größenordnung ist es vor allem die Statik, die es notwendig macht, einen Fachmann mit der Vorbereitung des Bauantrags zu betrauen.

Der Bauvorlagenberechtigte übernimmt mit seiner Unterschrift die öffentlich-rechtliche Verantwortung für den Bau. Als Bauherr müsst ihr den Antrag jedoch zusätzlich zum Verfasser unterschreiben. Gemeinsam seid ihr offizielle Antragsteller.

In einigen Bundesländern haben auch Handwerksmeister und Bautechniker eine sogenannte Kleine Bauvorlagenberechtigung. Sie gilt nur für Gebäude, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten. In Hamburg dürfen auch Landschaftsarchitekten Bauanträge stellen.

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