Mann streicht nackten Balkonboden mit Dichtschlämme ein.
© Hornbach

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Balkon abdichten mit Dichtschlämme – das müsst ihr wissen

Dirc Kalweit

Dichtschlämme schützt den Beton des Balkonbodens vor eindringender Feuchtigkeit. Wir zeigen euch die richtige Verarbeitung und nennen dazu Vorteile und Nachteile sowie die Kosten des Materials.

Dichtschlämme ist eine von mehreren Möglichkeiten, den Betonboden des Balkons gegen Feuchtigkeit zu schützen. Wie das funktioniert, welche Eigenschaften das Material auszeichnet und was es kostet, das beschreiben wir in diesem Artikel.

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Was ist Dichtschlämme?

Dichtschlämme (nicht Dichtschlamm!) ist grundsätzlich ein Pulver auf Zementbasis. Seine wasserabweisenden Eigenschaften erhält es durch die Zugabe von verschiedenen Zusätzen. Das Material dient dabei als eine Feuchtigkeitssperre, die größere Flächen vor dem Eindringen von Wasser schützt. Bei Balkonen ist es vor allem die Bodenplatte, bei der das Eindringen des Regenwassers in den Betonboden verhindert wird.

Das Pulver wird mit Wasser angerührt, die halbflüssige Masse dann mit Maurerquast, Pinsel oder Glättekelle aufgetragen. Ist die Schlämme einmal ausgehärtet, ähnelt sie einer glatten Zementoberfläche. Grundsätzlich werden zwei Arten von Dichtschlämmen unterschieden:

Mineralische Dichtschlämme ist ein Zementgemisch mit mineralischen Zusätzen. Es wird üblicherweise auf Mauerwerk und/oder auf Kelleraußenwände aufgetragen. Der Vorteil von mineralischer Dichtschlämme: Sie ist atmungsaktiv, die damit behandelte Fläche kann nach dem Abdichten gut abtrocknen. Der Nachteil: Die fertige Schicht ist relativ starr, reißt daher leicht und ist auch nicht dafür geeignet, Risse zu überbrücken.

Flexible Dichtschlämme ist mineralische Schlämme mit einem Kunststoffzusatz. Der macht die Schutzschicht flexibler, so dass nach dem Aushärten keine Risse entstehen beziehungsweise sich Risse auch überbrücken lassen. Allerdings wird die Diffusionsfähigkeit durch den Kunststoff verringert, das Abtrocknen verzögert sich dadurch.

Das sind die Eigenschaften von Dichtschlämme

Je nach Art der Schlämme und Anwendungsbereich sorgt der Zement dafür, dass die behandelte Fläche diffusionsoffen bleibt. Heißt konkret: Sie kann Nässe aufnehmen und wieder abgeben. Durch den Kunststoff erhöht sich die Flexibilität, die wasserabweisende Schicht ist dadurch witterungs- und frostbeständig. Dichtschlämme sorgt dafür, dass eine Wand atmungsaktiv und wasserdampfdurchlässig, gleichzeitig aber auch wasserundurchlässig bleibt.

Hier die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • diffusionsoffen
  • rissüberbrückend
  • wasserdicht
  • witterungsbeständig
  • frostbeständig

Wie gesagt gibt es unterschiedliche Dichtschlämme für verschiedene Anwendungsbereiche. So gibt es zum Beispiel spezielle Schlämme, um das Eindringen von Radongas zu verhindern. Und nicht jede Dichtschlämme eignet sich für die horizontale Verteilung auf einem Balkonboden. Bevor ihr euch also für den Einsatz dieses Materials zum Abdichten des Balkons entschließt, vergewissert euch, dass ihr auch das dafür passende Produkt verwendet.

Mann drückt Dichtungsband mit einem Pinsel bei der Balkonsanierung an.
In die frisch aufgetragene Dichtschlämme wird das Dichtband eingelegt und angedrückt. © Lugato

Balkon abdichten mit Dichtschlämme in vier Schritten

  1. Untergrund vorbereiten. Die Dichtschlämme wird auf die nackte Betonplatte aufgetragen. Diese müsst ihr vorher gründlich reinigen: Schmutz, Farbreste, Putz oder gar Algen müsst ihr komplett entfernen. Nötigenfalls müsst ihr mit einer Drahtbürste schrubben. Tipp: Es gibt auch spezielle Bürsten als Aufsatz für die Bohrmaschine. Das erleichtert die Arbeit. Auch wenn ihr euch für eine flexible Dichtschlämme entschieden habt, die ja Risse überbrückt – größere Schäden solltet ihr am besten mir Reparaturmörtel vorbehandeln.
  2. Dichtschlämme anmischen. Die Fertigmischung in einen Eimer geben und laut Anleitung mit Wasser anmischen. Achtung: Beim Schütten des Pulvers in den Eimer kann es ganz schön stauben! Geht entsprechend vorsichtig zu Werke und tragt am besten Schutzkleidung (Atemschutz, Brille und Handschuhe). Die Masse muss möglichst cremig-flüssig sein, damit ihr sie gut verteilen könnt. Damit sich keine Klümpchen bilden, hilft ein Rühraufsatz auf einer Bohrmaschine. Das spart auch Kraft.
  3. Dichtschlämme auftragen. Den fertigen Mix müsst ihr laut Gebrauchsanweisung auftragen. Das geht ganz einfach mit einem Quast, großen Pinsel oder einer Glättekelle. Dabei unbedingt auf die Verarbeitungszeit und die Dicke der Schicht achten. Normal sind zwei Schichten à jeweils zwei Millimeter, die ihr nacheinander auftragt. Den Rand des Balkons dabei nicht vergessen. Hier müsst ihr in die frische Masse noch Dichtband einlegen.
  4. Dichtschlämme aushärten lassen. Im Gegensatz zu anderen Balkon-Abdichtungverfahren wie Bitumenschweißbahnen, Flüssigkunststoff oder EPDM-Folie müsst ihr beim Abdichten des Balkons mit Dichtschlämme aufs Wetter achten. Ist die Masse aufgetragen, solltet ihr die Oberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung, starkem Wind, Regen und Frost schützen. Das geht ganz gut mit einer Plane, die ihr am Balkongeländer befestigt. Sonst kann es passieren, dass die Schlämme nicht richtig aushärtet und keine homogene Oberfläche bildet. Bis es soweit ist, dauert es rund drei bis vier Tage.

Was kosten Dichtschlämme?

Einer der Vorteile von Dichtschlämme ist der niedrige Preis. Schon für wenige Euro sind die Gebinde zu haben. Wichtig ist, dass ihr genau wisst, wie viel Material ihr benötigt. Denn größere Einheiten (zum Beispiel ein 25-Kilo-Sack) sind im Vergleich zu kleineren (5-Kilo-Eimer) deutlich günstiger.

Über den Daumen gerechnet kostet Dichtschlämme nach Berechnungen des Portals Dichtschlaemme-Test.de zwischen 2,32 Euro und über 30 Euro (Spezial-Dichtschlämme für Pools) pro Quadratmeter.

Wenn ich die Dichtschlämme nicht selbst auftragen wollt oder könnt, dann solltet ihr zusätzlich noch mit Arbeitskosten von circa 50 bis 60 Euro pro Stunde rechnen.

Fazit: Für wen eignet sich das Arbeiten mit Dichtschlämme?

Anrühren, auftragen, fertig. Ein Pluspunkt des Materials ist seine einfache Verarbeitung. Dazu kommt der günstige Preis. Wer seinen Balkon relativ schnell und mit geringen Kosten abdichten möchte, der ist mit Dichtschlämme gut bedient. Auch lässt sich das Material relativ leicht ausbessern. Allerdings müsst ihr sehr sauber arbeiten. Wird die abgedichtete Oberfläche rissig (und das kann bei stärkerer Belastung schon mal passieren), dann ist die Feuchtigkeitssperre dahin.

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