Mann pflanzt jungen Baum im Garten
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Wohnen | Expertentipp

Wurzeln junger Obstbäume vor Nagern schützen – was hilft wirklich?

Katharina Schneider

Besonders junge Obstbäume gehören zu den Lieblingsspeisen von Wühlmäusen. Wir erklären euch, wie ihr Wurzeln vor den Nagern schützen könnt.

Ein Leser hat sich mit folgender Frage an die Wohnglück-Redaktion gewandt: "Ich habe in meinem Garten einige Obstbäume gepflanzt. Allerdings habe ich sehr viele Mäuse in meinem Garten, die den Rasen unterhöhlen und die Wurzeln von meine Obstbäumen abfressen. Was kann ich hier tun? Ich habe schon zwei Apfel-, zwei Kirschbäume und einen Zwetschgenbaum verloren. Ich benötige dringend einen guten Rat."

Wir haben die Frage weitergegeben an Oliver Fink, Vorsitzender des Verbands der GartenBaumschulen BdB.

Hier seine Antwort:

Die Nager, die sich mit Vorliebe an den Wurzeln junger Obstbäume vergreifen, sind Wühlmäuse. Neben Obstbäumen gehören die Wurzeln von anderen Pflanzen der Familie Rosaceae wie Rosen zu ihrer Leibspeise. Auch die Wurzeln junger Hibiskus-Sträucher fressen Wühlmäuse gerne.

"Wühlmäuse kommen in der Regel von Oktober bis März. Für die jungen Obstbäume ist das besonders gefährlich, weil die im Herbst gepflanzt werden", erklärt Fink.

Wühlmauskörbe sind beste Lösung

"Mit klassischen Hausmitteln kann man gegen Wühlmäuse im Nachhinein wenig ausrichten", sagt Fink aus Erfahrung. "Wenn man weiß, dass Wühlmäuse in den Garten kommen, weil der zum Beispiel neben einem Feld ist, dann sollte man die Pflanzen mit Wühlmauskörben schützen. Das ist die beste Lösung."

Wühlmauskörbe sind spezielle Schutzkörbe mit engmaschigem Draht. Sie werden mit der Pflanze in die Erde gesetzt. Der Draht ist gar nicht oder nur ganz wenig verzinkt und verrottet mit der Zeit – ähnlich wie ein Ballenkorb." Diese Wühlmauskörbe sind im Fachhandel vor Ort oder in diversen Online-Shops wie wuehlmauskorb.de zu kaufen.

Je nach Größe und Art kosten sie zwischen 8 und 18 Euro. Die Körbe hindern die Wühlmaus daran, an die empfindlichen Wurzeln der Bäume zu kommen und sind so ein gutes Mittel, um die Wurzeln vor Nagern zu schützen.

Ein selbstgemachter Korb aus Kaninchendraht kann auch helfen

"Wer keinen Wühlmauskorb kaufen will, kann auch engmaschigen Kaninchendraht verwenden", rät Fink. "Für die Pflanzung wird dann ein größeres Loch ausgehoben, dann der Draht hineingelegt und wieder mit Erde bedeckt. Anschließend setzt man die Pflanze ein und macht den Draht nach oben hin zu. Man sollte allerdings aufpassen, dass der Draht nicht zu sehr am Stamm zieht. Dann kann er einwachsen."

Mit einem Wühlmauskorb sind die Wurzeln junger Obstbäume sehr effektiv vor den Nagern geschützt – ohne dass diesen etwas geschieht. Dass der Draht irgendwann umweltfreundlich verrottet, macht nichts aus. Denn die Mäuse stehen nur auf junge Bäume. "Wenn die Bäume älter sind, dann interessieren sich die Wühlmäuse nicht mehr für sie", sagt Fink.

Aus dem Garten vertreiben können die Körbe die Mäuse natürlich nicht. Dafür gibt es im Fachhandel zahlreiche weitere Produkte zu kaufen, die Wühlmäuse fern halten oder sie töten sollen.

Dazu gehören:

  • Wühlmausgas
  • Abwehrpflanzen wie Kaiserkrone, Kreuzblättrige Wolfsmilch oder Knoblauch
  • Ultraschall-Sonden
  • Geräte, die für Wühlmäuse unangenehme Geräusche erzeugen
  • Hausmittel wie Rizinusöl, Buttersäure oder Menschenhaare
  • Wühlmausfallen (sowohl Tot- wie auch Lebendfallen)
  • Wühlmausgift
  • Selbstschussanlagen
Wühlmaus im Garten
Wühlmäuse sehen putzig aus, können für Gärtner aber zur Plage werden. © Getty Images/iStockphoto

Wühlmaus oder Maulwurf?

Wer die Wühlmaus langfristig aus seinem Garten vertreiben will, muss zunächst einmal klären, ob es sich bei den tunnelgrabenden Tieren wirklich um Wühlmäuse oder nicht vielleicht doch um Maulwürfe handelt. Das könnt ihr auch recht einfach tun, indem ihr die Erdhaufen näher betrachtet. Stammen sie von einer Wühlmaus, dann ist das Loch nicht in der Mitte unter dem Haufen, sondern seitlich versetzt. Außerdem sind Wühlmaus-Haufen kleiner als die eines Maulwurfs.

Wichtig ist die Unterscheidung, weil ihr Maulwürfe zwar vertreiben, aber nicht fangen oder gar töten dürft. Denn Maulwürfe unterliegen dem besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung. "Ein Maulwurfgang ist von einem Wühlmausgang gut zu unterscheiden. Außerdem reagieren Wühlmäuse – die Pflanzenfresser sind – auf ganz andere Lockstoffe als Maulwürfe, die sich von Insekten ernähren", sagt Fink. Diese Lockstoffe werden dann in die Falle gelegt, in welche die Wühlmaus tappen soll. "Eine aktive Wühlmaus kann nur innerhalb kurzer Zeit bekämpft werden. Wenn die Falle länger als zwei Tage steht und die Wühlmaus nicht hineingegangen ist, dann ist sie auch weg", sagt Fink.

Wurzeln vor Nagern schützen: Wühlmäuse durch Unruhe fern halten

"Es gibt auch Selbstschussapparate, die mit Platzpatronen arbeiten und in den Boden gesetzt werden", sagt Fink. "Auf einem privaten Grundstück darf man diese Selbstschuss-Fallen aufstellen, wenn man über 18 Jahre alt ist. Sie sind aber mit äußerster Vorsicht zu genießen."

Mittel zur Vertreibung der Nager gibt es ebenfalls. Sie versprechen, die Wühlmäuse fern zu halten, sie aber nicht zu töten. Dass diese Methoden funktionieren, ist aber nicht sicher. "Ob Lebendfallen oder Duftstoffe als Vergrämungsmittel funktionieren, hängt von der Maus ab. In 50 Prozent der Fälle funktioniert das, in den anderen nicht", sagt Fink.

Einen Tipp für alle, die mehr wollen als nur die Wurzeln vor Nagern zu schützen, hat Fink noch: "Wühlmäuse mögen keine Unruhe im Garten. Regelmäßiges Rasenmähen, Hunde, Kinder oder Partys halten Wühlmäuse fern."

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger oder nutzt unser Kontaktformular und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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