Freistehendes Einfamilienhaus mit Garten
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Wunsch und Wirklichkeit: Das sind die Wohnträume der Deutschen

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Ob Ausblick, Ausstattung oder Platz: Bei den Wohnträumen der Deutschen klafft mitunter eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Was sich die Deutschen von ihrem Zuhause wünschen – und wie die Realität aussieht.

Für die neueste Wohntraumstudie der Interhyp AG wurden mehr als 2.100 Teilnehmer repräsentativ nach ihren Wohnträumen gefragt. Dabei wurde klar, dass zwischen dem Wunsch und der Wirklichkeit mitunter eine deutliche Lücke besteht. Lest hier, welche Wohnträume die Deutschen haben und wie die Wirklichkeit aussieht.

Auf die Frage, was ihnen im Leben wichtig sei, antworteten 97 Prozent der Befragten: ein schönes Zuhause. Karriere oder Freunde sind demnach nicht so bedeutend wie heimelige vier Wände.

Das eigene Zuhause ist den Deutschen also sehr wichtig. Allerdings ist nicht jeder mit seiner Wohnsituation zufrieden. "Gut jeder Zweite möchte sich bei Ausstattung oder Größe verbessern", sagt Mirjam Mohr, Vorständin bei der Interhyp.

Bei Mietern ist die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit größer als bei Eigentümern. So äußern Mieter mit 47 Prozent deutlich häufiger den Wunsch nach Veränderung der Wohnsituation als Eigentümer, von denen nur 19 Prozent sich gerne verändern würden.

Das wünschen sich die Deutschen konkret von ihrem Zuhause:

Eigenes Einfamilienhaus statt Mietwohnung

Rund 60 Prozent der Befragten leben aktuell in einer Wohnung, 40 Prozent in einem Einfamilienhaus. Von den Befragten im Einfamilienhaus leben zwei Drittel in einem freistehenden Haus, 18 Prozent in einer Doppelhaushälfte und 16 Prozent im Reihenhaus.

57 Prozent der Befragten mieten ihr Zuhause. Dabei würden sich 72 Prozent der befragten Mieter wünschen, einmal in den eigenen vier Wänden zu leben. 2019 waren es lediglich 66 Prozent.

Und auch das Einfamilienhaus ist weiterhin die Traum-Wohnform der Deutschen. Wollten 2018 rund 60 Prozent eine solches Domizil ihr Eigen nennen, waren es 2019 bereits 63 Prozent und 2021 sind es sogar 65 Prozent. In der Wunschvorstellung ist fast immer ein Garten um das Haus dabei – und Abstand zu anderen Häusern.

Deutsche wünschen sich mehr Platz

Im Schnitt leben Mieter auf 80 Quadratmetern, Eigentümer auf 139 Quadratmetern. Dennoch wünschen sich die meisten Menschen mehr Platz. Im Schnitt wünschen sich Eigentümer wie Mieter eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern. Drei von vier Befragten würden gern auf mehr als 100 Quadratmetern leben. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft allerdings eine Lücke von 35 Quadratmetern.

Tipp: Ihr wollt auch gerne größer wohnen? Dann lest hier, in welcher Stadt es die meisten Quadratmeter fürs Geld gibt.

Ein oft unerfüllter Wunsch: Eine schöne Aussicht

Die größte Kluft zwischen Traum und Realität ist im Jahr 2021 die Aussicht aus dem Zuhause. Ein schöner Blick aus den Fenstern ist für 93 Prozent wichtig. Nur 66 Prozent können sich an einem solchen erfreuen. Möglichkeiten der eigenen Gestaltung sind für 86 Prozent wichtig, nur 62 Prozent sind mit ihren häuslichen Gestaltungsmöglichkeiten zufrieden.

Das Zuhause soll klimafreundlich sein

An gutem Willen in Sachen Klimaschutz mangelt es nicht. 56 Prozent der Befragten wünschen sich eine energiesparende Isolierung für ihr Zuhause. Lediglich 14 Prozent haben sie. Eine Solaranlage wollen 44 Prozent – doch nur zehn Prozent verwandeln die Sonne in Strom. Dabei gibt es heute mit Balkonkraftwerken auch Möglichkeiten für Mieter, ihren eigenen Sonnenstrom zu erzeugen.

Barrierefrei und fußwarm

Von einer Fußbodenheizung träumen 51 Prozent, während nur 20 Prozent warme Füße haben. Barrierefreiheit wünschen sich 44 Prozent der Befragten, aber nur bei 11 Prozent der Befragten ist das Zuhause barrierefrei. Dabei ließe sich das durchaus ändern: Für den barrierefreien Umbau gibt es zahlreiche staatliche Födermittel.

Erfüllung des Wohntraums erscheint schwierig

So hoch das eigene Zuhause im Kurs steht, so schwierig wird der Weg dorthin angesichts steigender Preise und fehlenden Angebots empfunden – trotz der seit Jahren niedrigen Finanzierungszinsen von aktuell rund einem Prozent.

Im Rahmen der Studie wurden auch tiefenpsychologische Interviews durchführt. Darin hat sich gezeigt, dass viele Mieter eine regelrechte Torschlusspanik empfinden. Sie befürchten, dass sie sich in der angespannten Marktlage kein Eigentum mehr leisten können. Sie haben Angst vor explodierenden Mieten oder Willkür der Vermieter, die etwa aus Eigenbedarf kündigen.

Laut der Studie lohnt es sich für Mieter aber, den Wunsch nach Wohneigentum trotz der Hürden in die Realität umzusetzen. "90 Prozent der Eigentümer sind mit der Entscheidung für ihre Immobilie zufrieden. Viele im Vorfeld mit dem Kauf einer Immobilie verbundenen Ängste erweisen sich als unbegründet", sagt Mirjam Mohr. 83 Prozent der Befragten Mieter haben Angst vor hohen finanziellen Belastungen und 81 Prozent vor Zusatzkosten. 73 Prozent befürchten, dass sie Kompromisse beim Objekt eingehen müssen. Zudem ängstigt zwei Drittel der mögliche Aufwand, eine gute Finanzierung zu finden.

Die Realität sieht indes deutlich besser aus, wie die Auswertung auf Eigentümerseite verdeutlicht. Nicht einmal jeder Dritte (30 Prozent) beklagt hohe Belastungen, Kompromisse beim Traumhaus (29 Prozent) oder einen hohen Aufwand bei der Kreditsuche (26 Prozent).

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