Ein Betondrucker auf der Baustelle.
© PERI_Reissner

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Aktuell im Bau: Deutschlands erstes Wohnhaus aus dem 3D-Betondrucker

Dirc Kalweit

Stein auf Stein? Fertighaus? Nein, dieses Gebäude wird mit einem ganz neuen Verfahren errichtet. Das ist ebenso spektakulär wie innovativ – und könnte schon in naher Zukunft Deutschlands Baustellen revolutionieren.

Gedruckt statt gegossen: Mithilfe eines Betondruckers entsteht gerade Deutschlands erstes Wohnhaus im 3D-Druckverfahren. Weitere Projekte sollen in naher Zukunft folgen.

160 Quadratmeter, komplett aus dem Betondrucker

Nicht Hamburg, München oder Berlin ist der Standort für Deutschlands erstes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker. Das eher beschauliche Städtchen Beckum in Nordrhein-Westfalen ist Schauplatz dieser Premiere. Gebaut wird das Gebäude im Rahmen des NRW-Förderprogramms "Innovatives Bauen". Dabei unterstützt das Bundesland das 3D-Betondruck-Projekt mit einer Summe von 200.000 Euro.

Das zweigeschossige Wohnhaus in Beckum ist mit rund 80 Quadratmeter Wohnfläche pro Geschoss geplant – und entsteht mit Hilfe eines 3D-Betondruckers. Dessen Druckkopf dreht sich über drei Achsen und bewegt sich gleichzeitig auf einem fest installierten Metallrahmen.

Der Vorteil: "Der Drucker kann sich in seinem Rahmen in Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden", so Fabian Meyer-Brötz. Er ist Leiter für 3D Construction Printing bei PERI, einem Hersteller und Anbieter von Schalungs- und Gerüstsystemen, der maßgeblich an der Betondrucktechnologie beteiligt ist.

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Betondruck berücksichtigt spätere Anschlüsse

Sowohl Drucker als auch Druckverfahren sind dabei auf die Vorgaben beim Bau angepasst. So besteht die Konstruktion des Hauses aus dreischaligem, mit Isoliermasse verfüllten Wänden. Besonders raffiniert: Der Drucker berücksichtigt schon während des Druckvorgangs die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse, zum Beispiel für Wasser und Strom.

Damit andere Gewerke nicht auf das fertige Druckergebnis warten müssen, ist der Drucker so ausgelegt, dass weiterführende Arbeiten auch während des Druckvorgangs im Druckraum möglich sind. Dadurch lässt sich das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen einfach in den Druckprozess integrieren.

Ein Betondrucker druckt die zweischaligen Wände eines Wohnhauses.
Der Betondrucker arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s. © PERI_Reissner

Schnellster Betondrucker auf dem Markt

Als Druckmaterial dient hier ein speziell für den 3D-Druck entwickelter Beton. Gerade einmal zwei Personen sind nötig, um den Drucker zu bedienen. Die Überwachung aller Druckprozesse erfolgt per Kamera. Der in Beckum eingesetzte Betondrucker benötigt für 1 m² doppelschalige Wand rund fünf Minuten – und ist damit nach Aussage der PERI-Verantwortlichen aktuell der schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt.

Schnelligkeit ist aber nicht das wichtigste Anliegen bei diesem Projekt: "Wir wollen die Gelegenheit nutzen, weiter Erfahrungen im Alltagsbetrieb zu sammeln, die uns beim nächsten Druckprojekt helfen werden, das Kostensenkungspotenzial unserer Technologie weiter zu heben", so Leonhard Braig, Geschäftsführer Produktion & Supply Chain der PERI GmbH. Diese Erfahrungen kämen dann den nächsten 3D-Druckprojekten zugute. Die sind laut Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, schon in Planung.

Ihr möchtet mehr über diese Technologie erfahren und wo sie international schon eingesetzt wird? In folgendem Artikel haben wir weitere Infos zusammengetragen:

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