Kohlmeise an einem Futterspender für Vögel.
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Wohnen | Ratgeber

Vögel richtig füttern: Diese Tipps solltet ihr beachten

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Vögel zu füttern ist eine schöne Möglichkeit, der lebendigen Natur ein Stück näherzukommen. Wir geben euch Infos zum richtigen Vogelfutter und klären die Frage nach dem richtigen Futterplatz.

Für das Füttern von Vögeln geben Naturfreunde laut NABU jedes Jahr rund 15 bis 20 Millionen Euro aus. Aber welchen Vogelarten wird damit geholfen? Wann sollte überhaupt gefüttert werden und womit? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die Vogelfütterung.

Ist es überhaupt sinnvoll, Vögel zu füttern?

Klirrende Kälte, dazu noch eine geschlossene Schneedecke – bei solchen Wetterbedingungen sieht wohl jeder ein, dass es eine gute Sache ist, Vögel bei der Nahrungssuche zu unterstützen. Da hört der Konsens aber schon auf.

Wann genau die Fütterung von Vögeln sinnvoll ist, darüber streiten sich die Vogelfreunde. Während die einen für eine Ganzjahresfütterung plädieren, wollen andere die Fütterung auf die Winterzeit beschränkt sehen. Wer da Recht hat, ist für den Laien schwer nachzuvollziehen.

Unstrittig ist aber, dass das Vogelfüttern eine schöne Möglichkeit ist, um mit der Natur in Berührung zu kommen. Aus dem Bedürfnis heraus, den gefiederten Gesellen zu helfen, entwickelt sich nicht selten ein erweitertes Interesse am Naturschutz.

Tatsächlich sollten sich Vogelfreunde darüber im Klaren sein, dass Winterfütterung und Naturschutz zwei Paar Schuhe sind.

NABU-Vogelexperte Lars Lachmann

Allerdings hat die Fütterung von Vögeln mit Naturschutz nicht viel zu tun. Denn: Von der Fütterung profitieren laut NABU nur rund 15 bis 30 Vogelarten – zum Beispiel Meisen, Rotkehlchen und Drosseln. Und die sind in ihrem Bestand keineswegs gefährdet. Bis auf wenige Ausnahmen trägt die Fütterung also nicht zum Artenschutz oder der Artenvielfalt bei. Das, so der NABU, erreichen wir nur durch Gärten, die wesentlich vogelfreundlicher gestaltet sein müssten.

Wie ihr einen möglichst naturnahen Garten anlegen könnt, haben wir in folgendem Ratgeber für euch zusammengefasst:

Wann ist die beste Zeit, um Vögel zu füttern?

Ganzjahresfütterung oder nicht – in diesen Streit wollen wir uns nicht einmischen, hier aber klar die Empfehlungen des NABU weitergeben. Für den Naturschutzbund liegt die sinnvollste Zeit für die Vogelfütterung zwischen Anfang November und Ende Februar. Denn im Frühjahr kann das Wintervogelfutter schädlich sein – nämlich dann, wenn Jungvögel mit dicken Sonnenblumenkernen oder fettreichem Futter gefüttert werden. An dem einen können sie ersticken, das andere nur schwer verdauen.

Im Sommer solltet ihr laut NABU-Experten die Fütterung schon aus hygienischen Gründen einstellen. Es besteht dann die Gefahr, dass sich die Tiere mit Krankheitserregern anstecken, die teils tödlich sind und gegen die auch peinliche Sauberkeit wenig hilft.

Ein Star frisst an den in einem Behälter aufgehängten Futterknödeln.
Besser ohne Netz: In solchen Behältern könnt ihr Meisenknödel aufhängen, ohne dass die Gefahr besteht, dass sich die Tiere verletzen. © Getty Images/iStockphoto

Futterhaus oder Futterspender – was ist besser?

Ein selbst gebasteltes Futterhaus für Vögel ist eine tolle Sache – aber leider nicht besonders hygienisch. Denn in einem Futterhaus laufen die Vögel herum und verschmutzen es mit Kot. Das erhöht die Gefahr der Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern. Wenn ihr auf euer mit Herzblut errichtetes Häuschen nicht verzichten wollt, dann reinigt es regelmäßig mit heißem Wasser. Und übertreibt es nicht mit der Futterration. Lieber weniger, dafür öfter auslegen.

Bei Futterspendern oder Futtersilos besteht die Gefahr der Verschmutzung und von verdorbenem Futter nicht. Dafür sollte der Spender aber folgendermaßen platziert sein:

  • geschützt gegen Wind, Schnee und Regen
  • katzensicher, so dass die Miezen nicht herankommen
  • Bäume und/oder Büsche in kurzer Entfernung als Deckung
  • möglichst keine spiegelnden Glasscheiben in der Nähe

Nach der Wintersaison solltet ihr den Futterspender abnehmen und gründlich reinigen. Alternativ zu Futterhaus und Futterspender könnt ihr natürlich auch Meisenknödel und Futterglocken selber basteln.

Damit ihr mit euren Kindern auch bestimmen könnt, welcher Piepmatz sich da gerade mit euer Hilfe den Bauch voll schlägt, hier ein sehr aufschlussreicher Film zur Information:

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Noch ein Tipp: Auch andere, eher ungebetene Besucher mögen Vogelfutter, zum Beispiel Ratten. Um das zu vermeiden, solltet ihr unter der Futtersäule einen Auffangteller anbringen oder zumindest die Futterreste, die auf den Boden gefallen sind, beseitigen.

Vögel füttern: Welches Futter für welche Art?

Der Profi-Fütterer unterscheidet nach Körnerfressern (wie zum Beispiel Finken und Sperlingen), Weichfutterfressern (dazu gehören unter anderem Amseln, der Zaukönig oder auch das Rohtkehlchen) und Allesfressern (Meisen und Spechte).

Für die Weichfutterfresser eignen sich:

  • Rosinen
  • Haferflocken
  • Obst

Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Für sie gibt es spezielle Futterspender für den Boden. Aber bitte aufpassen, dass das angebotene Futter nicht verdirbt.

Körnerfresser mögen gern:

  • Sonnenblumenkerne
  • Hanf
  • andere Sämereien aus Futtermischungen

Allesfresser sind eigentlich Weichfresser, die sich sich im Winter kurzerhand auf Körner umstellen. Als Basisfutter für alle Arten haben sich Sonnenblumenkerne bewährt. Auch die bewährten Mischungen aus Fett und Körnern (zum Beispiel in Meisenknödeln und Meisenringen) eignen sich gut für die Weichfutter- und Allesfresser. Aber achtet bei Meisenknödeln unbedingt darauf, dass ihr sie ohne Netz befestigt. Dazu gleich mehr.

Hier noch mal eine kleine Übersicht, welche Vogelart welches Futter bevorzugt:

  • Vogelart
  • Bevorzugtes Futter
  • Amsel
  • Äpfel, Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren
  • Blaumeise
  • Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse
  • Buchfink
  • Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf), Bucheckern
  • Eichelhäher
  • ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln
  • Elster
  • ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln
  • Grünfink
  • gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf & Mohn), Sonnenblumenkerne
  • Feldsperling
  • Allesfresser, gehackte Nüsse, Samen, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
  • Grünspecht
  • Äpfel, Fett, gefettete Erdnüsse (Fettblock mit Erdnüssen oder Mehlwürmern)
  • Haussperling
  • Allesfresser, gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
  • Kleiber
  • Getreideflocken, Hanf, Nüsse (Haselnuss), Sonnenblumenkerne
  • Kohlmeise
  • gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne
  • Rotkehlchen
  • gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett/Talg
  • Stieglitz
  • gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf & Mohn), Sonnenblumenkerne, Samen abgeblühter Stauden

Vögel füttern: Welches Futter für welche Art?

Tipp für Kinder: Hier gibt es die Übersicht als Schaubild vom NABU zum Download (PDF).

Das richtige Vogelfutter

Gerade im Herbst gibt es im Supermarkt und diversen Drogerieketten Fertigfutter für die Vögel zu kaufen. Dabei gibt es große qualitative Unterschiede. Gute Produkte haben einen hohen Anteil an Sonnenblumenkernen und Erdnüssen. Ist dagegen der Anteil an Weizenkörnern sehr groß, handelt es sich um eher minderwertiges Futter. Das erkennt ihr auch daran, dass der Weizen meist gar nicht gefressen wird und am Boden vergammelt.

Das in vielen Knödeln und Ringen enthaltene Fett und der Talg halten nicht nur die Körner zusammen. Sie spenden den Vögeln auch Energie. Verzichtet aber nach Möglichkeit auf Knödel in Plastiknetzen. Denn erstens können sich die Vogelbeine darin verheddern und die Tiere sich schwer verletzen. Zweitens ist ein leer gefressener Meisenknödel im Netz dann nur noch Plastikmüll.

Wer sich als Gourmet unter den Vogelfütterern hervortun will, der kauft im Fachhandel getrocknete Mehlwürmer. Eine einfache, aber schmackhafte Futterquelle ist auch ein aufgeschnittener Apfel.

Und das dürft ihr auf keinen Fall an Vögel verfüttern:

  • Küchenabfälle wie zum Beispiel Kartoffelschalen
  • Fleischreste
  • salzige Nahrung wie zum Beispiel Speck
  • Brot, da es nicht nur schnell verdirbt, sondern auch im Vogelmagen aufquillt

Ihr könnt natürlich auch selbst euer Vogelfutter herstellen. Ein schönes Herbstprojekt, gerade mit Kindern. Und so geht's:

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Mitmach-Aktion zum Vogelschutz: "Die Stunde der Wintervögel"

Ihr habt Spaß am Füttern und Beobachten von Vögeln? Jedes Jahr rufen der NABU und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Die "Stunde der Wintervögel" heißt die Aktion. Sie findet vom 8. bis zum 10. Januar 2021 bereits zum elften Mal statt. Alles zur Teilnahme, Zählhilfe und Meldebogen findet ihr hier.

Unser abschließender Tipp: Wer nicht nur etwas für unsere gefiederten Freunde tun möchte, sondern auch ein Herz für Igel hat, dem legen wir folgenden Ratgeber ans Herz. In diesem erläutern wir alles Wichtige, was ihr bei der Fütterung der stacheligen Gesellen beachten solltet:

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