Badezimmer mit Steinwaschbecken
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Steinwaschbecken: Was taugen Waschbecken aus Naturstein?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Waschbecken aus Keramik sind im Badezimmer Standard. Wer sich ein Wohnaccessoire wünscht, das mehr ins Auge sticht, kann ein Steinwaschbecken wählen. Die Ökobilanz ist ein Pluspunkt. Doch wie robust und langlebig ist Naturstein? Alle Vor- und Nachteile im Überblick.

Naturstein ist ein Hingucker: Möbel aus Granit, Marmor, Basalt, Sand- oder Flussstein sind echte Unikate. Kein Stück sieht gleich aus. Das macht Produkte wie Steinwaschbecken exklusiv. Sie erinnern optisch an luxuriöse Spa-Oasen. Euer Bad wird im Nu zum Wohlfühlparadies. Allerdings hat Naturstein einen Minuspunkt: Wasser und Pflegemittel greifen das naturbelassene Material an. Kratzer bleiben nicht aus. Erfahrt hier mehr über die Eigenschaften und Kosten.

Was ist Naturstein und wo kommt er her?

Bei Naturstein handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Gesteinsarten. Im Vergleich zu anderen Werkstoffen schneiden sie in punkto Ökobilanz sehr gut ab. Das ergab eine Nachhaltigkeitsstudie des Deutschen Naturwerkstein Verbands (DNV). Voraussetzung ist natürlich, dass das Material aus Europa stammt und entsprechend kurze Transportwege zurücklegt.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es zahlreiche Steinbrüche, in denen der naturbelassene Werkstoff abgebaut wird. Hierzulande kommen Granit, Basalt, Diabas, Sandstein, Kalkstein, Dolomit und Marmor am häufigsten vor. Deutlich günstiger sind Importsteine aus Indien, Indonesien und China. Ware aus Fernost hat allerdings eine deutlich schlechtere Energiebilanz.

Steinwaschbecken von Wohnfreuden.de
Ein Waschbecken aus grünem Sandstein, wie hier von Wohnfreuden.de, harmoniert wunderbar mit Holz. © Wohnfreuden.de

Was macht ein gutes Steinwaschbecken aus?

Ein Einzelstück soll euer Badezimmer schmücken? Dann könnte ein Steinwaschbecken euren Geschmack treffen. Folgende Faktoren solltet ihr beim Kauf beachten:

  • Ein gutes Steinwaschbecken passt farblich zu eurem Raumkonzept. Das gelingt ganz einfach, denn Natursteine gibt es in vielen Farbnuancen. Erhältlich sind Modelle in Grau, Beige und Braun bis hin zu Weiß, Schwarz und Grün.
  • Das Waschbecken sollte von der Form und Größe ins Bad passen. Ihr habt die Auswahl zwischen verschiedensten Varianten: rund, eckig, oval, zylinder- oder schalenförmig.
  • Die Oberfläche ist idealerweise mit einem Schutzfilm imprägniert. Eine Versiegelung sorgt dafür, dass Wasser und Schmutz abperlen können.
  • Bei einem guten Steinwaschbecken wisst ihr genau, woher der Werkstoff stammt – idealerweise aus Europa und unter fairen Bedingungen abgebaut.

Vorteile von Steinwaschbecken

Ein Steinwaschbecken ist ein Unikat. Im Badezimmer ist es deshalb nicht bloß Gebrauchsgegenstand, sondern ein Schmuckstück. Die Auswahl ist riesengroß: Es gibt unzählige Gesteinsarten in individuellen Schattierungen und Farbnuancen. Auch bei den Formen ist Vielfalt geboten. Ein 08/15-Keramikwaschbecken kann da nicht mithalten.

Ein weiterer Vorteil neben der außergewöhnlichen Optik: Naturstein ist resistent gegen Schimmelpilz, was vor allem im feuchten Bad ein Pluspunkt ist. Der naturbelassene Werkstoff ist zudem frei von Schadstoffen, nachhaltig und umweltfreundlich. Für den Abbau und die Weiterverarbeitung hält sich der Energieverbrauch in Grenzen.

Alle Vorteile auf einen Blick

  • Naturstein ist optisch vielseitig.
  • Jedes Steinwaschbecken ist ein Unikat.
  • Naturwerkstein ist resistent gegen Schimmelbildung.
  • Naturstein ist ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Werkstoff.
Flussstein Waschbecken von BadezimmerExklusiv
Waschbecken aus Naturstein gibt es in vielen Formen und Farben – hier ein ovales Beispiel aus Flussstein. © BadezimmerExklusiv

Nachteile von Steinwaschbecken

Ein Steinwaschbecken ist ein einzigartiges Wohnaccessoire, das jedoch auch Nachteile mit sich bringt. Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel, Schmutz und Wasser können dem Naturstein schaden. Kratzer und Schleifspuren lassen sich bei regelmäßiger Nutzung nicht vermeiden.

Selbst eine Imprägnierung stellt keinen hundertprozentigen Schutz dar. Der sogenannte Lotuseffekt sorgt dafür, dass Wasser an der Oberfläche zunächst abperlt. Jedoch sickert die Flüssigkeit nach und nach ein, was dem Steinbecken nicht guttut. Die Pflege ist deutlich aufwändiger als bei Keramik- oder Betonwaschbecken. Tägliches Reinigen und Polieren sind ratsam.

Ihr solltet die Wanne nach dem Gebrauch beispielsweise immer mit einem feuchten Tuch oder Fensterleder trockenwischen. Außerdem sind spezielle Reinigungsmittel aus dem Fachhandel zu empfehlen.

Alle Nachteile auf einen Blick

  • Naturstein ist empfindlich gegenüber Reinigungsmitteln, Flüssigkeiten und Schleifpartikeln.
  • Steinwaschbecken bekommen schnell Kratzer oder Schleifspuren.
  • Waschbecken aus Naturwerkstein sind sehr pflegeintensiv.
Natursteinwaschbecken von BadezimmerExklusiv
Natursteinwaschbecken passen gut zu Holz. © BadezimmerExklusiv

Was kosten Steinwaschbecken?

Kleine Natursteinwaschbecken mit einem Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern kosten ab 100 Euro, zum Beispiel über Wohnfreuden.de. Modelle in Standardgröße (circa 50 bis 70 Zentimeter Durchmesser) kosten um die 200 bis 300 Euro, etwa über BadezimmerExklusiv.de.

Je individueller und größer das Becken, desto mehr Budget müsst ihr einplanen. Für Standwaschbecken, Waschbeckensäulen oder Varianten mit integrierten Ablageflächen zahlt ihr rund 500 bis 2.000 Euro.

Waschbeckensäule aus Marmor
Neben klassischen Aufsetzwaschbecken gibt es auch Waschbeckensäulen, zum Beispiel aus Marmor von BadezimmerExklusiv. © BadezimmerExklusiv

Fazit

Steinwaschbecken sind ein nachhaltiges Wohnaccessoire für Individualisten. Jedes Produkt ist ein Unikat, das euer Badezimmer zur Wohlfühloase macht. Die Vielfalt an Steinen, Formen und Farben ist groß. Da ist garantiert für jeden ein Liebhaberstück dabei.

Abstriche müsst ihr in punkto Reinigung und Pflege machen. Dafür solltet ihr täglich ein paar Extraminuten einplanen. Unterm Strich sind Steinwaschbecken hübsch anzusehen. Für den Dauergebrauch in einem Familienhaushalt sind sie jedoch eher ungeeignet – zumindest dann, wenn man sich an kleinen Macken stört.

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