Photovoltaik-Modul auf einem Baum
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Solar-Inselanlage: Wann lohnt sich die Installation?

Claudia Lindenberg

Level: Für Anfänger

Solar-Inselanlagen können auch in Gegenden ohne Stromversorgung betrieben werden. Wir erklären, was ihr über Solar-Inselanlagen wissen müsst, wann sie eine Überlegung wert sind und was ihr vor der Entscheidung für die autarke Stromversorgung beachten müsst.

Eine Photovoltaikanlage erzeugt zwar Strom, doch sie ist dennoch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Daher wird sie auch als Einspeiseanlage bezeichnet. Anders bei Photovoltaik-Inselanlagen, die auch als Solar-Inselanlagen bezeichnet werden: Sie können überall betrieben werden – also auch in Gegenden ohne Stromversorgung. Wir erklären, was ihr über Solar-Inselanlagen wissen müsst, wann sie eine Überlegung wert sind und was ihr vor der Entscheidung für die autarke Stromversorgung beachten müsst.

Was versteht man unter Solar-Inselanlagen?

Hinsichtlich der Funktionsweise unterscheiden sich Solar-Inselanlagen nicht von typischen Photovoltaikanlagen: Die Photovoltaik-Technik wird bei beiden eingesetzt, jedoch mit dem Unterschied, dass Solar-Inselanlagen nicht ans öffentliche Stromnetz gekoppelt werden. Daher ist auch keine Einspeisung von nicht verwendetem oder gespeichertem Strom ins Stromnetz möglich.

Wie funktionieren Solar-Inselanlagen?

Die Funktionsweise von Solar-Inselanlage entspricht im wesentlichen der Technik, die auch bei Photovoltaikanlagen eingesetzt wird: Solarmodule erzeugen Strom. Da der nicht benötigte Strom jedoch nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann, gehören sogenannte Akkumulatoren zur Solar-Inselanlage. Diese Akkus dienen als Speicher für den überschüssigen Strom.

Damit die Ladung und Entladung überhaupt möglich ist, benötigt man einen Laderegler. Dieser dient auch dazu, eine Überladung zu verhindern. Aufgrund ihrer besonderen Funktionsweise werden bei Solar-Inselanlagen andere Wechselrichter als bei netzgebundenen Photovoltaikanlagen benötigt. Erforderlich sind sie aber nur, wenn mit dem von der Solar-Inselanlage erzeugtem Strom auch ganz normale Haushaltsgeräte mit 230-Volt-Strom betrieben werden sollen.

Was kostet eine Solar-Inselanlagen?

Aufgrund ihres Aufbaus sind Solar-Inselanlagen teurer als klassische Photovoltaikanlagen. Das liegt an den Akkumulatoren. Sie machen rund ein Drittel der Gesamtkosten aus. Wie hoch diese sind, lässt sich pauschal schwer sagen, da es einen Unterschied macht, wofür ihr die Anlage nutzen wollt. Dient sie lediglich dazu, in einer Ferienhütte fernzusehen und mit Licht versorgt zu sein, reicht eine kleine Anlage aus. Da keine Einspeisung ins öffentliche Netz erfolgt, entfallen übrigens die Kosten für den Einspeisezähler.

Wenn es nur darum geht, beispielsweise ein kleines Ferienhäuschen oder ein Boot mit Strom zu versorgen und ihr dort ausschließlich für den 12-Volt-Betrieb geeignete Geräte verwendet, benötigt ihr für die Solar-Inselanlage keinen Wechselrichter. Das spart Kosten.

Wann ist eine Solar-Inselanlagen sinnvoll?

Solar-Inselanlagen haben den großen Vorteil, dass sie überall betrieben werden können. Ein Anschluss des Grundstücks ans öffentliche Stromnetz ist daher nicht erforderlich, was die Anlagen für diejenigen interessant macht, die zum Beispiel eine Berghütte nutzen wollen und auf Strom nicht verzichten möchten. Auch für Ferienhäuser, Gartenhäuser oder Tiny Houses kann die Technik eine Überlegung wert sein, ebenso für Wohnmobile oder Boote.

Autarkes Tiny House Ecocapsule
Das Tiny House Ecocapsule verfügt über eine Insel-Solaranlage auf dem Dach und kann deshalb fern jeder Zivilisation genutzt werden. © Ecocapsule Holding

Welche Leistung muss eine Solar-Inselanlage haben?

Da eine Solar-Inselanlage nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen ist, ist eine zuverlässige Stromversorgung nur dann sichergestellt, wenn die Anlage passend zum täglichen Bedarf ausgelegt ist. Daher müsst ihr zunächst den Tagesbedarf ermitteln, damit ihr die Anlage entsprechend planen könnt. Ist sie zu klein, kann es passieren, dass die Stromversorgung nicht für mehrere Schlechtwettertage nacheinander ausreicht.

Dabei müsst ihr auch berücksichtigen, dass die Leistung von der Jahreszeit abhängt. Die Leistung muss also auch an einem Dezembertag ausreichen, um den Tagesbedarf an Strom zu erzeugen. Es kann je nach Standort erforderlich sein, weitere Komponenten in die Anlage zu integrieren – beispielsweise ein Kleinwindkraftwerk, das im Winter die schwache Solarstromerzeugung ausgleicht.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich eine Solar-Inselanlage errichten?

Bei einer Solar-Inselanlage ist es noch wichtiger als bei einer klassischen Photovoltaikanlage, dass das Grundstück ausreichend Platz bietet. So kann es bei einer eher schattigen Lage und wenig Dachfläche eines Ferienhäuschens mitunter schwierig werden, ausreichend Strom für die Selbstversorgung zu erzeugen und zu speichern.

Ist für die Errichtung von Solar-Inselanlagen eine Genehmigung erforderlich?

Ob eine Genehmigung für die Errichtung eine Solar-Inselanlage erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Der Größe der Anlage, dem Standort – auf dem Dach oder woanders? – und der Art der Anbringung. So kann eine solche Anlage problemlos auf einem Wohnmobil installiert werden, nicht aber auf dem Dach eines denkmalgeschützten Hauses. Außerdem unterscheiden sich die behördlichen Vorschriften von Region zu Region. Um sicherzugehen, solltet ihr beim zuständigen Bauamt nachfragen, ob beziehungsweise welche Genehmigungen ihr für den Bau einer Solar-Inselanlage benötigt.

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