Oranger Schmetterling sitzt auf Asterblüte
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Wohnen | Ratgeber

Schmetterlinge anlocken: Pflanzen und Blumen, auf die Falter abfliegen

Nike Heinen

Nike Heinen

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Schmetterlinge sind empfindliche Wesen. Im Garten finden die ­schönen Falter einen Rückzugsort. Bestimmte Pflanzen und Blumen lieben sie besonders. Hier kommen Tipps, wie ihr Schmetterlinge anlockt.

Ob blau-rot gepunkteter Schwalbenschwanz, blass­beiger Kohlweißling oder das feuerrote Tagpfauenauge: Schmetterlinge mit ihren bunt glitzernden Flügeln erfreuen unser Auge im Garten. Aber wie lassen sich Schmetterlinge anlocken?

Wir erklären, welche Pflanzen und Blumen Schmetterlinge in den Garten locken, zeigen ein Schmetterlings-Beet zum Nachpflanzen und geben Tipps, damit auch die Raupen der schönen Falter genug Nahrung finden.

Schmetterlinge anlocken: Was die Falter mögen

Ein natürlicher, blumenreicher Garten ist schon mal eine sehr gute Grundlage, um Schmetterlinge bald flattern zu sehen. Wenn man gezielt die schönen Falter anlocken möchte, sollte man auf drei Dinge achten: rosa und lila Blüten, heimische Pflanzen und nektarreiche Blumen.

Rosa und lila Blüten

In vielen Millionen Jahren Evolution haben die Schmetterlinge ihr Suchsystem für vielversprechende Nahrungspflanzen optimiert. Sie orientieren sich an Farben und Duftstoffen der Pflanzen. So fliegen sie eher ungern auf Gelb und Rot, lieber auf rosa und lila Blüten.

Heimische Pflanzen

Weil sie freien Zugang zu den Staubgefäßen in der Blüte brauchen, können Schmetterlinge mit gezüchteten, gefüllten Blüten so viel anfangen wie wir mit einem abgeschlossenen Kühlschrank. Heimische Pflanzen locken die Falter noch mehr an als eingebürgerte Gartenexoten, weil ihr Suchsys­tem seit Jahrmillionen an diese Pflanzen ange­passt ist.

Nektarreiche Blumen

Schmetterlinge brauchen vor allem eines, um sich zum Herbeifliegen verführen zu lassen: Nektar. Typische Faltermagneten haben Blüten, die bei näherem Hinsehen aus unzähligen kleinen Einzelblüten bestehen.

Agastachen, Kugeldisteln und Patagonisches Eisenkraut
Nektar satt: Agastachen (vorn), Kugeldisteln (Mitte) und Patagonisches Eisenkraut (hinten) locken Schmetterlinge. © Flora Press

Pflanzen und Blumen für Schmetterlinge

Folgende schön blühenden Pflanzen wirken besonders anlockend auf Schmetterlinge:

Schmetterlingsflieder

Der Schmetterlingsflieder, auch als Sommerflieder bekannt, kann Wuchshöhen von 0,5 bis 5 Meter erreichen und ist reich an Nektar, weshalb Insekten wie Taubenschwänzchen, Kleiner Fuchs und andere Tagfalter sowie Hummeln und Honigbienen voll auf den Strauch abfliegen.

Spannend: Der Nektar des Schmetterlingsflieders ist schwach giftig – und wirkt auf Schmetterlinge laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) berauschend auf die Falter. Die Folge: "Sie verlieren alle Scheu und werden damit leichte Beute für Vögel." Deshalb werde davon abgeraten, diesen Strauch, der ursprünglich aus China und Südafrika stammt, zu pflanzen.

Taubenschwänzchen fliegt Schmetterlingsflieder an
Ein Taubenschwänzchen fliegt den Schmetterlingsflieder an. © Getty Images/iStockphoto

Kugeldisteln

Heiß begehrt bei Schmetterlingen sind die Blüten der Kugeldistel. Die Staude mit ihren großen markanten Köpfen erreicht Wuchshöhen zwischen 0,5 und 2 Metern und mag einen sonnigen Standort.

Kugeldisteln im Sonnenuntergang
Welch ein Hingucker: Kugeldisteln gefallen nicht nur Schmetterlingen. © Getty Images/iStockphoto

Witwenblumen

Witwenblumen finden sich besonders oft auf wilden Wiesen, lassen sich aber auch im Garten pflanzen. Die Wildblume wächst bis zu 1 Meter hoch und wirkt äußerst anziehend auf Schmetterlinge.

Schachbrett-Schmetterling sitzt auf Witwenblume
Dieser Schachbrett-Schmetterling gönnt sich den Nektar der Witwenblume. © Getty Images/iStockphoto

Schmuckkörbchen (Cosmea)

Cosmea, Kosmee oder Schmuckkörbchen stammt ursprünglich aus Mexiko und Brasilien und gehört zur Familie der Korbblütler. Von dieser Blume gibt es mehr als 30 Arten, sie kann eine Wuchshöhe zwischen 0,5 bis 1,2 Meter erreichen. Ihre Schönheit wird nicht nur von Menschen, sondern auch von Schmetterlingen sehr geschätzt.

Schmetterling sitzt auf Cosmos-Blume.
Ein wunderschönes Schmuckkörbchen hat diesen Schmetterling angelockt. © Getty Images/iStockphoto

Astern

Artenreich ist auch die Aster. "Schneetanne", "Pink Cloud", "Rosa Perle" – diese Namen weisen schon auf eine hochgezüchtete Pflanze hin. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt explizit die Neubelgische Aster, die Schmetterlinge im Herbst mit Nektar versorgt.

Monarchfalter sitzen auf Astern.
Diese Astern bekommen zahlreichen Besuch von Monarchfaltern. © Getty Images

Salbei

Tief im Inneren der Salbei-Blüten finden Schmetterlinge mit ihren langen Rüsseln leckeren Nektar. Wiesensalbei erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 0,6 Metern und mag einen sonnigen Standort.

Schmetterlinge lieben Salbei – vielleicht sind sie deshalb niemals heiser? © Getty Images/iStockphoto

Große Brennessel

Ebenfalls ein echter Schmetterlingshit ist eine bei uns Menschen gar nicht gern gepflegte Pflanze: die Große Brennnessel. Auch sie hat keine einzelnen Blüten, sondern Blütentrauben.

Noch wichtiger: An den Blättern der Großen Brennessel können sich die Raupen der Schmetterlinge sattessen. Sie dient 25 verschiedenen Falterarten als Kinderstube, unter anderem sind der prächtige Admiral und das umwerfend schillernde Tagpfauenauge auf sie angewiesen.

Raupe des Tagpfauenauge auf einer Brennessel
Schmetterlingsraupen mögen Brennesseln. © Getty Images/iStockphoto

Weitere Blumen und Pflanzen für Schmetterlinge

Auch diese heimischen Pflanzen ziehen Schmetterlinge an:

  • Weidenkätzchen,
  • Efeu,
  • Kartäusernelken,
  • Tauben-Skabiosen,
  • Tüpfel-Johanniskraut,
  • wilder Majoran.

Tipp: Im Floraweb des Bundesamt für Naturschutz findet sich eine Hitliste der Schmetterlingspflanzen. Dort sind alle heimischen Pflanzen aufgeführt, die für Schmetterlinge von Bedeutung sind – und zwar geordnet nach der Zahl der Schmetterlingsarten, die die jeweilige Pflanze besuchen.

Beet für Schmetterlinge zum Nachpflanzen

Dieses Beet könnt ihr nachpflanzen, wenn ihr Schmetterlinge in euren Garten locken wollt. Für das Beet braucht ihr vier mal fünf Meter Platz. Es sollte auf einer offenen, besonnten Fläche liegen.

Da die Präriepflanzen sehr tief wurzeln, kommen sie gut mit sandigen Böden zurecht. Eine dünne Schicht Kompost nach dem Pflanzen reicht. Lehmige Böden müssen vor dem Pflanzen mit grobem Sand abgemagert werden.

In kühleren Gegenden und bei trockenen Standorten kann nach dem Pflanzen eine etwa acht Zentimeter hohe Schicht Kies zwischen den Stauden ausgebracht werden. Das schafft bessere Wachstumsbedingungen für die frisch gepflanzten Stauden – und macht das Jäten leichter.

Pflanzplan-Vorschlag für einen Schmetterlingsgarten
Pflanzplan-Vorschlag für einen Schmetterlingsgarten. © Anke Clark
  1. Chinaschilf (miscanthus sinensis)
  2. Sand-Liebesgras (ergaostris tichodes)
  3. Moskitogras (bouteloua gracilis)
  4. Japangras (hakonechloa macra)
  5. Gehölz für den Hintergrund, zum Beispiel Faulbaum (rhamnus frangula
  6. Flammenblume, zum Beispiel phlox maculata "Magnificens", phlox paniculata "Judy" oder phlox amplifolia "Great Smoky Mountains"
  7. Patagonisches Eisenkraut (verbena bonariensis)
  8. Bleicher Sonnenhut (echinacea pallida)
  9. Blaue Katzenminze (nepeta x faassenii)
  10. Spornblume (centranthus ruber "Albus")
  11. Prachtscharte (liatris spicata und liatris spicata "Floristan weiß")
  12. Kugellauch (allium spaerocephalon)
  13. Staudenwicke (lathyrus latifolius)
  14. Korea-Minze (agastache rugosa "Black Adder")
  15. Lichtnelke (lychnis coronaria)

Futter für die Schmetterlingsraupen

Nektarpflanzen machen die Schmetterlinge satt – aber was fressen ihre Kinder? Jede Schmetterlingsart braucht ihr eigenes Raupenfutter. "Raupen brauchen ganz be­stimm­te Pflanzen – und ganz be­stimm­te Bedingungen. Und weil sie nur kriechen und nicht fliegen können, sterben sie, wenn sie das nicht in einem Umkreis von zehn Metern finden", sagt Holger Loritz. Der Landschafts­ökologe berät Bau­herren bei der schmetter­lings­freund­li­chen Gestaltung von Grund­stü­cken.

Seit die Felder gewachsen und die mit heimischen Pflanzen bewachsenen Ackerränder verschwunden sind, gibt es messbar weniger Schmetterlinge. Loritz schätzt, dass vor 30 Jahren etwa dreimal so viele Tiere unterwegs waren.

Bestimmte Schmetterlinge lieben bestimmte Pflanzen

Wer bestimmte Schmetterlingsarten in seinen Garten locken möchte, sollte wissen, welche Pflanzen ihnen besonders gut schmecken. Wir präsentieren eine Auswahl.

Ameisenbläuling und Wiesenknopf

Dieser Ameisenbläuling kann nicht ohne den Großen Wiesenknopf, eine unscheinbare Wiesenblume: Sie wächst in feuchten Graslandschaften wie an Bergbächen. Die Raupen fressen die Blätter, den Faltern schmecken die Blüten.

Ameisenbläuling und Wiesenknopf
Ameisenbläuling auf Wiesenknopf. © Flora Press/Martin Hughes-Jones

Aurorafalter und Wiesenschaumkraut

Angesichts seiner Flügel hätte man den orange gefleckten Aurorafalter eigentlich eher nach dem Abendbrot als der Morgenröte benennen müssen. Aber seine zartrosa Kinderstube, das Wiesenschaumkraut, passt perfekt zur Göttin des Sonnenaufgangs.

Aurorafalter und Wiesenschaumkraut
Aurorafalter auf Wiesenschaumkraut. © Flora Press/Martin Hughes-Jones

Schwalbenschwanz und Wilde Möhre

Die Wilde Möhre ist mir ihren weißen Schirmblüten eine echte Trendpflanze – und sie bringt einen der schönsten heimischen Falter durch seine Kinderzeit, den Schwalbenschwanz. Die Pflanze mag es trocken, warm und nährstoffreich – auf Lehmböden in voller Sonne.

Schwalbenschwanz und Wilde Möhre
Schwalbenschwanz mag Wilde Möhre. © Flora Press/Martin Hughes-Jones

Trauermantel und Salweide

Die Raupen des Trauermantels fressen an der Salweide – die mit den Kätzchenblüten. Dort schlüpfen sie im Juni und fressen sich satt. Die fertigen Falter fliegen ab Julia und lieben Fallobst.

Trauermantel und Salweide
Trauermantel mag Salweide. © Flora Press/Martin Hughes-Jones

Finger weg von Herbiziden

Neben fehlendem Raupenfutter sind es auch die chemischen Hilfsmittel, die den Insekten zusetzen. Gerade die Raupen sind giftigen Substanzen unentrinnbar ausgesetzt. Sogar als "bienen­freundlich" beworbene Herbizi­de stehen im Verdacht, ihnen nachhaltig zu schaden. Wer Schmetterlinge mag, sollte auf die chemische Keule gegen Unkräuter verzichten.

Und eigentlich auch aufs Unkraut jäten: Denn eine Oase für Falter hat nicht nur möglichst viele Blüten zum Satt­essen, sie hat vor allem auch wilde Ecken für die Schmetterlingsbabys. Ein versteckter Winkel beim Kompost könnte so ein Platz für eine kleine Brennnessel-Plantage sein.

Stauden im Herbst stehen lassen

Eine Trockenmauer, an deren Füßen Efeu wachsen darf, wäre ein idealer Rast­platz für wärmehungrige Falter – und ein gutes Winterquartier. Wenn man sie im Winter auch nicht fliegen sehen kann, die Schmetterlinge sind noch da. Viele Arten überwintern an den Pflanzen, die sie ernähren, zum Beispiel als Puppen. Wenn ihr Schmetterlinge im Sommer ein wenig lieb gewonnen habt, überlegt doch mal, ob ihr die Stauden im Herbst wirklich herunterschneiden wollt. Mit den Stängeln landen nämlich auch die Schmetterlinge des nächsten Frühlings auf dem Kompost.

Abschließender Tipp: Wer nicht nur ein Herz für Schmetterlinge, sondern auch für Wildbienen hat, kann hier nachlesen, wie ihr Bienen in euren Garten lockt.

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