Mann verlegt Rollrasen
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Rollrasen verlegen: Kosten, Vorteile & Nachteile von Fertigrasen

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Rollrasen verlegen ist eine Alternative zum Rasen säen. Hier erfahrt ihr, was Rollrasen kostet und was ihr beachten müsst, damit der Fertigrasen gut anwächst.

Mit Rollrasen verwandelt ihr eine braune Fläche in eurem Garten im Nu in eine schöne Rasenfläche. Fertigrasen erspart euch das lästige Warten darauf, dass die Rasensaat aufgeht und euer Garten ist damit schneller nutzbar.

Damit alles wie geplant funktioniert, müsst ihr den Boden richtig vorbereiten und beim Rollrasen verlegen einiges beachten. Was, das erklären wir euch hier. Außerdem nennen wir euch die Kosten für den "Rasen von der Rolle".

Vorteile von Rollrasen

Der größte Vorteil von Rollrasen ist, dass ihr damit sehr schnell eine grüne Rasenfläche in eurem Garten habt, die auch schon betreten werden kann. 100 Quadratmeter Rollrasen verlegen dauert etwa vier Stunden.

Eine starke Beanspruchung wie beispielsweise Fußballspielen ist je nach Jahreszeit bereits nach etwa sechs Wochen möglich.

Fertigrasen wird vor der Verlegung für die Dauer von zirka 14 Monaten in der Rasenschule unter idealen Bedingungen kultiviert. Bei Anlieferung ist er bereits dicht und robust: Deshalb gibt es anfangs kein Problem mit Unkräutern, weil die dichte Grasnarbe deren Wachstum verhindert. Ob das auch danach so bleibt, hängt allerdings davon ab, ob ihr euren Rasen richtig pflegt.

Nachteile von Fertigrasen

Rollrasen hat aber auch Nachteile. Der gewichtigste ist sicher der hohe Preis: Für Rollrasen zahlt ihr zwischen 5 und 10 Euro pro Quadratmeter. Das kann bei einem großen Garten schnell sehr teuer werden. Zum Vergleich: Rasensaat für 40 Quadratmeter kostet etwa 40 Euro.

Auch ökologisch betrachtet bietet Fertigrasen Nachteile, da für Aufzucht und Lieferung mehr Wasser, Treibstoff und Düngemittel verbraucht wird als für Saatrasen.

Für Rollrasen ist eine gute Planung erforderlich. Er kann nicht einfach so in einem Baumarkt gekauft werden, sondern wird in der Regel angeliefert. Dann muss er noch am selben Tag verlegt werden, da es sonst schnell gelb wird. Deshalb solltet ihr für den Liefertermin genaue Absprachen treffen. Zudem sollte der Lkw möglichst dicht an die vorbereitete Fläche heranfahren können, um unnötige Transportwege zu vermeiden.

Das Verlegen von Rollrasen ist zwar technisch nicht besonders anspruchsvoll, aber bei größeren Flächen äußerst anstrengend, denn die einzelnen Rollen sind mit 15 bis 20 Kilogramm ziemlich schwer.

Wann kann man Rollrasen verlegen?

Frühling und Herbst sind für das Verlegen von Rollrasen die optimalen Jahreszeiten. Grundsätzlich ist die Verlegung aber das ganze Jahr über möglich, sofern es weder extrem hohe Temperaturen noch Frost gibt. Die Wurzeln benötigen tagsüber Temperaturen im Plusbereich, damit sie effektiv in den Boden wachsen können. Nächtlicher Frost schadet dem Rollrasen nicht.

Je nach Jahreszeit und der damit verbundenen Temperaturen wächst der Rollrasen unterschiedlich schnell an. Im Winter dauert die Anwuchsphase länger. In der Regel ist der Rollrasen im Frühling und Sommer bereits zwei bis drei Wochen nach dem Verlegen fest verwurzelt.

Wo bekomme ich Rollrasen her?

Rollrasen wird von sogenannten Rasenschulen auf großen Flächen herangezogen, bis die Grasnarbe ausreichend dicht ist. Anschließend wird der fertige Rasen mit speziellen Maschinen inklusive einer dünnen Bodenschicht abgeschält und aufgerollt.

Die Rollen enthalten jeweils einen Quadratmeter Rasen und sind je nach Hersteller 40 oder 50 Zentimeter breit und 250 oder 200 Zentimeter lang.

Um die Lieferkosten möglichst niedrig zu halten oder damit ihr den Rollrasen selbst abholen könnt, empfiehlt es sich, einen Anbieter aus der Region zu wählen. Auf der Internetseite des Deutschen Rollrasen Verbandes findet ihr Fertigrasen-Anbieter.

Ihr solltet immer fünf Prozent mehr, als eure Fläche beträgt, bestellen, denn es gibt immer mal Verschnitt und so geht ihr sicher, dass der Fertigrasen auch reicht.

Auf einer Palette gestapelter Fertigrasen
Eine Rolle Fertigrasen wiegt zwischen 15 und 20 Kilogramm und sollte nicht lange gelagert werden. © Getty Images/iStockphoto

Was kostet Rollrasen?

Eine Rolle, also ein Quadratmeter, kostet meist zwischen 5 und 10 Euro. Der Preis hängt von der Rasensorte, vom Transportweg und von der bestellten Menge ab. Kleine Mengen sind teurer als große Mengen, Abholung ist billiger als Lieferung.

Ihr könnt Rollrasen selbst verlegen oder ihn von einem Gartenbaubetrieb verlegen lassen. Das Verlegen sowie die Vorbereitung des Bodens kosten rund 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen die Kosten für den Startdünger sowie die Nachpflege für die ersten Wochen. Das sind nochmal 3 Euro pro Quadratmeter

Rollrasen verlegen lassen inklusive der Arbeitsleistung kostet im Schnitt zwischen 15 und 25 Euro pro Quadratmeter.

Die richtige Rasenqualität

Die Wahl der richtigen Rasensorte muss gut überlegt sein. Abhängig von der Verwendung, der Bodenqualität, den Lichtverhältnissen (Schatten!) und dem Pflegeaufwand gibt es verschiedene Rasenqualitäten:

  • Zierrasen: Ist wenig belastbar und erfordert viel zeitaufwendige Pflege.
  • Sport- und Spielrasen: Ist strapazierfähig, auf ihm können Familien mit Kindern und Hunden toben.
  • Schattenrasen: Wächst auch ohne viel Licht und ist widerstandsfähiger gegen Moos und Unkraut.

Was ihr braucht, um Rollrasen selbst zu verlegen

Folgende Werkzeuge helfen euch, den Rollrasen selbst zu verlegen:

  • Sodenschneider oder Schaufel: Damit schält ihr den alten Rasen ab, sofern einer vorhanden ist.
  • Fräse: Zum Umgraben des Bodens.
  • Harke: Um Steine zu entfernen und eine ebene Fläche zu schaffen.
  • Walze: Damit verdichtet ihr die Fläche. Damit könnt ihr den Fertigrasen nach dem Verlegen auch gleichmäßig am Boden festrollen. Alternativ könnt ihr auch Bretter nutzen, um die Fläche einzuebnen und zu verdichten.
  • Wellenschliffmesser: Damit könnt ihr die Rasensoden zurechtschneiden.

Werkzeug, das ihr nicht selbst habt, könnt ihr im Baumarkt oder Fachhandel ausleihen.

So bereitet ihr den Boden für den Rollrasen vor

Bevor der Rollrasen verlegt werden kann, müsst ihr die Fläche erst einmal vorbereiten. Folgende sechs Schritte sind notwendig:

  1. Zuerst den vorhandenen Altrasen mit der Schaufel flach abtragen.
  2. Die nun freie Fläche müsst ihr durch Umgraben tiefgründig lockern. Bei diesem Arbeitsgang müssen Steine und Wurzelreste sorgfältig entfernt werden. Dabei müsst ihr besonders auf die Wurzelfortsätze von Giersch, Schachtelhalm, Quecke oder Huflattich achten.
  3. Bei schweren, lehmhaltigen Böden empfiehlt es sich, Sand einzuarbeiten (1 bis 3 m³ pro 100 m²), um die Drainagefähigkeit zu verbessern. Bei leichten sandigen Böden ist es günstig, wenn ihr Humus (Kompost vom Grünschnitt-Sammelplatz) einarbeitet.
  4. Danach wird der Boden so lange abgeharkt, bis eine ebene Fläche ohne Bodenwellen oder Senken entstanden ist. Um Unebenheiten auszugleichen, könnt ihr die Fläche mit einem drei Meter langen Brett abziehen.
  5. Abschließend erfolgt die Verdichtung der planierten Fläche mit einer Walze oder durch Festtreten mithilfe von Trittbrettern.
  6. Die Fläche sollte nun nach Möglichkeit ein bis zwei Wochen ruhen und öfter gewässert werden. Der Boden setzt sich. Eventuelle Unebenheiten könnt ihr nachträglich noch ausbessern.
Mann bereitet Boden für Rollrasen vor
Den Boden bereitet ihr idealerweise zwei Wochen, bevor der Rollrasen geliefert wird, vor. © Getty Images/iStockphoto

Rollrasen verlegen: So geht's

Gute Planung ist wichtig: Fertigrasen muss gleich am Tag der Lieferung verlegt werden. Kommt der Rasen erst gegen Abend an, könnt ihr ihn in der Regel auch am Morgen danach verlegen. Ihr solltet die Rollen dann aber abends von der Palette laden und am besten gleich im Garten verteilen. Bei stärkerer Sonne ist es wichtig, sie im Schatten zu lagern und feucht zu halten.

Es ist außerdem empfehlenswert, wenn ihr vor der Verlegung Starterdünger einarbeitet. Er wird mit der Hand gleichmäßig verstreut und anschließend oberflächlich eingeharkt. Den so vorbereiteten Boden solltet ihr unmittelbar vor dem Verlegen nochmal ein bis zwei Zentimeter tief harken.

Vergesst nicht, dass der Rasenteppich zwei Zentimeter dick ist. Damit er beispielsweise mit dem Terrassenboden bündig abschließt, müsst ihr etwa zwei Zentimeter mit einplanen.

So geht ihr bei der Verlegung vor:

  • Die Verlegung sollte nach Möglichkeit an einer geraden Kante beginnen. Setzt die einzelnen Bahnen nahtlos aneinander und verlegt den Rollrasen kreuzweise versetzt. Ihr könnt die Bahnen immer wieder mit einem langen Brett seitlich gegeneinander pressen, um Spalten zu vermeiden. Überlappungen könnt ihr mit einem langen Messer mit Wellenschliff kürzen.
  • Um Trittspuren zu vermeiden, ist es empfehlenswert, wenn man auf dem bereits verlegten Rasen Bretter auslegt oder am hinteren Teil des Grundstücks anfängt.
  • Die fertig verlegte Fläche walzt ihr zum Schluss vorsichtig diagonal zu den Kanten an, damit der Rasen einen guten Kontakt zum Erdreich bekommt.
  • Ist die Rasenfläche fertig, müsst ihr bis zum Anwachsen den Rasen ausgiebig und durchdringend wässern (etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter). Beginnt damit sofort nach dem Verlegen. Rollrasen und Erdreich müssen immer feucht sein.
Das Anwalzen dient dazu, dass die Rasensonden guten Kontakt mit dem Erdreich bekommen und leicht anwachsen. © Getty Images/iStockphoto

Rollrasen richtig pflegen

Gerade im Sommer verdunstet das Wasser zur Mittagszeit rasch. Dann empfiehlt es sich, den Rasen morgens oder am Abend zu gießen. Wird das Gras in der Anwachsphase grau-grün, dann benötigt euer Rasen unbedingt Feuchtigkeit.

Je nach Witterung sind die Rasensoden nach rund zwei bis vier Wochen mit dem Erdreich verwachsen. Ob das der Fall ist, könnt ihr mit dem Zupf-Test feststellen. Zieht dazu leicht an den Grashalmen. Wenn sich der Rasenteppich nicht mehr anheben lässt, ist er am Unterboden angewachsen.

Nach dem Verlegen betretet ihr den Rollrasen vor dem ersten Mähen am besten nicht. Das erste Mähen erfolgt nach zehn bis 14 Tagen. Die Halme sollten mindestens sechs bis zehn Zentimeter hoch sein. Stumpfe Messer können die neuen Soden leicht anheben und entwurzeln. Achtet deshalb auf scharfe Messer.

Die optimale Schnitthöhe beträgt

  • bei Sport- und Spielrasen sowie Zierrasen: vier Zentimeter
  • bei Schattenrasen: höchstens sechs Zentimeter.

Die Bewässerung könnt ihr jetzt langsam auf ein normales Maß zurückfahren. In der Regel reichen nun bei Trockenheit wöchentlich ein bis zwei reichliche Bewässerungen aus. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Rasen bewässern"

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