E-Auto an Ladesäule in Stadt
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Welche ist die nachhaltigste Stadt Deutschlands?

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit von deutschen Städten aus? Dieser Frage ist das Städteranking in diesem Jahr nachgegangen. Ganz klar vorne: Städte in Süddeutschland.

Ladestationen für E-Autos, Dichte der ÖPNV-Haltestellen oder Anzahl der Windkrafträder – nach Faktoren wie diesen bemisst sich, welche deutsche Stadt die nachhaltigste ist. Denn in diesem Jahr hat die Zeitschrift "Wirtschaftswoche" in ihrem Städteranking (Inhalt bezahlpflichtig) zum ersten Mal den Nachhaltigkeits-Check gemacht. Deutschlands nachhaltigste Stadt liegt demnach in der Oberpfalz: Regensburg gewinnt den Titel vor Ingolstadt und Heidelberg.

Besonders die E-Mobilität wird im bayerischen Regensburg großgeschrieben. In keiner untersuchten Stadt ist die Dichte an E-Ladesäulen so hoch. Außerdem befahren die Stadt fünf E-Busse, einer davon dient als Forschungsbus. In dem testet zum Beispiel ein Regensburger Unternehmen einen Elektromotor, ein anderes hat im Bus Sensoren angebracht, um Daten für autonomes Fahren zu sammeln.

Zudem gibt es in Regensburg 20 E-Autos fürs Carsharing und E-Transporter für Geschäftsinhaber. Kein Wunder, dass es von der kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft heißt: "Regensburg soll zum führenden E-Mobilitätsstandort in Bayern werden."

Nachhaltigkeit: Städte im Ruhrgebiet sind Schlusslichter

So kann Regensburg mit einer Gesamtpunkteanzahl von 59,4 Punkten knapp vor Ingolstadt (58,6 Punkte) und Heidelberg (57,1 Punkte) rangieren. Überhaupt scheint es im Süden der Nation in den Städten mehr Nachhaltigkeit zu geben. Unter den Top Ten liegen nur drei Städte nicht in Bayern oder Baden-Württemberg.

Unter den am wenigsten nachhaltigen Städten ist das Bild ebenso eindeutig. Die vier Schlusslichter Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Herne liegen alle im Ruhrgebiet.

  • Rang
  • Stadt
  • Punkte
  • 1.
  • Regensburg
  • 59,4 Punkte
  • 2.
  • Ingolstadt
  • 58,6 Punkte
  • 3.
  • Heidelberg
  • 57,4 Punkte
  • 4.
  • Wolfsburg
  • 57,1 Punkte
  • 5.
  • Erlangen
  • 56,5 Punkte
  • ...
  • 69.
  • Oberhausen
  • 44,4 Punkte
  • 70.
  • Gelsenkirchen
  • 44,2 Punkte
  • 71.
  • Herne
  • 43,2 Punkte

Die fünf ersten und drei letzten Plätze im Nachhaltigkeitsranking der 71 kreisfreien deutschen Städte über 100.000 Einwohner (Quelle: Städteranking von "Wirtschaftswoche", Immoscout24 und IW Consult)

15 Indikatoren zählen für Nachhaltigkeit der Städte

Für den Städtetest werden alle 71 kreisfreien Städte in Deutschland mit mehr als 100.000 Einwohnern von der "Wirtschaftswoche", dem Immobilienportal ImmoScout24 und dem Beratungsunternehmen IW Consult auf Herz und Nieren geprüft. Die Städte werden nach Niveau und Dynamik gerankt. Das in diesem Jahr zum ersten Mal erfolgte Nachhaltigkeits-Ranking stuft Städte nach ihrer Nachhaltigkeit ein und orientiert sich am Nachhaltigkeits-Begriff der Vereinten Nationen.

15 gleichgewichtete Einzelindikatoren wurden für das Nachhaltigkeitsranking herangezogen. Die kommen aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Indikatoren sind:

  • Haltestellendichte im ÖPNV,
  • Zahl der E-Ladestellen,
  • installierte Solar- und Windenergieleistung,
  • Art der Heizenergie,
  • Glasfaserversorgung,
  • Beschäftigte in Nachhaltigkeitsberufen,
  • Anteil der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung,
  • Zahl der Patente und Forschungsinstitute,
  • Hightech-Gründungen,
  • Beschäftigungsrate von Frauen,
  • Jugendarbeitslosigkeit,
  • Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss.

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