Terrasse, die von einer Markise beschattet wird.
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Gelenkarmmarkise: Das solltet ihr zum Sonnenschutz für die Terrasse wissen

Uske Berndt

Level: Für Anfänger

Funktion, Einbau, Pflege und Nachrüst-Möglichkeiten: Wir zeigen euch, wie ihr mit Gelenkarmmarkisen dauerhaft für Schatten auf eurer Terrasse sorgt.

Ein bisschen kurbeln – fertig ist das schattige Plätzchen. Eine Markise als Sonnenschutz ist praktisch, komfortabel und schick obendrein. Dafür sorgt schon allein die riesige Stoffauswahl.

Offene Gelenkarmmarkisen sind mit einer fest an der Hauswand installierten Tuchrolle versehen. Eine Variante davon ist die Kassettenmarkise, bei der das Tuch in einer geschützten Box verschwindet.

Wir zeigen euch, worauf ihr vor allem beim Kauf von Gelenkarmmarkisen achten solltet, wie ihr diese pflegt und wo die Vorteile einer automatischen Steuerung liegen.

Was macht eine gute Gelenkarmmarkise aus?

Vor allem bei Gelenkarmmarkisen sind robuste Wandhalter, ein solides Metallgestell sowie Gelenkarme aus stranggepresstem Aluminium ein Muss. Außerdem kommt es auf die Verarbeitung und die Qualität des Tuches an:

Hochwertiger Stoff zahlt sich aus

Markisentücher bestehen aus Polyestergarn oder aus Acryl. Polyester ist leichter, dafür gelten Acrylstoffe als besonders farbecht. Reißfest und lichtecht sind beide. Die meisten Hersteller geben einen Lichtschutzfaktor an, etwa 30+, 50+ oder 60+. Je höher, desto besser für die Haut. Viele Acrylstoffe gelten als schadstoffarm und sind nach dem Öko-Tex Standard 100 geprüft und zertifiziert.

Schutzschild gegen Wasser und Dreck

Die übliche Imprägnierung mit Teflon macht den Stoff wasserdicht und schmutzabweisend, außerdem hemmt sie das Wachstum von Algen oder Schimmel. Ökologisch wertvoll ist so eine Beschichtung nicht. Haltet Ausschau nach Markisen mit so genannter Nano-Imprägnierung, an der Regen und Dreck abperlen. Die Versiegelung ist biologisch abbaubar und ebenfalls zertifiziert. Und falls die Markise doch mal dauerhaft nass geworden ist, dann verraten wir euch hier, was gegen Schimmel auf der Markise zu tun ist.

Eine Markise als Sonnenschutz hat ihren Preis

Eine Klemmmarkise (Beispiele dafür findet ihr in unserem Beitrag 5 schicke Markisen für unter 1.000 Euro) für den kleinen Balkon kostet zwischen 80 und 120 Euro, eine Standmarkise 300 bis 500 Euro. Eine rund 3 Meter breite Gelenkarmmarkise mit Kurbelantrieb bekommt ihr für 500 Euro. Wenn das Tuch in eine Kassette rollen soll, müsst ihr mit 1.000 Euro und mehr rechnen. Bei dem Preis lohnt sich eine gute Pflege in jedem Fall.

Drei Häuser in einer Reihe, alle drei mit unterschiedlich farbigen Markisen
Kassettemarkisen verschwinden in einer Box, die das Tuch vor äußeren Einflüssen schützt. © Markilux

Markise pflegen: So hält der Sonnenschutz länger

Wer seine Markise immer trocken und möglichst sauber einrollt, hat schon viel für ein langes Leben getan. Es gibt noch weitere Pflegemaßnahmen für die Markise.

Stoff richtig reinigen

Lockeren Schmutz bürstet ihr ab, tief sitzender Dreck wird angefeuchtet und dann mit Wasser abgespült (Gartenschlauch!). Für Flecken kommen eine Reinigungslösung aus Feinwaschmittel und Wasser plus Schwamm zum Einsatz. Nach einigen Jahren könnt ihr den Stoff neu imprägnieren, mit Mitteln auf Wachsbasis oder Nanotechnologie. Und das Gestell? Dafür gibt es Spezialreiniger für Kunststoff- und Metalloberflächen.

Tuch von der Markise erneuern – lohnt sich das?

Wind, Regen, Sonne oder Vogeldreck lassen die Markise altern, nach rund 15 Jahren wird der Stoff spröde und rissig, leiert aus, verblasst und verliert seinen UV-Schutz. Wenn das Gestell in gutem Zustand ist, spricht nichts gegen ein neues Tuch: Im Onlineshop wählt ihr die Maße aus, das Design, die Form des Volants usw. Ein 2,50 mal 3 Meter großes Markisentuch kostet um die 200 Euro: Das ist viel preiswerter als eine komplette Markise.

So tauscht ihr den Markisenstoff aus

Wer das Tuch einer Gelenkarmmarkise selbst auswechseln möchte, braucht Geschick und Zeit. Ihr müsst die Markisenrolle ausbauen und den alten Stoff aus der Tuchwelle ziehen. Anschließend zieht ihr den Saum des neuen Stoffes hinein und baut die Rolle wieder ein. Nun das Tuch soweit aufrollen, dass es wieder gut gespannt ist und die Knicke der Gelenkarme gegenüber liegen. Wer den Aufwand scheut, ruft den Fachbetrieb an. Der bietet einen Stoffwechsel für rund 150 Euro an.

Gartenansicht eines modernen Hauses mit Terrasse und Markise
Ein robuster Wandhalter und qualitativ gutes Tuch sind wichtig bei einer Gelenkarmmarkise. © Getty Images/iStockphoto

Sonnenschutz ganz automatisch

Eine breite Markise aus schwerem Tuch täglich aufrollen und wieder herauskurbeln – das kann anstrengend sein. Wie wäre es mit einem elektrischen Helfer?

Ganz ohne kurbeln

Auf Knopfdruck wickelt ein Motor in Sekunden den Markisenstoff auf die Rolle. Wie beim Sonnensegel könnt ihr die Steuerung auch mit einer Zeitschaltuhr oder einer Wetterstation kombinieren. Melden die Sensoren Regen oder Sturm, bekommt der Motor den Befehl zum Einrollen. Scheint die Sonne, surrt die Markise aus der Rolle. Per App regelt ihr die Bedienung auch vom Smartphone aus.

Automatik nachrüsten

Gelenkarmmarkisen lassen sich problemlos mit einem Motor auf Elektroantrieb umrüsten. Die hochwertigen Modelle sind dann später weitgehend wartungsfrei. Und fast alle Markisenmotoren könnt ihr zudem nachträglich noch mit Funkempfängern ausstatten oder mit Sonnensensoren versehen.

Die Kosten für eine automatische Markisen-Steuerung

Einen einfachen Markisenmotor bestellt ihr für 40 bis 50 Euro, mit Funksteuerung kommen noch einmal 10 bis 20 Euro hinzu. Eine Zeitschaltuhr mit Wind- und Sonnenwächter kostet um die 170 Euro, eine komfortable Wetterstation rund 250 Euro. Hier messen Sensoren die Außen- und Innentemperatur sowie Helligkeit, Regen und Wind.

Funk-Antrieb zum Nachrüsten für die Markise
Funk-Antrieb zum Nachrüsten für die Markise. Wer möchte, kann die Lösung auch in sein Smart Haus-Konzept mit einbinden. © Schellenberg

Unser abschließender Tipp: Ihr habt noch keine Markise, wollt euch aber eine zulegen? Dann lest dazu auch unseren Artikel: Wie bringe ich nachträglich eine Markise an?

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