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Wohnen | Ratgeber

Mäuse in der Wohnung: Die besten Tipps gegen die Maus im Haus

Antonia Eigel

Weder Mieter noch Vermieter wollen Mäuse in der Wohnung haben. Wir zeigen euch 11 Methoden, wie ihr sie schonend vertreiben könnt, beleuchten verschiedene Fangmöglichkeiten im Hinblick auf das Tierschutzrecht und geben Hinweise zum Mietrecht.

Sie kommen durch Hohlräume in den Wänden, verwüsten die Speisekammer oder tippeln nachts über unseren Köpfen auf dem Dachboden herum: Für Mäuse gibt es viele gute Gründe, Haus und Wohnung einen Besuch abzustatten. Doch wie wird man sie wieder los? Wir geben Tipps, wie ihr gegen Mäuse in der Wohnung vorbeugen könnt, beleuchten Fangmethoden im Hinblick auf das Tierschutzrecht und betrachten alternative Methoden, um Mäuse zu vertreiben.

Außerdem klären wir, ob in einer Mietwohnung Mieter oder Vermieter für die Mäusebekämpfung zuständig sind.

11 Tipps, wie ihr Mäuse aus dem Haus fernhalten und vertreiben könnt

Wenn ihr Mäuse in der Wohnung oder im Haus habt oder fürchtet, die Schadnager könnten euch bald einen Besuch abstatten, dann sollte das Fernhalten oder Vergrämen der kleinen Tiere immer Priorität haben. Mit diesen elf Methoden könnt ihr versuchen, Mäuse fernzuhalten oder sie wieder zu vertreiben:

1. Gebäudeschäden beseitigen

Mäuse können sich ganz schön schlank machen. Öffnungen in Hauswänden mit dem Durchmesser eines Bleistifts sind für sie kein Problem. Ritzen, Fugen oder Türspalten solltet ihr deshalb richtig verschließen. Verwendet dafür am besten Blech oder Eisenwolle, das können sie nicht so einfach durchnagen.

2. Müllsäcke verschlossen aufbewahren

Was für Löcher und Ritzen gilt, gilt auch für Müllsäcke. Achtet darauf, dass ihr volle Säcke immer verschlossen aufbewahrt. Überlaufende Mülleimer solltet ihr vermeiden, denn der Abfallgeruch ist eine Einladung für jede Maus.

3. Bäume zurückschneiden

Ist das Fenster gekippt, sind zu lange Äste eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit für Mäuse ins Haus. Ihr solltet in der Nähe von Fenstern stehende Bäume also regelmäßig stutzen.

4. Aufzugschächte kontrollieren lassen

Aufzüge sind ein idealer Ort für Mäuse, um sich ungestört auszubreiten und einen Nistplatz zu suchen. Da die kleinen Schadnager hervorragende Kletterer sind, können sie über den Aufzug auch in obere Stockwerke gelangen. Habt ihr im im vierten Stock Mäuse, solltet ihr also vom Fachmann auch einmal den Aufzugschacht inspizieren lassen.

5. Vorratskammer regelmäßig aufräumen und sauber machen

Die Vorratskammer ist für Mäuse wie ein gedeckter Tisch. Offene Mehltüten oder lose verpackte Lebensmittel solltet ihr deshalb auch hier in luftdicht verschlossenen Behältern aufbewahren. Dazu eignen sich zum Beispiel Drahtbügelgläser mit Gummiabdichtung.

6. Haustierfutter verschlossen lagern

Mäuse sind Allesfresser, weshalb sie auch vor Hunde- oder Katzenfutter keinen Halt machen. Auch hier empfehlen wir euch, den Inhalt von großen Futtertüten in verschließbaren Futterbehältern zu lagern.

7. Tierställe und –käfige sauber halten

Kaninchenstall oder Hamsterkäfig solltet ihr nicht nur euren Tieren zu Liebe regelmäßig reinigen. Auch Mäuse können durch den Geruch angezogen werden.

8. Türen im Winter geschlossen halten

Mäuse können im Winter im Haus nach Schutz und Wärme suchen. Achtet also darauf, Terrassentür und auch Kellerfenster ohne Gitter in der kalten Jahreszeit geschlossen zu halten.

9. Keine Lebensmittel die Toilette herunterspülen

Mäuse, wie zum Beispiel die Hausmaus, sind hervorragende Schwimmer, weshalb sie auch über Abflussrohre ins Haus kommen können. Spült ihr in der Toilette Lebensmittel herunter, können sie schnell angelockt werden.

10. Unrat und Abfall richtig entsorgen

Unter Terrassen oder niedrigen Balkonen sammelt sich häufig Unrat an, in dem Mäuse Schutz finden können. Auch solche Bereiche solltet ihr regelmäßig säubern und den Abfall richtig entsorgen.

11. Haus oder Wohnung sauber halten

Beseitigt Nahrungsreste und bewahrt Lebensmittel luftdicht verschlossen auf. Dazu eignen sich Einmachgläser oder solche mit Gummiringen. Dazu empfehlen wir euch generell, regelmäßig alle Flächen zu reinigen. Denn auch hinter dem Kühlschrank kann sich eine Menge Dreck ansammeln, der Mäuse ins Haus lockt.

Mäuse in der Wohnung mit Lebendfallen einfangen

Mit einer Lebendfalle könnt ihr Mäuse in Wohnung oder Haus fangen, ohne ihnen Leid zuzufügen. Dennoch solltet ihr aus Tierschutzgründen ein paar wichtige Dinge beachten, wenn ihr sie einsetzt:

  • Lebendfallen sollten selektiv sein, also nur die zu bekämpfende Schadnagerart fangen. Wenn ihr ein anderes Tier damit fangt, solltet ihr es sofort wieder freilassen.
  • Die Lebendfallen sollten ungefährlich für euch und andere Nicht-Zieltierarten sein.
  • Je nach Fallendesign empfiehlt das Umweltbundesamt, angemessene Kontrollfrequenzen von acht Stunden einzuhalten, da die Tiere lebend gefangen werden.
  • Wählt eine schonende Fangmethode aus: Positioniert die Lebenfalle so, dass die gefangene Maus eine blickgeschützte Rückzugsmöglichkeit bekommt. So wird sie keinem unnötigen Stress ausgesetzt.
  • Schließt Mehrfachfang unter unverträglichen Arten aus.
  • Die Falle sollte, je nach Mauseart, groß genug gewählt sein, damit sich die Maus nicht verletzt.
  • Stattet die Falle mit ausreichend Futter und Wasser aus.

Habt ihr die Maus mit einer Lebendfalle gefangen, solltet ihr dafür sorgen, sie möglichst stressfrei wieder in die Freiheit zu entlassen. Achtet dabei auch darauf, euch und das Tier nicht zu verletzen. Manche Klappen besitzen zum Beispiel eine Federklappe, durch die ihr die Maus kontaktlos wieder freilassen könnt.

Maus in Lebendfalle
Mit Lebendfallen können Mäuse in der Wohnung schonend gefangen werden, sofern ein paar grundlegende Regeln beachtet werden. © Getty Images/iStockphoto

Eine Katze ins Haus holen, hilft das ?

Katzen sind natürliche Fressfeinde der kleinen Schadnager und können im Kampf gegen Mäuse in Haus und Wohnung eine echte Hilfe sein. Solltet ihr deshalb über die Anschaffung eines neuen vierbeinigen Mitbewohners nachdenken, wird im Netz häufig zu Katzen statt Katern geraten, da sie aktiver sein sollen.

Katzen sind aber nicht immer ein Garant dafür, dass sie alle Mäuse in Wohnung, Haus oder Garten fangen. Gerne spielen sie mit den Mäusen und tragen sie noch halb lebendig in die Wohnung hinein, bevor sie diese töten.

Mäuse- und Rattengift führen zum Tod

Die Tötung von Mäusen in der Wohnung sollte immer nur als letztes Mittel im Kampf gegen sie eingesetzt werden. Bei den meisten Mäuse- oder Rattengiften handelt es sich um Fraßköder, sogenannte Rodentizide (Biozide). Sie enthalten einen blutgerinnungshemmenden Wirkstoff (Antikoagulanzien), der die Mäuse innerlich verbluten lässt. Was zunächst grauenhaft klingt, beschreibt Veterinärmediziner Götz Hildebrand im Interview mit Deutschlandfunk jedoch als einen verhältnismäßig milden Tod, gemessen an der Natur.

Wir empfehlen euch dennoch, diese Aufgabe unbedingt einem Fachmann zu überlassen oder euch ausführlich zu informieren. Denn das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass nur jemand, der die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat, ein Wirbeltier töten darf (§ 4 TierSchG).

Zum Wohl von Mensch und Umwelt stellt das Umweltbundesamt ausführliche Ratgeber zur Verfügung, in denen ihr alles Wichtige zum Einsatz von Mäuse- und Rattengift nachlesen könnt:

Mäuse- und Rattengift sicher und wirksam anwenden (PDF)

Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien Antworten auf häufig gestellte Fragen(PDF)

Einsatz von Schlagfallen gegen Mäuse

Die klassische Mausefalle wird auch als Schlagfalle bezeichnet. Zwar wird beim Einsatz solcher Fallen die gefangene Maus getötet, laut Umweltbundesamt kann diese Form des Mäusefangens bei richtiger Konstruktion und Anwendung jedoch tierschutzgerechter sein als der Einsatz von Rodentiziden.

Dennoch besteht auch bei Schlagfallen ein gewisses Restrisiko, dass die Maus nicht unmittelbar getötet wird und leidet. Ihr solltet auch diese Fallen unbedingt regelmäßig überprüfen, und im Notfall die gefangene Maus umgehend tierschutzgerecht zu töten.

Darum solltet ihr keine Klebefallen gegen Mäuse einsetzen

Klebefallen bestehen meistens aus einer flachen Matte mit klebrigem Film, auf denen die Mäuse wortwörtlich kleben bleiben. Aus Tierschutzsicht ist diese Fangmethode jedoch höchst bedenklich, da die Mäuse einem qualvollen Tod ausgeliefert sind:

  • Die Mäuse werden extremen Stress ausgesetzt.
  • Beim Versuch sich zu befreien, können sie sich schwere Verletzungen zufügen und sich dabei sogar Extremitäten ausreißen.
  • Die klebrige Flüssigkeit kann Mund und Nasse verkleben, so dass die Mäuse ersticken können.

Wer Klebefallen im Kampf gegen Mäuse einsetzt, kann sich sogar strafbar machen. Denn laut Tierschutzgesetz (§ 1 TierSchG) ist es verboten, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden hinzuzufügen.

Klebefallen gegen Mäuse nicht tierschutzgerecht
Klebefallen im Kampf gegen Schadnager sind aus Tierschutzgründen höchst bedenklich und erfüllen nicht die Anforderungen des Tierschutzgesetzes. © Getty Images/iStockphoto

Helfen natürliche Mittel zur Abwehr gegen Mäuse?

Häufig liest man im Netz von Pfefferminze oder Mottenkugeln als natürliches Mittel zur Abwehr von Mäusen. Schädlingsbekämpfungs-Experten beschreiben diese Methoden jedoch häufig als ineffektiv.

Auch Ultraschallgeräte, wie man sie als Mittel gegen Spinnen im Haus einsetzen kann, sollen bei Mäusen in Haus und Garten hilfreich sein und sie mithilfe von hochfrequenten Schallwellen vertreiben. Ob das unter "Mäuseschreck" bekannte Gerät die kleinen Nager wirklich vertreibt, ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen.

Auch mit Insektenschutzfenstern und -gittern vor der Terrassentür werdet ihr nicht weit kommen. Das dünne Netz können Mäuse einfach durchnagen. Mücken und andere Insekten hingegen könnt ihr mit einem guten Insektenschutzgitter aus der Wohnung fernhalten:

Mäuse in der Wohnung: Mieter- oder Vermietersache?

Weder Mieter noch Vermieter möchten Mäuse in der Mietwohnung haben, das ist klar. Doch häufig landen solche Fälle vor Gericht, da nicht eindeutig geklärt ist, wer die Verantwortung für Schäden, Gesundheit und eventuelle Kosten trägt. Der Rxperte für Schädlingsbekämpfung Rentokil hat auf seiner Website ein paar Gerichtsurteile zur Schädlingsbekämfung im Mietrecht zusammengefasst. Sie geben auch zu Mäusen in der Wohnungen einen hilfreichen Überblick zu den Themen:

  • Kostenübernahme
  • Mietminderung
  • Fristloses Kündigungsrecht

Habt ihr Mäuse in der Wohnung, solltet ihr das also in jedem Fall bei eurem Vermieter ansprechen, da möglicherweise Kosten zur Schädlingsbekämpfung übernommen werden, ihr die Miete mindern könnt oder ihr sogar ein Recht auf fristlose Kündigung besitzt.

Auch im Garten können Mäuse zur Plage werden, und zwar Wühlmäuse. Lest in unserem Artikel "Wühlmäuse bekämpfen – was hilft wirklich bei der Wühlmausbekämpfung?", wie ihr die Schadnager dort loswerdet.

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