Wohnzimmer-Wand in Sichtbetonoptik
© Lina Stefanie Albrecht

Modernisieren | Homestory

Haussanierungs-Blog: Sichtbetonoptik in unserem Wohnzimmer

Lina Stefanie

Neues von der Baustelle: Diesmal geht es im Sanierungsblog nicht um die "groben" Arbeiten, sondern um optische Verschönerung. Heißt konkret: Eine Wohnzimmerwand erhält im DIY-Verfahren eine Sichtbetonoptik.

Hallo ihr Lieben,

ein wenig hat es gedauert mit diesem Blog-Beitrag. Wie alle mussten wir uns erst an die neuen Bedingungen in der Covid19-Zeit anpassen und gewöhnen. Und es ist sicherlich wie bei euch auch: Alles ist so neu und anders geworden.

Umso mehr freuen wir uns, euch endlich unser nächstes Kapitel vorzustellen. Diesmal geht es nicht ums Wände aufstemmen oder Elektrik verlegen, sondern um die Gestaltung einer Wohnzimmerwand – und zwar in Sichtbetonoptik.

Sichtbetonoptik: Roh, ehrlich und pur

Nachdem der Trockenbau im Erdgeschoss von unserem Rohbauer Dennis fertig gestellt war und wir Decken und Wände final mit Weiß gestrichen hatten, konnten wir uns Gedanken zur Gestaltung des Wohnzimmers machen.

Die Auswahl der Möbel fiel uns leicht, Accessoires wie Bilder und Deko waren mein Job. Nun hatten wir die Wand im Wohnzimmer vor Augen. Hier wollten wir den Flachbildfernseher direkt auf die Wand setzen. Und so puristisch wie unsere Einrichtung und unser Geschmack war, sollte auch die Wand hinter dem Fernseher werden.

Bunte Farben, künstliches Licht oder eine geschwungene TV-Einrahmung kamen für uns nicht in Frage. Vielmehr sollte die Natürlichkeit der verwendeten Materialien im Vordergrund stehen. Wir holten uns Inspiration im Internet und im ortsansässigen Bauhaus, um auch die Produkte in Optik und Haptik live zu begutachten.

Dabei fiel uns vom Hersteller Schöner Wohnen die Trendstruktur Sichtbeton-Optik schnell ins Auge. Roh, ehrlich und pur – genauso war unser Wunsch bei der Gestaltung der Wohnräume und natürlich auch unseres Wohnzimmers. Unser Entschluss stand fest: Wir wollten uns diesen besonderen Look ins Haus holen.

In 3 Schritten zur Wand mit Sichtbetonoptik

Beschlossen und gekauft. Nun stand das Grundpaket im Wohnzimmer, bestehend aus:

  • Grundfarbe in Grau
  • Effekt-Spachtelmasse Grau in Sichtbetonoptik
  • Kreativfolie
  • 4 x 4 Zahnkelle und kleiner Spachtel zum Auftragen
  • Folie und Klebeband zum Abkleben und Schutz der Umgebung

Das Video zur Verarbeitung der Trendstruktur Sichtbeton-Optik im Internet von Innenarchitektin Eva Brenner und Malermeister Ralf Albersmann verschaffte uns Informationen und Sicherheit bei unserem ersten Kreativprojekt. Schritt für Schritt legten wir gemeinsam los.

Schritt 1: Abkleben und mit Grundfarbe streichen

Die weißen Wände neben der Wand, die wir bearbeiten wollten, sowie den Fußboden haben wir sauber mit Folie abgeklebt. Dann haben wir den Untergrund unserer Wand geprüft, denn sauber und trocken sollte er sein. Aber das war er ja durch die vorherigen Arbeiten sowieso.

Dann haben wir die Grundfarbe in Grau gut aufgerührt und gleichmäßig mit einer Farbrolle auf die Wand aufgetragen. Das hat den Sinn, dass dadurch später keine weißen Stellen unter der Betonoptik durchscheinen.

Frau streicht Wand mit Grundfarbe für Sichtbetonoptik
Alles gut abgeklebt? Dann geht es los mit dem Streichen der Grundfarbe. © Lina Stefanie Albrecht

Schritt 2: Folie zuschneiden, Spachtelmasse auftragen

Nun ging es an den Zuschnitt der Kreativfolie für die gesamte Wand. Denn der Effektspachtel muss nach dem Aufbringen auf der Wand relativ zügig damit abgedeckt werden. Die Vorbereitung war hier das A und O, gerade weil wir als Laien eine ganz neue Technik ausprobierten.

Anschließend begannen wir, mit den beiden Spachteln die Spachtelmasse auf die Wand aufzutragen und glatt zu ziehen. Die Masse war von der Konsistenz so wie klassisch angemischte Putzmassen: pastös, annähernd geruchlos und sehr gut zu verarbeiten.

Ein wenig Übung sollte man aber in der Anwendung von Putzmassen haben. Uns war hier das gleichmäßige Auftragen auf der Wand von unten nach oben sehr wichtig. Auch die Menge der mittels Zahnkelle an die Wand gepressten Masse sollte auf der gesamten Wand gleich bleiben, damit ein ebenes Gesamtbild entsteht.

Unsere Wand hat die Maße von rund 3 Meter mal 2,60 Meter. Wir hatten vorher die Wand in drei Abschnitte eingeteilt und die Kreativfolie entsprechend zugeschnitten. In diesen drei Abschnitten haben wir dann vom Licht weg in den Raum rein die Spachtelmasse gleichmäßig aufgetragen und anschließend die Glättkelle im flachen Winkel angesetzt und die Masse glatt gezogen.

Hier kann man von unten nach oben aber auch in umgekehrter Richtung arbeiten, um die natürliche Struktur der Betonwand entstehen zu lassen. Wichtig ist hier das lockere Abziehen ohne viel Krafteinsatz, da sonst wieder zu viel Masse abgetragen wird.

Frau spachtelt Trockenbauwand mit Putz für Sichtbetonoptik
Für das Auftragen der Spachtelmasse braucht es ein klein wenig Übung. So schwer ist es aber auch nicht. © Lina Stefanie Albrecht

Schritt 3: Folie auf Spachtelmasse auftragen, warten, abziehen

Nun wurde von der Decke ausgehend die Folie auf die Wand gesetzt und gleichmäßig mit dem Flächenspachtel nach unten gestrichen, sodass Spachtelmasse und Folie eine Verbindung miteinander eingehen.

Lufteinschlüsse sind hier absolut gewollt und sollten unbedingt entstehen – je mehr Lufteinschlüsse auf der Wand sind, desto mehr Struktur erhält die Sichtbeton-Optik später.

Gute 45 Minuten ließen wir die Folie auf der Spachtelmasse. Dann wurde es spannend: Wie würde es darunter aussehen? Hatten wir den gewünschten Effekt erreicht? Ein kurzer Blick genügte, um zu sehen, ob die Masse unter Folie noch feucht war, aber nicht mehr an den Fingern kleben blieb. Kurz ein Stück abgezogen, mit dem Finger vorsichtig geprüft und ... Test bestanden!

Vorsichtig, gleichmäßig und vor allem nicht ruckartig zogen wir die Folie in der Reihenfolge, wie wir sie auch angebracht hatten, Bahn für Bahn von der Wand. Das Ergebnis unserer Betonwand war umwerfend. Wir waren begeistert!

Zum Schluss haben wir mit der Glättkelle dann die Fläche noch einmal vorsichtig von oben nach unten und von unten nach oben im flachen Winkel noch etwas glatt gezogen. Fertig!

Das Ergebnis: Cooler Look in Sichtbetonoptik, selbst gemacht

Nachdem die Putzfläche komplett getrocknet war, konnten wir die neuen Schränke unter dem Fernseher an die Wand hängen und dann den Fernseher darüber platzieren. Da wir vorher alle Anschlüsse auf Höhe und in die Wand gelegt hatten war nun nichts davon sichtbar – kein Kabelkanal oder -salat. Nur der Fernseher und die Wand – so entstand ein tolles Gesamtbild, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Wohnzimmerwand in Sichtbetonoptik mit Fernseher
Cooles Ergebnis: Die Sichtbetonoptik ist genau das, was wir uns vorgestellt haben. © Lina Stefanie Albrecht

Unsere Wand ist nun der Blickfang in unserem Wohnzimmer, wir sind bis heute begeistert. Und wir können die Sichtbeton-Optik allen empfehlen, die sich auch den coolen Look des Betons nach Hause holen möchten.

Eine weitere Anleitung für Betonlook-Wände findet ihr hier:

Im nächsten Kapitel berichte ich euch von unserer neuen Garderobe im alten, abgerissenen Gäste-WC und von einem Haushaltsschrank auf der gesamten Flurwand als mega Stauraumwunder. Seid gespannt!

Bis dahin seid herzlich gegrüßt,

eure Lina Stefanie

Die weiteren Beiträge aus dem Sanierungs-Blog

  • Was vorher geschah, lest ihr in Teil 9:

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK